Umstritten

Staatliche Artenschutztagung ärgert NGOs

17. Mai 2011, 21:31

Mehrere Tierschutzorganisationen werfen Umweltministerium vor, Pro-Jagd-Lobbyisten zu bevorzugen

Wien - Mit der Einladung zu einem Fachsymposium hat sich das Umweltministerium den Unmut mehrerer Tierschutzorganisationen zugezogen. Denn zu der Tagung zum Thema Artenschutz und Armutsbekämpfung dürfen hauptsächlich "Befürworter von Trophäenjagd und Wildtierhandel" kommen, wie Vertreter von Vier Pfoten, Pro Wildlife, WDCS und IFAW beanstanden.

Das Symposium wird vom Ministerium gemeinsam mit der EU-Kommission veranstaltet. 90 internationale Experten sollen von Mittwoch bis Freitag in Wien darüber diskutieren, wie Artenschutz und Armutsbekämpfung in Entwicklungsländern in Einklang zu bringen sind. "Alle neuen Erkenntnisse des Symposiums sollen in laufende, internationale Prozesse eingespeist werden" heißt es vonseiten des Ministeriums, vor allem geht es um das Washingtoner Artenschutzübereinkommen Cites (dem Österreich 1982 beigetreten ist).

Befürchtungen

Genau hier liegt die Befürchtungen der Tierschützer: Sie vermuten, dass durch das einseitige Teilnehmerfeld, das überwiegend mit Trophäenjagd-Lobbyisten bestückt sei, der Schutz gefährdeter Tierarten gelockert werden könnte. Bereits im Vorfeld gab es Aufregung wegen eines Interviews, das Max Abensperg-Traun, ein Mitarbeiter der Abteilung für Artenschutz im Umweltministerium, dem Spiegel gegeben hatte: Darin bezeichnete er Cites als "verlogene Artenschutz-Doktrin" und sprach sich für eine nachhaltige Jagd auf geschützte Tierarten aus. Auf Anfrage wollte der Beamte dazu nicht Stellung nehmen.

Sorge bereite den Tierschützern auch die Position Österreichs in Bezug auf den Elfenbeinhandel: "Österreich hat sich bei der letzten Cites-Konferenz vehement dafür eingesetzt, dass dieser gelockert wird", behauptet der Internationale Tierschutzfonds IFAW, der übrigens am Symposium teilnehmen darf - im Gegensatz zu den anderen drei Organisationen.

Beim Lebensministerium betont man, wie wichtig eine breites Teilnehmerfeld sei. Man wolle "schonungslos alle Meinungen und Ansätze diskutieren". (kali/DER STANDARD-Printausgabe, 18.5.2011)

Torni Salve
12
14.6.2011, 15:26
Mit der möglichen Ausnahme des Justizministeriums

ist das "Lebensministerium" das am meisten verlogene, ob nun betreffend Klimaschutz- oder Artenschutzfragen, Transparenz bei Subventionen an Großgrundbesitzer oder sogar die weitere Zulassung von Agrargiften, die nachweislich großes Bienensterben verursachen!

Valentina Stein
25
18.5.2011, 10:31
Ich finde keine

jugendfreien Worte mehr für das Agieren der staatlichen Institutionen!

Da ich meine, dass selbst VP und SP so dumm nicht sein können, komme ich zu dem Schluss, dass deren Ziel der Untergang des Landes ist.

rosentod
23
17.5.2011, 21:50

"Max Abensperg-Traun, ein Mitarbeiter der Abteilung für Artenschutz im Umweltministerium"

Der sitzt am richtigen Platz.
Klingt nach altem Adel, der damals dem Kaiser die altersschwachen Hirsche vorgesetzt hat damit der auch noch was derwischt.
Gekränkte Jäger-Ehre oder so.

Hier das Interview:
http://www.spiegel.de/spiegel/p... 36874.html

Moist von Lipwig
13
18.5.2011, 10:47
Inzüchtler halt.

pepitschek1
14
18.5.2011, 00:46
war mal alter Adel...

aber kein Faktor.

Jagd auf vom Aussterben bedrohte Tierarten ist absolut nicht zu befürworten.

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