Weltbank erwartet neue globale Machtverhältnisse

17. Mai 2011, 18:41
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Wien/Washington - Eine multipolare Welt, in der neben dem Dollar auch der Euro und der Renminbi international relevante Leitwährungen darstellen und beinahe die Hälfte der weltweiten Wirtschaftsleistung aus den heutigen Schwellenländern stammt - so stellt sich die Weltbank in einer neuen Studie das Jahr 2025 vor.

In dem Report "Global Development Horizons 2011" werden die Veränderungen im globalen Machtgefüge anhand verschiedener Szenarien analysiert. Die Weltbank bescheinigt vor allem den von ihr als BRIICK-Staaten bezeichneten sechs Schwellenländern Brasilien, Russland, Indien, Indonesien, China und Südkorea eine erfolgreiche Zukunft. Ihre reale Wirtschaftsleistung soll im Jahr 2025 gleich hoch sein wie die des Euroraumes. Das durchschnittliche Wirtschaftswachstum der Schwellenländer soll zwischen 2011 und 2025 bei jährlich 4,7 Prozent liegen. Den Industriestaaten traut die Weltbank nur ein jährliches Wachstum von 2,3 Prozent zu.

Auch wenn die Schwellenländer als Gruppe immer wichtiger würden, seien sie keinesfalls als homogen zu sehen. Ostasiatische Staaten seien exportabhängiger, Länder in Lateinamerika mehr auf die inländische Nachfrage konzentriert. Investitionen und technologischer Fortschritt seien aber in all diesen Ländern die Grundlage für das erwartete starke Wachstum. Die Entwicklungsländer bleiben nach den Analysen der Weltbank auch in einem multipolaren Währungssystem auf der Verliererseite. Sie würden von Fremdwährungen abhängig und damit Wechselkursschwankungen ausgesetzt bleiben. (lp, DER STANDARD, Printausgabe, 18.5.2011)

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