Vom Leerstand zum Luxus

18. Mai 2011, 15:09
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Das Objekt Burggasse 2 direkt neben dem Wiener Volkstheater wird saniert, die Sans Souci Group will hier ein Hotel eröffnen

Vor knapp zwei Jahren wurde es in einem STANDARD-Artikel noch das "hässliche Entlein von Neubau" genannt (siehe "Nachlese"). Nun sind an dem Haus neben dem Wiener Volkstheater, an der Adresse Burggasse 2, schon die Bauarbeiter am Werk: Nach jahrelangem Leerstand soll der Gebäudekomplex, in dem einst die niederösterreichische Gebietskrankenkasse (NÖGKK) residierte, zum Luxushotel umgebaut werden. Die Sans Souci Group investiert dafür rund 48 Millionen Euro, die Eröffnung ist für Ende nächsten Jahres geplant.

Neben 60 Hotelzimmern werden auch 15 Eigentumswohnungen, ein Spa-Bereich, ein Gourmet-Supermarkt sowie eine Tiefgarage entstehen, kündigte Geschäftsführer Norbert Winkelmayer am Mittwoch in einer Pressekonferenz an. Mit dem Revitalisierungsprojekt übernimmt die imposante Immobilie am unteren Eingangsbereich der Burggasse wieder seine ursprüngliche Funktion. Bereits ab dem 19. Jahrhundert fungierte der Bau als Hotel, das in den 1950er-Jahren jedoch einem Brand zum Opfer fiel. Danach wurde das Gebäude in einen Bürokomplex umfunktioniert, der bis 2004 von der NÖGKK genutzt wurde. Seitdem steht er - abgesehen von zwei kurzzeitigen Hausbesetzungen - leer.

Rückbau

Im Vorjahr erwarb die Sans Souci Group das Objekt um 14,8 Mio. Euro, im Februar dieses Jahres begannen die Bauarbeiten. Dabei werden Teile des historischen Erscheinungsbildes wie die verschwundenen Holzbalkone, Kastenfenster und ebenerdigen Rundportale rückgebaut. Der um die Jahrhundertwende noch vorhandene Wintergarten an der Museumstraße soll "neu interpretiert" ebenfalls wiederhergestellt und als Cafe-Restaurant bespielt werden.

Das hochpreisige Hotel - ob man sich tatsächlich als Fünf-Sterne-Haus klassifizieren lässt, ist noch offen - wird rund 60 Zimmer mit durchschnittlich 35 Quadratmetern Größe beherbergen. Laut Direktorin Andrea Fuchs werden Gäste rund 220 Euro pro Nacht und Zimmer berappen müssen. Bei der Innenausstattung setzt man auf Antiquitäten, Design der Wiener Werkstätte, Originale etwa von Roy Lichtenstein und Möbel wie die bekannten "Egg Chairs" von Arne Jacobsen.

Eigentumswohnungen unter dem Dach

Die obersten Etagen sind allerdings für Eigentumswohnungen in der Größe bis 360 Quadratmeter reserviert. Deren Verkauf wird über die Otto Immobilien Gruppe abgewickelt, mit etwa 10.000 Euro pro Quadratmeter ist man dabei.

Der Neubauer Bezirksvorsteher Thomas Blimlinger (Grüne) freute sich am Mittwoch über die Revitalisierung des "hässlichen Entleins" im 7. Bezirk: "Ich hoffe, es wird zum schönen Schwan". Mit der Einmietung eines rund 540 m2 großen Gourmet-Supermarkts werde zudem eine Nahversorgungslücke im Bereich untere Burggasse, Museumsquartier und Volkstheater geschlossen. (red/APA)

Nachlese

Das hässliche Entlein von Neubau (DER STANDARD, 21. Juli 2009)

  • So sah das Objekt in der Burgasse 2 am 4. April 2011 aus, ...


(Foto: STANDARD/Cremer)
    foto: standard/cremer

    So sah das Objekt in der Burgasse 2 am 4. April 2011 aus, ...

    (Foto: STANDARD/Cremer)

  • ... und so soll es Ende 2012 aussehen.


(Foto: Sans Souci Group)
    foto: sans souci group

    ... und so soll es Ende 2012 aussehen.

    (Foto: Sans Souci Group)

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