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Martin Balluch im Schweinekäfig: In heimischen Zuchtbetrieben sollen sie abgeschafft werden, fordern Tierrechtsaktivisten.
In Österreich geht es um ein Schweine-Kastenstand-Verbot, international etwa um Pelzzuchten und Hundeasyle.
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Wien - Nur zwei Tage waren seit den (vorläufigen) Freisprüchen beim Wiener Neustädter Tierschützerprozess vergangen, da ließ sich Hauptbeschuldigter Martin Balluch freiwillig einsperren. Auf dem Stephansplatz inmitten Wiens setzte er sich jenen Bedingungen aus, die Zuchtsauen in Schweinemastbetrieben während rund zwei Dritteln ihres Lebens über sich ergehen lassen müssen.
Fixiert in einem eisernen Käfig, dem sogenannten Kastenstand, der nach oben hin nur das Aufstehen, seitlich nur knapp das Niederlegen ermöglicht, harrte der 46-jährige Obmann des Vereins gegen Tierfabriken (VGT) 24 Stunden aus. Um der aktuellsten Forderung heimischer Tierschutz- und Tierrechtsaktivisten Ausdruck zu geben: Der Abschaffung des Kastenstandes bei Österreichs Schweinemästern, den Produzenten des heimischen Schnitzelfleisches.
Balluch: "Kastenstand eindeutig Tierquälerei"
Der Kastenstand, so Balluch, sei "eindeutig Tierquälerei". Erfunden, um zu verhindern, dass hochgezüchtete Muttersäue beim Niederlegen ihre Ferkel erdrücken, setze er die Säue körperlichen Qualen aus und verhindere ausreichend Kontakt der Ferkel mit dem Muttertier. Ein Verzicht sei durchaus möglich, auch unter Bedingungen professioneller Schweinemast. Das zeige sich in der Schweiz, wo diese Praktiken vor über zehn Jahren abgeschafft wurden.
Von Österreichs Schweinemästern wird diese Sicht der Dinge heftig zurückgewiesen: Der Kastenstand sei eine "absolut notwendige Ferkelschutzeinrichtung", entgegnete ein Züchter jüngst bei einer Diskussionsveranstaltung. Die Branche sieht sich derzeit durch Mega-Schweinezuchtprojekte nach dänischem und niederländischem Vorbild schwerem Druck ausgesetzt: Wirtschaftet ein heimischer Schweinebauer mit rund 70 Zuchtsauen, so sollen es in neuen, riesigen Schweineproduktionskomplexen 1000 Säue und mehr sein.
Unter Tierschützen hingegen steht der Tierrechtler und Veganer Balluch nicht alleine da. Auch für Madeleine Petrovic, die Präsidentin des etablierten Wiener Tierschutzvereins, Helmut Dungler, Obmann den breitenwirksamen Vereins "Vier Pfoten" und Christoph Mackinger von der anarchistisch orientierten Basisgruppe Tierrechte (Bat) - der sich wie Balluch in Wiener Neustadt vor Gericht verantworten musste - ist der fragwürdige Umgang mit Mastschweinen eine Priorität.
Gegen den Fleischhunger
Man müsse über die Ursachen derartiger Zustände nachdenken, meinen sie. Über die industrialisierte Nutztierproduktion, um den weltweit steigenden Hunger nach Fleisch, vor allem in den Schwellenländern, zu stillen. Für die kommenden 30 Jahre würden Experten eine "Verdopplung des Fleischkonsums" vorhersagen, erläutert Vier-Pfoten-Obmann Dungler.
Dies sei für Tiere, Menschen und die Ökologie des Planeten gleichermaßen problematisch. Also gelte es, umzudenken, hier und jetzt: "Ein kleiner, reicher Staat wie Österreich sollte bei der Fleischproduktion auf Qualität statt Quantität setzen. Das Fleisch muss sich im Preis verdoppeln", meint Dungler. Und ruft bisherige Erfolge der heimischen Tierschutzbewegung in Erinnerung, für die ebenfalls eigene Wege beschritten worden seien: das Hühnerbatterieverbot oder die Regelung, dass Zirkusse in Österreich keine Wildtiere halten dürfen.
In der Kastenstandfrage indes bietet die Volksanwaltschaft den Tierrechtsaktivisten Schützenhilfe. In einer "Missstandsfeststellung und Empfehlung" vom September 2010 kommen alle drei Anwälte zu dem Schluss, dass die Käfighaltung von Zuchtsäuen dem Tierschutzgesetz widerspricht. Derzeit, so Heidi Bacher aus dem Büro des Volksanwalts Peter Kostelka, würden Gesundheits- und Landwirtschaftsministerium über eine neue Verordnung verhandeln.
Doch während Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) einer Kastenstand-Einschränkung positiv gegenübersteht will man im Büro des Landwirtschaftsministers Nikolaus Berlakovich (ÖVP) "nichts gegen den Willen der Schweinezüchter tun". Der Konflikt verlagert sich zusehends aus dem Aktivistenmilieu hin in die hohe Politik: Am Dienstag kritisierten SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim und SPÖ-Tierschutzsprecher Dietmar Keck die neueste Kampagne der niederösterreichischen Schweinebauern, die sich darin für den Kastenstand einsetzen. (Irene Brickner/DER STANDARD-Printausgabe, 18.5.2011)
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Lasst die Säue doch wieder die eigenen Ferkel erdrücken, wie Mutter Natur das vorgesehen hat! Das ist Bio! Die Spanferkerl muss man dann nicht mehr am Spieß drehen, sondern kann sie beuquem in einer Alutasse auf Schiene 2 in den Backofen schieben.
Oder noch natürlicher: Säue gar nicht erst mästen, sondern statt einer fetten Sau besser 5 abgemagerte schlachten. Das freut jedes Tierschützerherz.
die schweine in der schweiz sehen weder unterernaehrt aus noch sterben die ferkeln dort in so grossen massen.
_http://www.schweizerbauer.ch/htmls/page_18.html
aber nicht nur das, die ueberlegen sich wie sie die produktion zuruecknehmen koennen da sie ueberproduzieren, und das auch noch ganz ohne dioxinskandale. wie passt das in ihre logik? oder war das doch nicht so durchdacht? sie werden es nicht glauben aber man kann gute sachen auch abschauen, und nicht an schlechten festhalten, weil sie sich ja nicht bewaehrt haben.
wenn sie gelesen haetten geht es dem tierschuetzer gar nicht darum tiermast zu verbieten oder fleischessen zu verbieten. aber da unterscheiden wir uns auch. ich ziehe es vor das mein fleisch nach was schmeckt und ich nicht eine flasche ketchup brauche um es runterzubringen, das es hormonfrei ist und vorzugsweise weniger chemiklaien enthaelt als eine giftstoffdeponie. auch macht stress das schweinefleisch nicht unbedingt besser. aber wem sage ich das sie wollen fleisch reinstopfen, sinnlos und geschmacklos. und wundern sich dann. sie werden nie verstehen warum menschen einen pata negra kaufen statt serano vom hofer oder kobe rind statt burger vom McDonalds. und sie werde auch nie einen untrschied feststellen. das alleine ist traurig.
Es geht hier um die Entstehungsgeschichte des Fleisches, das nach Ihren Aussagen in großen Quantitäten auf Ihrem Teller landet. Haben Sie zu diesem eigentlichen Thema vielleicht auch etwas zu sagen?
Sie führen eine ganz andere Diskussion.
Ich bin so frech und antworte: vermutlich denkt Mark Syl, dass täglicher übermässiger Fleischkonsum ein natürlicher Fakt ist, da der Mensch ja ein Fleischfresser ist.
Dass er sich damit gewaltig irrt, weiss er vermutlich nicht, ebensowenig dass wir im "natürlichen" Essverhalten den Schweinen sehr sehr ähnlich wären.
Naja,
Andere Tiere, die wie wir Allesfresser sind, fressen aber nicht annähernd jeden Tag Fleisch, sondern viel, viel seltener. Jemand der jeden Tag Fleisch isst, ernährt sich eher wie ein Raubtier und tut seinen Körper nichts gutes.
Tiere töten bisweilen auch den eigenen Nachwuchs, haben wir jetzt auch das Recht, unsere Kinder umzubringen?
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