Konrads indirekte Kritik an der Politik

17. Mai 2011, 16:08
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Raika-Boss erklärt in Rede als Antwort auf negatives Image der Banken, dass hohe Gewinne durch höhere Eigenkapitalvorschriften notwendig seien

Nicht nur Erste Group-Chef Andreas Treichl, sondern auch Raiffeisen-Generalanwalt Christian Konrad hat sich kritisch gegenüber der Politik geäußert, wenn auch nicht so direkt und mit weniger scharfen Worten. In der Mai-Ausgabe der "Raiffeisen Zeitung" wird Konrads Rede anlässlich der Jahrestagung der Raiffeisen-Holding wieder gegeben. Konrad sprach dabei über die Erholung der Wirtschaft, die von seiner Bank "optimistisch schon 2009 vorausgesehen" worden sei, "aber es haben auch unsere eigenen unternehmerischen Maßnahmen gewirkt".

Rundum werde viel von und über Banken geredet, "zumeist negativ, abwertend, jedenfalls fast immer pauschalierend", wird Konrad zitiert. Hohe Gewinne lösten Neid aus, auch Steuerneid, räumte der Raika-Boss ein. Aber höhere Eigenkapitalvorschriften (Anm.: Konrad spricht damit wie Treichl "Basel III" an) und notwendige Risikovorsorgen könnten nur so erfüllt werden. "Oder will man am Ballhausplatz, dass auch wir - wie Bank Austria und Bawag - ans Ausland berichten und von dort gesteuert werden?" stellte Konrad die Frage in den Raum. "Wir jedenfalls nicht", so Konrad. Daher habe man im RZB-Konzern umstrukturiert und die strategische Beteiligungspolitik der Raiffeisen-Holding weitergeführt, um damit im Finanzbereich und in wichtigen Unternehmenszweigen "Hausherr in unserem und für unser Land" zu bleiben, "um schlussendlich Nutzen für diese - unsere - Gesellschaft zu stiften". (red, derStandard.at, 17.5.2011)

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