El último verano de la Boyita: "I like you as you are"

31. Mai 2011, 10:36
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Intersexualität in der argentinischen Pampa zwischen Machismo und Rollenzuweisungen - "El último verano de la Boyita" als Coming-of-Age-Film der anderen Art

Erwachsenwerden als Prozess, der viele Fragen aufwirft, ist das Grundthema von "El último verano de la Boyita" ("The last summer of Boyita"). Der Film wird aus der Perspektive von Jorgelina, einem 12-jährigen Mädchen, erzählt, die mit ihrem Vater den Sommer auf deren Pferde-Bauernhof in der argentinischen Pampa verbringt.

Jorgelina trifft am Bauernhof auf Mario, ebenfalls einem pubertierenden Jugendlichen. Nachdem Jorgelina schon mit ihrer pubertierenden Schwester konfrontiert war, erkennt sie Veränderungen auch bei Mario. Sie bemerkt aber auch, dass Marios Veränderung nicht den Anatomiebüchern ihres Vaters gleichen. Was ein Mann und was eine Frau ist, hinterfragt die Jugendliche ebenso in Gesprächen mit ihrem Vater - kritisch nachdenkliche Blicke sind ihr zu entnehmen, als auf dem Bauernhof klassische Rollenzuweisungen und Machismo auftauchen. Die Intersexualität von Mario stößt in diesem traditionellen Umfeld auf wenig Verständnis und auf Gewalt.

"El último verano de la Boyita" besticht nicht nur durch beeindruckende Aufnahmen Argentiniens, sondern vor allem durch die schauspielerische Leistung von Jorgeline, gespielt von Guadalupe Alonso. Sie erweist sich als unglaublich sensible und feinfühlige Person, die das Geschehen oft still und beobachtend verfolgt, und für Mario zu einer wichtigen und einzigen Bezugsperson wird. (eks, dieStandard.at, 31.5.2011)

"El último verano de la Boyita" ("The last summer of Boyita"), 12.6.2011, 22:00 Uhr, Filmcasino Margaretenstraße 78, 1050 Wien

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Identities

  • Mario und Jorgeline.
    foto: identities 2011

    Mario und Jorgeline.

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