Russischer Staatskonzern Rosneft gibt Pläne mit BP auf - Nun Suche nach anderem westlichen Partner
London/Moskau - Der britische Ölkonzern BP ist bei seinen monatelangen
Bemühungen um eine Partnerschaft mit den russischen Ölkonzern Rosneft vorläufig
gescheitert. Die für einen Aktientausch in Milliardenhöhe vorgesehene Frist war
gestern Nacht ausgelaufen. Dennoch will BP die Gespräche mit den Russen
fortsetzen, teilte der britische Konzern in einer Aussendung am Mittwoch mit.
Zuvor am Dienstag berichtete eine Nachrichtenagentur unter Berufung auf
involvierte Kreise, dass der Aktientausch gescheitert sei.
BP will weiterhin sein russisch-britisches Joint Venture TNK-BP bzw. das an
dem JV zu 50 Prozent beteiligten Oligarchenkonsortium AAR von der Zweckmäßigkeit
des Aktientauschs überzeugen, berichtete die russische Nachrichtenagentur RIA
Novosti am Mittwoch. AAR fühlt sich bei dem Deal übergangen, weil laut der
Satzung von TNK-BP das Gemeinschaftsunternehmen an allen russischen Aktivitäten
der Briten beteiligt werden müsste.
Ende Jänner 2011 hatten Rosneft und BP laut RIA Novosti eine "strategische
Kooperation" auf dem arktischen Festlandsockel und einen Aktientausch im Wert
von rund 8 Mrd. Dollar (5,66 Mrd. Euro) vereinbart. Demzufolge sollte Rosneft
künftig 5 Prozent der Anteile an BP halten. Im Gegenzug hätte BP 9,5 Prozent der
Rosneft-Aktien bekommen. Ein Stockholmer Schiedsgericht hatte am 6. Mai
entschieden, dass der geplante Deal unter Auflagen durchgeführt werden dürfe.
Eine Auflage war, dass TNK-BP an den Plänen von BP und Rosneft zur Öl- und
Gasförderung in der Arktis beteiligen werden sollte.
Das Konsortium AAR hatte im Zuge der Verhandlungen auch den Verkauf seines
Hälfte-Anteils an TNK-BP ausgeschlagen. Nach Angaben von BP-Chef Robert Dudley
hatte AAR ein Angebot in Höhe von 29 Mrd. US-Dollar (20,3 Mrd. Euro)
abgelehnt. (APA)