Weitere Gespräche

BP-Partnerschaft mit Rosneft gescheitert

17. Mai 2011, 18:58

Russischer Staatskonzern Rosneft gibt Pläne mit BP auf - Nun Suche nach anderem westlichen Partner

London/Moskau - Der britische Ölkonzern BP ist bei seinen monatelangen Bemühungen um eine Partnerschaft mit den russischen Ölkonzern Rosneft vorläufig gescheitert. Die für einen Aktientausch in Milliardenhöhe vorgesehene Frist war gestern Nacht ausgelaufen. Dennoch will BP die Gespräche mit den Russen fortsetzen, teilte der britische Konzern in einer Aussendung am Mittwoch mit. Zuvor am Dienstag berichtete eine Nachrichtenagentur unter Berufung auf involvierte Kreise, dass der Aktientausch gescheitert sei.

BP will weiterhin sein russisch-britisches Joint Venture TNK-BP bzw. das an dem JV zu 50 Prozent beteiligten Oligarchenkonsortium AAR von der Zweckmäßigkeit des Aktientauschs überzeugen, berichtete die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti am Mittwoch. AAR fühlt sich bei dem Deal übergangen, weil laut der Satzung von TNK-BP das Gemeinschaftsunternehmen an allen russischen Aktivitäten der Briten beteiligt werden müsste.

Ende Jänner 2011 hatten Rosneft und BP laut RIA Novosti eine "strategische Kooperation" auf dem arktischen Festlandsockel und einen Aktientausch im Wert von rund 8 Mrd. Dollar (5,66 Mrd. Euro) vereinbart. Demzufolge sollte Rosneft künftig 5 Prozent der Anteile an BP halten. Im Gegenzug hätte BP 9,5 Prozent der Rosneft-Aktien bekommen. Ein Stockholmer Schiedsgericht hatte am 6. Mai entschieden, dass der geplante Deal unter Auflagen durchgeführt werden dürfe. Eine Auflage war, dass TNK-BP an den Plänen von BP und Rosneft zur Öl- und Gasförderung in der Arktis beteiligen werden sollte.

Das Konsortium AAR hatte im Zuge der Verhandlungen auch den Verkauf seines Hälfte-Anteils an TNK-BP ausgeschlagen. Nach Angaben von BP-Chef Robert Dudley hatte AAR ein Angebot in Höhe von 29 Mrd. US-Dollar (20,3 Mrd. Euro) abgelehnt. (APA)

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