Verkehr

Schwarzer Zickzackkurs ins Wiener Umland

Andrea Heigl, Martina Stemmer, 16. Mai 2011, 20:57
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    foto: newald/standard, montage: beigelbeck

    Stift Klosterneuburg, bitte alle aussteigen: Für die VP ist die grenzüberschreitende U-Bahn zumindest langfristig eine Perspektive, für die Grünen bloß teure Utopie.

Die Grünen steigen beim von der VP geforderten Ausbau der U-Bahn über die Wiener Stadtgrenzen auf die Bremse: zu teuer, zu aufwändig. Bei engeren S-Bahn-Intervallen gibt es Konsens, Niederösterreich müsste aber mitzahlen

Wien - Dass Niederösterreich in der Verkehrspolitik mit Wien zusammenarbeiten will, begrüßt die grüne Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou grundsätzlich - bezweifelt allerdings, dass die vom neuen niederösterreichischen Verkehrslandesrat Karl Wilfing (VP) vorgeschlagene Verlängerung der U-Bahn über die Stadtgrenzen notwendig ist. "Das ist ein äußerst langwieriges Projekt, das mit monströsen Investitionen verbunden wäre", sagt sie. Um die Pendlerproblematik in den Griff zu bekommen, brauche man eine schnelle Lösung. Vassilakou setzt deshalb auf die Intervallverdichtung der S-Bahn. Laut grünem Plan sollen S-Bahn-Benützer nicht länger als 15 Minuten auf den nächsten Zug warten. Dafür müssten Wien und Niederösterreich allerdings den ÖBB Geld zuschießen - was Niederösterreich bisher verweigert hat. Und obwohl Wilfing ebenfalls eine Taktverdichtung will, gibt es noch keine entsprechenden Verhandlungen mit der Bahn.

In einem "freundschaftlichen Gespräch" mit Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (VP) habe dieser nun aber Gesprächsbereitschaft signalisiert, sagt Vassilakou, die "die nächsten Jahre" für entscheidend hält. Die Grünen-Chefin hatte im Wahlkampf stets für Express-Straßenbahnen ins Umland plädiert. Diese würden nur ein Zehntel der U-Bahn kosten und seien wesentlich schneller fertig.

Auch die niederösterreichischen Grünen sind skeptisch und halten der VP die Schließung einiger Nebenbahnen vor, die unter Wilfings Vorgänger Johann Heuras durchgesetzt worden war. Regionalbahnen als Zubringer zu Wien zu streichen, "war ein Kardinalfehler", meint Verkehrssprecherin Amrita Enziger, nun über einen U-Bahnbau nachzudenken, "ist irrwitzig. Zuerst Bahnen zusperren, Gleise rausreißen, dann U-Bahnen neu bauen? Wessen Logik entspringt das?"

Gänzlich überzeugt scheint auch die niederösterreichische VP noch nicht von dieser Idee zu sein. Denn während sich Wilfing im Standard-Interview für eine Verlängerung nach Purkersdorf, Klosterneuburg, Gänserndorf und Mödling aussprach (mit dem Ziel 2030), verkündete er in der Niederösterreich-Ausgabe der Gratiszeitung Heute Anfang Mai: "Die U-Bahn-Verlängerung wird es nicht sein."

Die Wiener VP fordert hingegen schon länger ein grenzüberschreitendes U-Bahn-Netz. Deren nicht amtsführender Stadtrat Wolfgang Gerstl findet, man solle die Bewohner der Wiener Umlandgemeinden "nicht schlechter behandeln als jene in Aspern oder Liesing". Zur Finanzierung kann er sich einen regionalen Finanzausgleich vorstellen, bei dem die Gelder nicht mehr streng nach Ländergrenzen vergeben werden. Einen Vertrag zur U-Bahn-Finanzierung mit dem Finanzministerium gibt es derzeit nur für Wien.

Stift Klosterneuburg, bitte alle aussteigen: Für die VP ist die grenzüberschreitende U-Bahn zumindest langfristig eine Perspektive, für die Grünen bloß teure Utopie. (Andrea Heigl, Martina Stemmer, STANDARD-Printausgabe, 17.5.2011)

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Posting 1 bis 25 von 234
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Vorsicht beim Tippen,
00
18.7.2011, 15:03
Eigentlich ganz einfach.

http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9F-Wien

Wieder einführen auch wenn sich DDr Glatze aufregt.

Ist natürlich Tabu da von den Nazis eingeführt.

Christian Schlagitweit1
05
18.5.2011, 11:55
U-Bahn nach Purkersdorf?

Nicht alles, was nach Schnaps riecht, ist auch gleich eine Idee.
Die Wientalgemeinden haben im Aktionskomitee "Unsere Busse - unsere Bahn" eine Plattform, in deren Rahmen die Öffi-Anliegen der Menschen und Gemeinden in der Region entwickelt, formuliert und gegenüber ÖBB und VOR vertreten werden.
Auch verfügen wir über eine taugliche Infrastruktur, ab Dez. 2012 über eine viergleisige Westbahn. Es brauchen auf diesen Gleisen nur mehr die Züge in dichten Intervallen fahren. Doch es spießt sich beim Zahlen.
So tritt der Herr Landesrat die Flucht nach vorne an: Weil wir heute für den öff. Nahverkehr nichts zahlen wollen, versprechen wir lieber das Blaue vom Himmel in einer fernen Zukunft.
Ausreichende Mittel für die Öffi - jetzt!

Christian S

Grizzlybear
02
18.5.2011, 11:08
Warum

hat eigentlich der Homole noch nicht die Verlängerung der U3 parallel zur S45 nach Währing gefordert? Das wäre ungefähr genauso sinnvoll.

Extrabreit
00
18.5.2011, 10:41
Wiener Umland

mit Liesing und Aspern zu vergleichen, ist aber schon ein wenig weltfremd. Beides liegt IN Wien und net ausserhalb.

Tompkins, Mr. Tompkins
 
00
23.5.2011, 16:46
Das ...

... war jetzt ironisch gemeint, oder?

BM2
 
02
18.5.2011, 00:22
bessere s-bahn-route

ein guter vorschlag waere: ofters s-bahn intervalle von tulln nach wien und geänderte routenführung. nach nussdorf entlang des handelskai bis flughafen wien und später bis bratislava. die gleise sind grossteils vorhanden bis auf das stueck von wolfsthal nach bratislava. handeslaki ist ausserdem ein leistungsfaehiger knoten mit der s-bahn stammstrecke

Querulant1951
10
17.5.2011, 22:08
da sieht man wieder wie daneben die ÖVP ist

Whitey Whiteman
12
17.5.2011, 19:47
bin schon gespannt auf die nächsten wahlen.

wetten die övp wird behaupten die spö hat die ubahn ins umland verhindert obwohls in wirklichkeit die parteieigenen beton schädel waren?
politik made in austria: bananen! bananen! frische bananen!

Whitey Whiteman
00
17.5.2011, 19:36
zerschlagt die ÖBB, verkauft Sie an die RAIKA und Kim Jong-Pröll wird Geld regnen lassen. Ganz einfach.

John Denver
01
17.5.2011, 17:36
Denkt doch an die Fahrzeit

Mit der U-Bahn von NÖ nach Wien, das würde ja ewig dauern. Okay, die U6 das Stückerl zur SCS wäre bestimmt sinnvoll, alleine schon für die Pendler, und um den lästigen SCS-Riesenkreisverkehr und die Parkplatzsuche zu vermeiden.

Aber sonst, denkt mal wieviel langsamer eine U-Bahn im Vergleich zur S-Bahn ist. Von Mödling zB ist die S-Bahn ruck-zuck in Wien-Mitte. Noch dazu komfortabler als mit der U-Bahn. Bissi bessere Intervalle und passt schon.

Joschi Kleingeist
00
20.5.2011, 10:48
genau deswegen

macht die Verlängerung der U6 nach Mödling Sinn: Die S-Bahn ist unerträglich langsam, der Regionalzug ständig verspätet und morgens hoffnungslos überfüllt. Wegzeiten von einer Stunde von Mödling zum Arbeitsplatz nach Wien (Tür zu Tür) sind keine Alternative zum KFZ.
Die U6 würde hier effektive Abhilfe bei guter Auslastung schaffen.

John Denver
00
21.5.2011, 14:36
Sie wissen schon, daß eine U-Bahn öfter stehenbleibt und daher langsamer ist als die S-Bahn?

Joschi Kleingeist
01
@J.Denver

langsamer als die S-Bahn im Süden Wiens geht´s nicht. Die Intervallverkürzung war kontraproduktiv, da die S-Bahn z.B. in Liesing gerne mal 5 Minuten auf den (oft verspäteten) Regionalzug wartet.

Flugmanagment
00
24.5.2011, 18:35
Wieviel öfters würde eine U4 bei einer Verlängerung

nach Auhof/Purkersdorf stehenbleiben 1mal: Pendler bei Raststation Auhof abfahren lassen, Riesenparkhaus und schon ist das Pendlerproblem vom Westen gelöst.

nach Klosterneuburg bestenfalls 2 Stationen und vom Norden her die Pendler abgefangen

Proconsul
00
24.6.2011, 07:15

Diese Pendler könnten jetzt schon jederzeit in die S80 einsteigen und bis zum Westbahnhof/U3 direkt fahren. Machen ja auch schon viele, warum dann noch parallel eine U-Bahn für zig Millionen hinbauen? Wer zahlt die Parkhäuser und bewirtschaftet sie??

Flugmanagment
11
24.6.2011, 10:34

1)nun mit Auhof würde aber auch der westliche Teil vom 14. erschlossen werden, Einkaufscenter, Produktionsstätten, usw...
2)Wer wünscht der soll auch zahlen, ich als Wiener wünsche mir die Pendler an der Stadtgrenze aufzuhalten, daher diese Parkgaragen öffentlich errichten und betreiben.
3)wie man sieht garantiert die Bezahlung des Parkpickerl gar nichts, Ausnahme volle Gemeindekassen, auch Anrainerparkplätze werden ncihts garantieren
4) bitte ich Sie auf dem Westbahnhof auf die S80 zu warten, aber nicht wundern, dass diese nie erscheinen wird. Wenn Sie schon so etwas posten, dann sollten Ihre Vorschläge konstruktiv sein.

Extrabreit
01
18.5.2011, 10:46
Es wundert nicht,

dass der Häupl eine U6-Verlängerung wehement ablehnt. Die Kaufkraft wird nach NÖ exportiert und Wien stellt dafür die Verkehrsmittel.

Hoellehoelle
02
18.7.2011, 15:05
Kantönligeist???

Der Kaufkraftabfluss ist ein Steinzeitargument......die Kommunalgrenzen dürfen keine Lebensbarrieren sein, sonst schaffen wir halt die Bundesländer ab! Diese Ärger mit den Hoheitsgebieten gibt es in vielen Bereichen: Schule, Kindergarten, Landesgesetze, Bauordnung.......teilweise unnötig und in der Erhaltung seht teuer....

mmxmmx
03
17.5.2011, 16:56

Danke, dass hier deutlich für alle das wahre Problem aufgezeigt wird: Die ÖVP NÖ, die sich bei der Finanzierung von vernünftigen S-Bahn-Intervallen quer legt - die vielen, zum Teil auch vom Land finanzierten Straßenausbauten kosten ja schließlich schon genug.

Bei der auch völlig inkompetenten "U4 nach Auhof"-Partei und der gelegentlich dazu bellenden FPÖ hilft nur "einfach ignorieren".

regdop
00
17.5.2011, 16:32
Anbindung

kürzere Intervalle auf der Franz-Josefs-Bahn und den S-Bahnen rund um Wien und bessere Anbindungen des lokalen öffentlichen Verkehrs in die Seitentäler. Das muss doch möglich sein in Niederösterreich. Ich frage mich nur, wann die Verantwortlichen endlich was dafür tun. Ein 1/2 Stunden-Takt bei Bahn und Bussen ist uninteressant. Auch gibt es zu wenig Parkmöglichkeiten - daher ist eine sinnvolle Vertaktung notwendig und damit wesentlich attraktiver - aber bitte nicht nur bis 17/18 Uhr. Wer kann denn schon regelmäßig "den Bleistift fallen lassen" um sich nach den Öffis zu richten ....

Johannes Kopp
 
00
17.5.2011, 16:24
Und wenn der Herr Stadtrat Gerstl

meint man solle die Bewohner der Umlandgemeinden nicht schlechter behandeln, als zb die Bewohner Asperns,ist ihm wohl nicht wirklich bewusst dass Aspern erst seit letztem Oktober überhaupt über eine U-Bahn verfügt und das auch nur weil auf dem Krautacker die "Seestadt" hingepflanzt wird,...

Ausserdem war es bislang die ÖVP und nämlich die in NÖ die sich immer an eine Anbindung durch die (roten) Wiener Linien gewehrt hat.

Johannes Kopp
 
04
17.5.2011, 16:20
Und wir rudern mal wieder im Kreis

Da wurden die Strassenbahnen die bis nach NÖ führten in den 70igern des vorigen Jahrhunderts allesamt aufgelassen (und das wären auch vor das heutige Wien nützliche Verbindungen gewesen) und jetzt plötzlich kommen wir drauf: Wir brauchen eine Anbindung ans Umland Wiens, und was machen wir?
Wir wählen die teuerste aller Möglichkeiten!

Wien ist anders und Niederösterreich scheinbar auch,...leider,....

Proconsul
00
24.6.2011, 07:16

Naja, WIR brauchen keine Anbindung an das Umland, das Umland braucht eine Anbindung an Wien...;)

go-east
01
17.5.2011, 16:19

bis die von ihren Villen, Häusern und Hütten zur U-Bahn Station kommen, dann fahren die gleich weiter....
Komisch eigentlich, das nur mehr die Grünen "normal" und rationell denken ??

Luppo Luppo
20
17.5.2011, 16:03
Die einzige.....

....sinnvolle und vertretbare aber auch absolut notwendige Verlängerung die U-Bahn braucht ist die der U3 von Simmering zum Flughafen Wien Schwechat !!!

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