Verfügung

UPC muss Film-Plattform Kino.to sperren

Birgit Riegler, 17. Mai 2011, 10:12
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    foto: standard/hendrich

    UPC-Chef Thomas Hintze

Verein für Antipiraterie erwirkte einstweilige Verfügung - ISPA: "Jubelmeldungen verfrüht, Sperre völlig unangebracht"

Der Verein für Antipiraterie hat vor dem Handelsgericht Wien eine Einstweilige Verfügung gegen den Provider UPC erwirkt. Das Unternehmen muss demnach die Video-Streaming-Plattform Kino.to für seine Kunden sperren. Auf der Seite werden unter anderem Filme wie Film "Das weiße Band" von Michael Haneke rechtswidrig angeboten. Der Dachverband der Provider ISPA rechnet allerdings damit, dass die Entscheidung in weiterer Instanz revidiert wird.

Stellvertretend für mehrere Provider

Der VAP hatte die Klage gegen UPC Ende 2010 eingereicht, da der Betreiber der Seite nicht festgestellt werden könnte. "Der VAP hat daher UPC - stellvertretend für viele Internet Access Provider - aufgefordert, ihren Kunden den Zugang zu diesen Filmen zu sperren. Der VAP stützte sich auf die im Urheberrechtsgesetz und im EU-Recht ausdrücklich genannte Unterlassungspflicht von Internet Providern (Vermittlern), die eintritt, sobald der Provider von einer konkreten Rechtsverletzung Kenntnis erlangt", heißt es in einer Aussendung des VAP.

Erst nach Kaution durch Kläger rechtskräftig

Demnach muss der Anbieter die Domain kino.to samt IP-Adressen, unter denen die Plattform erreicht werden kann, für seine Kunden unzugänglich machen. "Damit die Entscheidung wirksam werden kann, müssen die Filmunternehmen aber noch eine Sicherheitsleistung bei Gericht hinterlegen", so der VAP. Konkret bedeutet das, dass die Kläger Constantin Film Deutschland, Satel Film und die Filmproduktionsgesellschaft Wega bei Gericht eine Kaution hinterlassen müssen. Diese Kaution dient für UPC als Sicherheit, sollte der Oberste Gerichtshof die Einstweilige Verfügung zu einem späteren Zeitpunkt für unrechtmäßig erklären. Nikolaus Kraft vom Anwaltsbüro Manak und Partner, das den VAP vertritt, meinte gegenüber dem WebStandard, dass diese Sicherheitsleistung wohl in Kürze von den Klägern hinterlegt werde.

"Provider können sich Verantwortung nicht entziehen"

Werner Müller, Geschäftsführer des VAP meinte dazu: "Internet Provider können sich ihrer Verantwortung für die Inhalte nicht entziehen. Erhalten sie Informationen, dass ihre Dienste für konkrete Urheberrechtsverletzungen missbraucht werden, dann müssen sie auch Gegenmaßnahmen ergreifen."

"Jubelmeldung" verfrüht

ISPA Generalsekretär Andreas Wildberger hält die "Jubelmeldung" des VAP für verfrüht. "Das letzte Wort ist garantiert noch nicht gesprochen", so Wildberger in einer Aussendung. "Die geforderten Sicherungsleistungen zeigen, dass durchaus damit gerechnet wird, dass diese Entscheidung im weiteren Instanzenzug revidiert werden wird", so der ISPA Generalsekretär. Für die ISPA sei es "völlig unangebracht", Provider "zur Kontrolle der transportierten Inhalte" zu verpflichten. So könne man die ASFINAG auch nicht dazu zwingen AutobahnbenutzerInnen zu kontrolleren, ob sie schwarz kopierte DVDs im Kofferraum mit sich führen. "Die Energie, die die Verwertungsindustrie in die Durchsetzung von nicht internetfiten Rechten steckt, sollte sie lieber dafür verwenden, internettaugliche Urheberrechtsmodelle zu erarbeiten. Damit wären innovative Content-Geschäftsmodelle möglich und die ständige Kriminalisierung von Millionen NutzerInnen hätte ein Ende", fordert der ISPA-Generalsekretär.

Update: Stellungnahme von UPC

In einer Stellungnahme sagte UPC-Sprecher Siegfried Grobmann: "Wir werden diese Entscheidung genau analysieren. Grundsätzlich sind wir aber der Meinung, dass es für einen Internet Service Provider wie UPC nicht richtig ist, irgendeine Art von Kontrolle darüber auszuüben, welche Internet-Inhalte unseren Kunden zugänglich gemacht werden. Weiters sind wir der Meinung, dass dies ausschließlich eine Frage der Gerichte und des Gesetzgebers ist. Wir freuen uns darauf, den Sachverhalt vollständig vor einem Gericht zu klären." Man werde die Entscheidung des Gerichtes aber respektieren und nach Hinterlegung der Sicherheitsleistung seitens der Kläger die Domain kino.to sperren. (Birgit Riegler/derStandard.at, 17. Mai 2011)

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mr_unknown
00
moviestream.to

wurde nun offenbar auch gesperrt.

BildungsKarenz
00
28.5.2011, 14:21
"Verein für Antipiraterie"

was ein "verein" mit schwarzgeld alles anstellen kann....

BildungsKarenz
00
28.5.2011, 14:38
18.05: G8-Gipfel: Frankreich will Netzsperren forcieren

wenn einer schreit, simma sofort dabei!

http://derstandard.at/130455221... -forcieren

kaiserchan.net
00
27.5.2011, 23:06
Ah sieh an.

Österreich ist wohl mit auf den Zug gesprungen.
Die breite Masse frissts weil sie ja alles NUR für den 0815 User machen, um sicherzustellen, dass auch niemand seine Urlaubsbildchen klaut, die er ohne bedenken auf Gfriesbuch hochlädt. jaja, alles im Sinne der Allgemeinheit.

Vorratsdatenspeicherung, Zensur von INFORMATIONEN (Denn mehr als eine Ansammlung von Verlinkungen ist kino.to nicht.) - Hallo 1984.

werwolfi
03
24.5.2011, 15:03

bedenken die lustigen von der VAP, dass sie damit jemanden wie mich, der sich die filme, die er wirklich haben will, bisher immer auf DVD kaufte und nur unwichtigere sachen oder einzelne verpasste serienfolgen oder hierzulande gar nicht erhältliche serien (!) auf kino.to u.ä. anschaute, durch solche aktionen *massivst* angepisst ist und sich überlegt, in hinkunft - wurscht wie - alles online zu besorgen, grade absichtlich, damit sich diese idi0ten ihren "sieg" aufzeichnen können?

http://de.wikipedia.org/wiki/Pyrrhussieg

Steinigungsmeister
00
24.5.2011, 12:59
http://goo.gl/7qRMC

und alles wird wieder gut...

ChesneyB
00
27.5.2011, 17:41

Wie wär's mit moviestream.to?

amendo
02
23.5.2011, 15:04

kino.to hat schon darauf "reagiert" und alternative Seiten gepostet.
mission accomplished liebe VAP! Ihr seids Visionäre ...

ChesneyB
00
27.5.2011, 17:42

Man darf halt von einem VAPler nicht allzuviel erwarten...

TheSpear
06
23.5.2011, 07:46

Ja Verständlich!
Die 11€, die ich letztens im Kino liegen hab lassen waren vermutlich noch zu viel zu wenig.
Wenn dann solche Portale wie kino.to nicht mehr vorhanden sind, kann man endlich die angemessenen 50€/Vorstellung verlangen.
Weiters muss jeder Kinobesucher durch einen Nacktscanner laufen damit man sicher ist dass der Besucher keine Kamera zum abfilmen dieser Meisterwerke bei sich trägt.
Naja die arme Film/Musik-Industrie muss ja auch von was leben.

PS: für alle die es nicht gemerkt haben </ironie:off>

Pelk
00
23.5.2011, 02:59
Menschenrechte Artikel 19

Stephan T.
 
08
23.5.2011, 02:51

Und mit jeder Meldung über Copyright und Co. füllt sich einem das Herz mit Stolz und Zuneigung zu Piraten und Piratessen.

LuciferInTheSky0203
04
22.5.2011, 22:06

Danke lieber Verein für Antipiraterie, ich kannte kino.to vorher gar nicht. Geile Seite!

silverfinger
02
22.5.2011, 20:12

lasst doch einfach mal die normalen leut in ruh und kümmert euch um die richtigen Probleme

zB dass jeder zweite Film einfach schei** ist und keiner mehr dafür bezahlen will (vor allem nicht über 8 EUR - ihr contenttypen habt echt einen sprung)

Fritz Meyer
03
22.5.2011, 08:27
Und die Post muss bald Postkasten sperren...

weil auch Drohbriefe und Bomben verschickt werden können?

Nur ein Pyrrhussieg für euch, liebe Content-Mafia, nicht mehr.

Lugh Nasad
00
23.5.2011, 09:55

die post wird sowieso noch urheberrechtsklage gegen das internet generell erheben:

sind es doch die emails die der post kopfzerbrechen bescheren, weil einfach weniger briefe als snailmail versendet werden als früher.

und sie werden eine klage gegen den erfinder von faxgeräten und handys und sogar gegen handyprovider "erfinden". denn auch faxe verringerten die briefanzahl und sms-dienste sowieso

also ich kapier das mit der musik- und filmindustrie nicht wirklich! ich selbst habe bei einer band mitgewirkt und das geld macht man heute sowieso mit konzerten und nicht mit cd's (werbung für bands: wer nicht online werbung macht, hat verloren ist das heutige stichwort für neue bands).

und solange der originalinhalt nicht verändert wir

rabe nero
013
21.5.2011, 22:31
danke vap!

liebe vap,
hiermit verpflichte ich mich, kein produkt von euren mitgliedern, unterstützern oder auch anderartig beteiligten zensoren zu kaufen, im kino zu konsumieren oder anderweitig auch nur einen cent dafür auszugeben.

ich verstehe grundsätzlich die problematik von "raubkopien" (immer diese falschen begriffe...), aber zensur einzuführen, ist ein unglaublicher tabubruch, der bestraft gehört.

und sie möge eines nicht vergessen: in letzter konsequenz werden sowieso sie die leidtragenden sein. so oder so. entweder weil die konsumenten die rechnung präsentieren oder weil am ende jeder zensur ein reichsministerium und eine reichsfilmkammer stehen werden.

Danke, liebe vap.

cyber ferkel
03
21.5.2011, 13:50

"Provider können sich Verantwortung nicht entziehen" Muß, z.B. die ÖBB dann auch die Bahnhöfe sperren, weil hie und da ein kriminelles Element von Wien nach Salzburg oder Linz fährt?

utt=c²uxx+f
10
23.5.2011, 10:39

wenn der bahnhof gratis-fahrscheine verteilt - schon

ChesneyB
01
27.5.2011, 17:43

Ich wußte nicht, daß es von UPC Gratisinternet gibt. Wo bitte? Das hätte ich auch gerne!

Rot Grün
09
21.5.2011, 12:59
Lügenbande hoch zwei

Haben sie uns nicht erzählt, daß nur Terroristen- und Kinderpornoseiten durch Internetsperren lahmgelegt werden? Wir werden immer schneller zum China der Rechteverwerter. Bin neugierig wann wir in den Stadien die ersten Genickschußpatienten wegen Downloads haben.

Semper Fi
00
20.5.2011, 23:15

Hmm, ich bin bei der Telekom und sowohl kino.to als auch moviestream.to zeigen bei mir komplett leere Seiten an... Scripts sind zugelassen. Haben das andere auch?

czech
03
21.5.2011, 02:24

"Willkommen auf der alternative zu Kino.to >>>> MovieStream.to
Du wurdest vermutlich von Kino.to umgeleitet und bist mit einem Österreichischen Provider unterwegs.
Da dieses Jahr in Österreich Zensur groß geschrieben wird, kann es sein, dass bei dir im Laufe des Jahres mehrere Domains nicht mehr funktionieren.
Du solltest Dir dann vielleicht mal überlegen ob du einen Proxy oder VPN Service nutzen solltest. http://www.proxy-listen.de/Proxy/Pro... liste.html
Wenn Du uns mal gar nicht mehr erreichen kannst, schau bitte in dieses Forum www.cinecommunity.to
Dein Moviestream.to Team"

Unbekannter
00
20.5.2011, 19:39
Seite weiterhin erreichbar

Amüsant, dass die Seite weiterhin erreichbar ist ;) (ohne proxy oder anderen hilfsmitteln)

denkender Mensch
015
19.5.2011, 22:51

Aktuelle News auf kino.to: "Österreich 2011

Da sich in Österreich die Gerichte zu einer Zensierung im Internet entschlossen haben, stellen wir Euch hier eine neue Domain vor.
Es besteht die Möglichkeit, dass User mit einem Provider aus Österreich die Seite nicht mehr aufrufen können. Für die betroffenen User haben wir eine Alternative zu kino.to ----> www.moviestream.to
Im Forum www.cinecommunity.to werdet Ihr immer die aktuellen Domains von uns finden.
Zugleich möchten wir noch ein mal darauf hinweisen, dass wir keine Streamseite sondern nur ein Linkpage sind. Kino.to hostet nicht einen Stream selber und kann somit auch nicht als Streamseite betitelt werden.

Euer Kino.to Team"

Sehr sinnvolle Sperre also ^^

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