Strauss-Kahn, schillernde Persönlichkeit mit Skandalen

19. Mai 2011, 08:47
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    foto: ap/emmanuel dunand

    Strauss-Kahn stand seit Ende 2007 an der Spitze des Internationalen Währungsfonds.

Die Karriere von "DSK" ist zu Ende

Washington/Paris - Es gab viele Skandale und Affären im Leben des Dominique Strauss-Kahn. Er hatte sie alle überstanden. Nun aber ist die Karriere von "DSK" zu Ende. Der 62-Jährige zog die Konsequenzen aus der New Yorker Sex-Affäre und trat als IWF-Chef zurück.

Strauss-Kahn stand seit Ende 2007 an der Spitze des Internationalen Währungsfonds (IWF). Seither krempelte der Franzose die Institution kräftig um und richtete sie auf die Erfordernisse der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise aus.

Doch bereits bei seinem Amtsantritt als IWF-Chef war spekuliert worden, ob er den Posten in Washington als Sprungbrett für einen neuen Versuch bei den französischen Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr nutzen wollte. Im Falle einer Kandidatur galt er als einer der aussichtsreichsten Sozialisten, um Amtsinhaber Nicolas Sarkozy herauszufordern - dieser Traum von "DSK" ist geplatzt.

Strauss-Kahn stammt aus einer jüdisch-marokkanischen Familie und wurde am 25. April 1949 im schicken Pariser Vorort Neuilly-sur-Seine geboren. Er machte zunächst als Jurist und Wirtschaftswissenschaftler Karriere und unterrichtete unter anderem an der französischen Elite-Verwaltungsschule ENA. 1986 wurde er zum ersten Mal ins Parlament gewählt. Elf Jahre später ernannte Präsident Jacques Chirac ihn zum Finanzminister. Strauss-Kahn verschaffte sich international Respekt, indem er Frankreich auf die Einführung des Euro vorbereitete. Er privatisierte Staatsunternehmen und brachte das Haushaltsdefizit unter den Schwellenwert von drei Prozent.

Korruptionsvorwürfe

Nach Korruptionsvorwürfen trat Strauss-Kahn 1999 zurück. Ein Gericht bescheinigte ihm seine Unschuld, einige Monate später wurde er wiedergewählt. Er war einer der Befürworter der 2005 von den Franzosen abgelehnten EU-Verfassung. Zudem setzt er sich für den deutsch-französischen Motor innerhalb Europas ein.

Als IWF-Chef war Strauss-Kahn vor drei Jahren wegen einer Affäre mit einer Mitarbeiterin ins Zwielicht geraten. Eine interne Untersuchung des IWF war allerdings zu dem Schluss gekommen, dass es weder eine sexuelle Belästigung noch eine Begünstigung gegeben habe.

Seine Ehefrau, die Journalistin Anne Sinclair, blieb trotz des Seitensprungs bei ihm. Sie ist die dritte Partnerin, mit der Strauss-Kahn verheiratet ist. Aus den vorherigen Ehen hat der Klavierspieler und Kinofan vier Kinder. (APA)

anton haupt
15
19.5.2011, 15:30
eigenartig,

dass männer, die ihren sexualtrieb nicht im griff haben, immer als "schillernd" bezeichnet werden.

denke
12
19.5.2011, 11:50

Er hat das übrigens schon vorausgeahnt.
http://diepresse.com/home/wirt... itz/663231
Eigentlich hätte er amerikanischen Boden nie betreten dürfen.

F G
00
22.5.2011, 12:05
Eigentlich hätte er amerikanischen Boden nie betreten dürfen

Dann war er als IWF Chef eher ungeeignet.

max notax
13
19.5.2011, 12:41

die Vorahnung beruht auf schlechtem Gewissen. Denn 2002 hatte er versucht, Tristane Banon zu vergewaltigen und er wußte, was ihm beim Wahlkampf blühen wird. Die USA haben absolut kein Interesse, ihn aus dem IWF rausnehmen zu wollen denn sein Nachfolger wird möglicherweise ein Chinese sein. Dass man europäische Funktionäre deutlich besser steuern kann als chinesische, dürfte klar sein. Das die USA kein Interesse daran haben, wenn ihr Hauptgläubiger und einziger Herausforderer um die Weltvormacht die Sessel internationaler Organisationen wie dem IWF erklimmen und von dort zukünftig Pleite-Vasallenstaaten der USA wie Griechenland zu Pleite-Vasallenstaaten Chinas machen, düprfte auch klar sein, oder ?

Zen59
11
20.5.2011, 00:00
Vorsicht

mit der Unschuldsvermutung. Solche Behauptungen koennen ganz schoen nach hinten losgehen. Tristane Banon behauptet das zwar, aber bis jetzt hat sie jedenfalls keine Anzeige erstattet. Allerdings kuendigt sie an, dass es bald soweit waere - nach 9 Jahren

max notax
00
20.5.2011, 20:23

Die Mutter hat als soz. Abgeordnete und brave Parteisoldatin ihre Tochter davon abgehalten, wie sie selbst gesagt hat, was ihr jetzt auch leid tut. Und in Frankreich kräht bei einer Vergewaltigung leider kein Hahn; Frankreich liegt halt nicht in Skandinavien...

sooo funny
00
20.5.2011, 10:34
gerade diese art von delikten

verursacht beim opfer extreme scham- und viktimisierungsgefühle. tristane banon bewegte sich in denselben kreisen wie der täter. es kostet enorme energie sich gegen ein engmaschiges soziales system aufzulehnen bzw es zu verlassen. die gesellschaftlichen konsequenzen wären für tristane und ihr umfeld zum damaligen zeitpunkt noch zu gravierend gewesen. ich wünsche ihr "bonne courage".

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