Für mehr Akzeptanz

Designermasten für Salzburger "Stromautobahn"

16. Mai 2011, 18:27
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    foto: austria power grid

    Zwei schicke Konen aus Stahl statt der bekannten Gittermasten sollen in Zukunft die Stromleitungen in Salzburg tragen.

Am letzten Abschnitt des österreichischen 380-KV-Ringes quer durch Salzburg soll an sensiblen Stellen ein neu gestylter Masttyp eingesetzt werden

Die Projektbetreiber hoffen auf mehr Akzeptanz für die Stromleitung.

***

Salzburg - Rund 450 Strommasten sollen die geplante 380-KV-Leitung vom Umspannwerk im Flachgauer Elixhausen bis nach Kaprun tragen. Ab dem Fertigstellungsdatum 2019 soll damit der österreichische 380-KV-Ring geschlossen sein. Der vorletzte Abschnitt - vom oberösterreichischen St. Peter am Hart nach Elixhausen - mit einer Länge von 64 Kilometer ist im März ans Netz gegangen.

Für die Leitung quer durch Salzburg nach Kaprun planen die Projektbetreiber der Verbund-Tochtergesellschaft Austrian Power Grid (APG) den Einsatz eines völlig neuen Masttyps: Die Isolatoren sind dabei direkt an zwei konisch nach oben zulaufenden Stahlröhren befestigt; die weiten Ausleger der bekannten Gittermasten entfallen damit. Die Höhe der in den Niederlanden entwickelten Designermasten entspricht dem konventionellen Typus.

Die APG-Manager wollen die neuen Masten an besonders sensiblen Stellen - etwa bei Talquerungen oder in der Nähe von großen Siedlungen - einsetzen. Damit soll die Akzeptanz in der Bevölkerung für das wenig beliebte Leitungsprojekt gehoben werden.

Deutlich höhere Kosten

Dafür ist man bei APG auch bereit Geld in die Hand zu nehmen. Ein konventioneller Mast - ohne Fundament - kostet laut APG-Manager Gerhard Christiner zwischen 80.000 und 100.000 Euro. Der neu gestylte Designermast komme auf das Zwei- bis Dreifache, lautet die Schätzung von Christiner.

Nach dem aktuellen Planungsstand sind etwa ein Fünftel der Maststandorte bereits fixiert. Mit den Grundbesitzern wurden bereits die Ablösen vereinbart. In den dicht besiedelten Gebieten im Flach- und im Tennengau spießt es sich freilich gehörig. Die Raumordnungspolitik der vergangenen Jahre hat für Infrastrukturprojekte einfach keinen Platz gelassen. Und damit ist schon jetzt klar, dass die im Salzburger Landeselektrizitätsgesetz festgelegten Mindestabstände von 200 Metern zu Einzelhäusern und 400 Metern zu Siedlungen nicht immer eingehalten werden können.

Aktuell werden in den Problemgebieten noch mehrere Trassenvarianten geprüft. Besonders eng wird es im südlichen Tennengau. Hier haben die Leitungsplaner die Wahl, entweder dicht besiedeltes Gebiet im Bereich der Gemeinde Scheffau zu queren oder westlich der Salzach in ein Natura 2000-Schutzgebiet zu gehen.

Würde man die Leitung durch das Natura 2000-Gebiet legen, wäre für APG rechtliches Neuland zu betreten. Zwar habe man in der Steiermark bereits Leitungen über das Schutzgebiet bei der Lafnitz gelegt, erläutert Projektleiter Wolfgang Hafner, dort seien allerdings keine Masten im Schutzgebiet errichtet worden. An der Westseite der Salzach komme man jedoch ohne bauliche Eingriffe in das Schutzgebiet nicht aus. (Thomas Neuhold, DER STANDARD-Printausgabe, 17.5.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 104
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Hr.Lotus
00
30.5.2011, 22:42
Design find ich gut. Dezentralisation natürlich besser

Als Trostpflaster der Verhinderung einer Dezentralisation der Energieversorgung durch wen auch immer(passt hier wohl nicht) gefallen mir die Masten sehr gut.
Ein Wehmutstropfen ist die fortschreitende Entwicklung der Solar- und Photovoltaik-Technologie welche in Zukunft hoffentlich Schritte in Richtung energie-autarker Versorgung ermöglicht.

tassen im schrank
00
18.5.2011, 09:11
Was mir hier noch gänzlich fehlt...

...ist die Argumentation wonach die Energiewirtschaft damit ihren Herrschaftsanspruch manifestiert und dass Stromleitungen in unserer Kulturlandschaft nicht heimisch sein können...

Homo Fabless
00
17.5.2011, 23:44
Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung HGÜ

Zwischen Frankreich (Baixas) und Spanien (Santa Llogaia) wird gerade eine unterirdische HGÜ Leitung mit einer Leistung von 2000MW auf einer Länge von 65km geplant. Fertigstellung soll 2013 sein.
Leider sind mir die Kosten dieser Leitung und die Kosten der hier beschriebenen Stromtrasse nicht bekannt. Vielleicht kennt wer Zahlen.

leberkasi
00
17.5.2011, 10:56
...was würde die unterirdische verlegung der leitungen kosten?

Wennso Weitergeht...
04
17.5.2011, 14:36
Meine Vorposter haben leider Recht

man kann eine 380kV-Leitung nicht einfach wie eine 230V-Siedlungsversorgung verbuddeln. Die größten Probleme sind auf Wikipedia nachzulesen:
Fehlende Kühlung durch die Luft. Die Erde ist ein sehr schlechter Wärmeleiter, vor allem wenn sie mal ausgetrocknet ist - eine Leitung an der Luft bekommt 80°C im Maximalbetrieb (und heute wird alles im Maximalbetrieb gefahren), Unterirdisch müsste man also einen Tunnel graben, der gekühlt werden müsste.
- Blindleistung: Die Leitungen, wenn sie nicht in einem genügend großen Abstand liegen (=> RIESIGER Tunnel, oder mehrere kleine?), wirken wie einen Kapazität aufeinander und haben auf einige 10 Kilometer bald die selbe Bllindleistung wie Transportleistung, wodurch Wirkleistungstransport unmöglich ist.

leberkasi
00
18.5.2011, 11:29
vielen dank. das nenn ich eine antwort.

Hefeweizerlbier
00
17.5.2011, 12:24

Das Vielfache.

haarspalter
00
17.5.2011, 12:05

mehr.

verleih nix
00
17.5.2011, 11:36

mindestens das zwanzigfache. zwar finanzierbar, aber ob der konsument über den preis dann so begeistert wäre?

parapente
00
17.5.2011, 10:20
Wichtig wäre aber

WO die Masten stehen - und nicht wie sie ausschauen.

Salz Burger
33
17.5.2011, 09:51
Schauen wirklich gut aus,

endlich kommt auch in diesem öffentlichen Bereich, der leider notwendig ist, der Gedanke hinein, dass die Dinger auch schön aussehen könnten.

Ant
16
17.5.2011, 09:31
Gestylte Designermasten??

Um das zwei- bis dreifache der konventionellen Masten??? Offenbar gibt es in Österreich noch immer Leute, die nicht wissen, wohin mit dem Geld. Aber klar, das sind Manager, die haben noch nie gewußt, wie mit Geld sinnvoll umgehen.

The_new_number_2
02
17.5.2011, 11:27

Wo liegt das Problem dabei, wenn ein Teil der Materialkosten höher ist, dafür das Projekt aber durchgeht? Wenn es summa summarum nicht rentabel wäre, wäre dieser Vorschlag nie aufgetaucht.

kopfsalat
00
17.5.2011, 11:02
priceless

normaler Mast - 100.000€
neuer Mast - 2-300.000€
nicht komplett verschandelte Umgebung - priceless

aidz1
42
17.5.2011, 12:44

den elektrosmog habens aber trotzdem.

Christoph ************
04
17.5.2011, 18:14

Wenn's keinen Elektrosmog wollen, muessen Sie halt wieder in eine Höhle ziehen, weit weg jeglicher Zivilisation. Wenn das zu extrem ist, reicht aber auch schon ein Umzug zu den Amish people. Die haben es sich in einer gerade noch ohne Strom auskommenden Gesellschaft eingerichtet.

aidz1
00
17.5.2011, 19:58

schon mal unter einer solchen hochspannungsleitung spaziert? alleine das surren hält man kaum auf dauer aus.

nestrus
00
19.5.2011, 17:11
Ich bin unter einer aufgewachsen

Wenns neblig ist, surren sie etwas, ja. Aber sonst wär mir nichts negatives aufgefallen, außer das man halt keine schöne Aussicht hat.

The_new_number_2
01
18.5.2011, 16:08

Hoffentlich ist in der Nähe Ihres Wohnortes keine Straße!

aidz1
00
18.5.2011, 21:15

auf jeden fall bin ich froh, dass es leute gibt, denen elektrische felder nichts ausmachen, weil die welt braucht mehr mobilfunkmasten.

The_new_number_2
01
19.5.2011, 18:32

Wie bitte? Was für Probleme hast du mit Mobilfunk-Masten? In letzter Zeit werden sie durchaus dezenter geplant und sind in einer Kulturlandschaft kein ästhetisches Problem mehr.

aidz1
11
19.5.2011, 19:11

es geht mir nicht um die optik, sondern um die elektromagnetischen felder, die stromleitungen und handymasten erzeugen. mittlerweile weis doch jedes kind, dass man handys nicht in die hosentasche stecken soll. vor allem nicht wir buben. auch wenn das jetzt nicht 100% wissenschaftlich belegt ist.

torch
 
00
22.5.2011, 18:42

dafür ist belegt, dass Hormone in der Nahrung sowie im Trinkwasser (und da nicht bei uns) für eine Einschränkung der Fertilität führen.

Bei den Mobiles würde ich mir weniger Sorgen machen, lediglich die MW-Richtfunkstrecken sind da nicht so der Hit.

MW Microwellen

kopfsalat
00
17.5.2011, 15:50
eben

dann machmas doch lieber gleich schiach auch noch. damits richtig scheisse wird.

chmod777
00
17.5.2011, 09:25
wieso sagt dem Journalist niemand, dass es Mast und Maste und nicht Masten heisst?

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