Schweinebauern-Kampagne empört SPÖ

17. Mai 2011, 15:14
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Im Moment können Zuchtsauen in Österreich bis zu einem Jahr in Kastenständen mit geringer Bewe­gungsfreiheit gehalten werden

Die SPÖ zeigt sich empört über die neueste Kampagne der niederösterreichischen Schweinebauern. Mit dem Slogan "Das beste Schnitzel kommt aus Österreich" protestieren die Schweinezüchter gegen die von Gesundheits- und Tierschutzminister Alois Stöger (SPÖ) geplante Einschränkung der Kastenhaltung von Sauen.

"Die Kastenhaltung ist eine inakzeptable Beeinträchtigung von Lebewesen. Niederösterreichs Bauern werben für Schnitzel aus dem Fleisch gequälter Tiere. Dass laut ihrer Auffassung nur gequältes Fleisch gutes Fleisch sein soll, bedarf keiner weiteren Erörterung und ist an Grausamkeit kaum zu überbieten", so Jarolim in einer Aussendung. Und auch Keck betont: "Bei der Kastenhaltung werden Sauen bis zu 365 Tage im Jahr auf engstem Raum eingepfercht, eingequetscht zwischen Metallstäben können sie sich kaum bewegen. Niederösterreichs Bauern sollten sich schämen für die Beibehaltung dieser Grausamkeit zu werben."

Die Bauern argumentieren, mit dem Verbot würden der Ferkeltod forciert und Schweinezüchter in den Ruin getrieben.

Vergleich mit Hühner-Käfighaltung

Die SPÖ erinnert an den Widerstand der Bauern gegen das Ende der Käfighaltung von Hühnern. Entgegen den Unkenrufen würden nun mehr Eier produziert als je zuvor. Jarolim und Keck sehen Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) gefordert, hier einzuschreiten. Es könne nicht sein, "dass mit dem Leid von Tieren als 'Qualitätsmerkmal' Werbung und Wirtschaft gemacht werde kann".

Unterstützung bekamen die Schweinebauern bisher von Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP), während sich Gesundheitsminister Stöger unbeirrt zeigt, den Sauen mehr Platz zu geben. Die Landwirte wiederum meinen, dass durch mehr Bewegungsfreiheit auch mehr Ferkel erdrückt und größere Ställe benötigt würden, was auf lange Sicht zu weniger Bauern und mehr Importen führen würde.

Stimmt nicht, sagt der Verein gegen Tierfabriken (VgT) mit Verweis auf das Beispiel Schweden. Dort seien Kastenstände und Abferkelgitter seit 1988 verboten, trotzdem sei die Selbstversorgung zu 100 Prozent gesichert. (red/APA)

  • Der VgT zeigt hier einen "echten" Ferkelschutzkorb, "der um das Ferkelnest angelegt ist". Im Gegensatz dazu seien die in Österreich üblichen Abferkelgitter "ein körpergroßes Eisengitter um das Muttertier".
    foto: vgt

    Der VgT zeigt hier einen "echten" Ferkelschutzkorb, "der um das Ferkelnest angelegt ist". Im Gegensatz dazu seien die in Österreich üblichen Abferkelgitter "ein körpergroßes Eisengitter um das Muttertier".

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