Die Karriere von "DSK" ist zu Ende
Washington/Paris - Es gab viele Skandale und Affären im Leben des Dominique Strauss-Kahn. Er hatte sie alle überstanden. Nun aber ist die Karriere von "DSK" zu Ende. Der 62-Jährige zog die Konsequenzen aus der New Yorker Sex-Affäre und trat als IWF-Chef zurück.
Strauss-Kahn stand seit Ende 2007 an der Spitze des Internationalen Währungsfonds (IWF). Seither krempelte der Franzose die Institution kräftig um und richtete sie auf die Erfordernisse der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise aus.
Doch bereits bei seinem Amtsantritt als IWF-Chef war spekuliert worden, ob er den Posten in Washington als Sprungbrett für einen neuen Versuch bei den französischen Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr nutzen wollte. Im Falle einer Kandidatur galt er als einer der aussichtsreichsten Sozialisten, um Amtsinhaber Nicolas Sarkozy herauszufordern - dieser Traum von "DSK" ist geplatzt.
Strauss-Kahn stammt aus einer jüdisch-marokkanischen Familie und wurde am 25. April 1949 im schicken Pariser Vorort Neuilly-sur-Seine geboren. Er machte zunächst als Jurist und Wirtschaftswissenschaftler Karriere und unterrichtete unter anderem an der französischen Elite-Verwaltungsschule ENA. 1986 wurde er zum ersten Mal ins Parlament gewählt. Elf Jahre später ernannte Präsident Jacques Chirac ihn zum Finanzminister. Strauss-Kahn verschaffte sich international Respekt, indem er Frankreich auf die Einführung des Euro vorbereitete. Er privatisierte Staatsunternehmen und brachte das Haushaltsdefizit unter den Schwellenwert von drei Prozent.
Korruptionsvorwürfe
Nach Korruptionsvorwürfen trat Strauss-Kahn 1999 zurück. Ein Gericht bescheinigte ihm seine Unschuld, einige Monate später wurde er wiedergewählt. Er war einer der Befürworter der 2005 von den Franzosen abgelehnten EU-Verfassung. Zudem setzt er sich für den deutsch-französischen Motor innerhalb Europas ein.
Als IWF-Chef war Strauss-Kahn vor drei Jahren wegen einer Affäre mit einer Mitarbeiterin ins Zwielicht geraten. Eine interne Untersuchung des IWF war allerdings zu dem Schluss gekommen, dass es weder eine sexuelle Belästigung noch eine Begünstigung gegeben habe.
Seine Ehefrau, die Journalistin Anne Sinclair, blieb trotz des Seitensprungs bei ihm. Sie ist die dritte Partnerin, mit der Strauss-Kahn verheiratet ist. Aus den vorherigen Ehen hat der Klavierspieler und Kinofan vier Kinder. (APA)