Mensch und Erde

Wann das Anthropozän begann

16. Mai 2011, 18:18
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    Grafik: Veränderungen der Biosphäre durch den Menschen im Laufe der Jahrhunderte.

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    foto: riemann verlag

Geologen diskutierten, ob ein neues Erdzeitalter nach dem Menschen benannt wird

London - Dass der Homo sapiens in den letzten paar hundert Jahren das Antlitz der Erde verändert hat, ist schwerlich zu leugnen. Doch reichen seine Auswirkungen buchstäblich so tief, dass gleich ein ganzes geologisches Zeitalter nach ihm benannt werden soll? Und wenn ja: Wann hätte das Anthropozän begonnen?

Unumstritten ist nur, seit wann der Begriff in der Wissenschaftswelt im allgemeinen Gebrauch ist: Im Jahr 2000 verwendete ihn der niederländische Chemie-Nobelpreisträger Paul Crutzen in einem Fachartikel das erste Mal und fasste in späteren Texten mit Kollegen zusammen, wie sehr der Mensch die Biosphäre verändert habe. Vergangene Woche diskutierten Fachleute bei einer Tagung der Londoner Geologischen Gesellschaft, was für den Begriff spricht.

Eines der zentralen Argumente, das auf der Londoner Tagung vorgebracht wurde: Waren vor 500 Jahren noch mehr als 50 Prozent der eisfreien Landmasse unseres Planeten unberührte Wildnis, ist deren Anteil auf ein Viertel gesunken (siehe Grafik). Außerdem bewege der Mensch mittlerweile um ein Vielfaches mehr Gestein und Erde, als die Natur es tut.

Es gebe aber auch Widerstand gegen das Konzept, wie Christian Schwägerl auf Nachfrage des Standard sagt. Der deutsche Wissenschafts- und Umweltjournalist war gewissermaßen in doppelter Mission in London: einerseits als Spiegel-Redakteur, andererseits aber auch als einer der profiliertesten Verfechter der Idee - nicht zuletzt durch sein 2010 erschienenes Buch Menschenzeit. Zerstören oder gestalten? (Riemann Verlag).

Schwägerl hält es für wichtig, dass das Anthropozän nicht nur ein metaphorischer Begriff bleibt, "der in den nächsten Jahren , Nachhaltigkeit' im öffentlichen Diskurs ablösen könnte". Deshalb wäre eine offizielle Anerkennung durch die Geologen wünschenswert, was bei den Fachleuten aber auch ein gewisses Umdenken erfordern würde. Es sei nämlich das erste geologische Zeitalter, das quasi vom Namensgeber bewusst gestaltet werden kann. Der Begriff solle jedenfalls nicht "die Summe aller Umweltschweinereien bedeuten", sondern darauf hinweisen, dass wir es selbst in der Hand haben, Veränderungen der Biosphäre bewusst zu verhindern.

Zu klären ist aber auch noch, wann das Anthropozän begann - zumal im Vergleich zum erst 11.700 Jahre alten Holozän. Die heißesten Kandidaten dafür sind der Beginn der Industrialisierung um 1800 oder 1945 mit der Freisetzung menschlich erzeugter radioaktiver Isotope.

Darüber und ob der Mensch wirklich ein eigenes Zeitalter wert ist, werden als Folge der Tagung Arbeitsgruppen weiterdiskutieren. Dann soll der Vorschlag der Internationalen Kommission für Stratigrafie zum Votum vorgelegt werden. Dieser Prozess wird, so viel ist absehbar, seine Zeit dauern. Für die Durchsetzung anderer Erdzeitalter brauchte es mitunter auch schon Jahrzehnte. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 17.05.2011)


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Kommentar posten
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1 2
ATHARAXIS
 
00
20.5.2011, 19:28

UND DANACH FOLGT DAS "POSTANTHROPOZÄN", WENIGSTEN DAS IST GEWISS.

Martin Rosenkranz
00
17.5.2011, 22:07
Zu klären ist aber auch noch, wann das Anthropozän begann

Ich würd den Anfang festsetzen auf einen Punkt der unabstreitbar das Zeichen organisierter Handlungen einer großen Anzahl von Menschen war - und noch erhalten ist.
Das wäre meiner Meinung ~2.500 v.Chr. - der Bau der Pyramiden in Ägypten. Die haben bisher 4.500 Jahre überdauert und werden absehbar noch Jahrtausende überdauern.

vogel walterweide
00
18.5.2011, 00:26
sie wollen bauten als maßstab verwenden, die vielleicht noch tausende jahre bestehen, die aber auf ein paar htausend quadratmeter beschränkt sind. der letzte wechsel eine sgeologsichen zeitalters war geprägt von massiven klimatischen wechsel, die nun

schon 10.000 jahre anhalten, das bild der nördlichen hemispähre vollkommen veränderten und das klima global welt änderten.

die nächste eiszeit ist der beginn eines neuen geologischen zeitalter oder wenn es der mensch schafft die erde mehr als nur lokal über 10.000e jahre zu ändern. der mensch sollte sich nicht wichtiger nehmen als er ist.

nach der kardaschow-skala ist eine zivilisation des typ I eine die in der lage ist, die energie des gesamaten planeten zu nutzen, typ II: sonnensystem, typ III: galaxie.

wir sind nicht einmal ansatzweise eines typs I, sondern liegen bei ~ 0,3. bis der mensch in der lage ist, ähnlich wie geologische prozesse die welt über 10.000e jahre global zu verändern, dauert es noch einige jährchen.

yes2bertl
00
17.5.2011, 19:25
Anthropozän

sehr wichtige Frage, muss geklärt werden. Vor allem weil im nächsten Jahrhundert die Lebewesen die den Planeten noch bevölkern das ohnehin nicht verstehen.
Müssen dann halt mit den Auswirkungen des A. leben.

vogel walterweide
02
17.5.2011, 17:38
die frage ist doch erstens welcher neuer abschnitt? ein neues system (im moment neogen), eine neue serie (im moment holozän) oder eine stufe (auch holozän, weils da noch keine untereinteilungen gibt) oder eben eine unterteilung der stufe.

ich denke letzteres.

im gegensatz zu den höheren einteilungen die geologisch bedingt sind (kontinentalverschiebungen), sind gerade die untersten einteilungen klimatisch bedingt.

die eigentliche frage ist nun nicht, ob es veränderungen gab, sondern wie nachhaltig die sind.
was tun, wenn die menschheit sich in ein paar jahren selbst ausrottet? dann soll ein erdgeschichtliches zeitalter gerade mal ein paar 100 jahre angedauert haben?

die frage die gestellt werden muss ist also: sind die eingriffe des menschen derart massiv, dass sie über einen typischen zeitraum einer unterstufe, also zumindestens 10.000(e) jahre, wenn nicht 100.000 jahre (geschweige den einer stufe mit ~ 1.000.000 jahren), auswirkung hat?

und das ist wohl zu verneinen.

vogel walterweide
01
17.5.2011, 17:41

"was tun, wenn die menschheit sich in ein paar jahren selbst ausrottet? dann soll ein erdgeschichtliches zeitalter gerade mal ein paar 100 jahre angedauert haben?"

wobei zugegeben, dann ist der punkt auch nicht mehr allzu wichtig... ;-) (aber ausgehend von der bisherigen entscheidungsmethode nach neuen zeitaltern)

Gilgamesh
00
17.5.2011, 16:23

Wie wäre es mit dem Zeitalter Homopopulator?

Keine Ahnung ob die Fälle stimmen...

das kleine Massnahmenpaket
00
17.5.2011, 14:46
Ein schönes Zitat, leider weiß ich nicht von wem:

Auch das Gerede von der Endzeit ist nur ein Spiegel unserer Eitelkeit. Warum sollten ausgerechnet WIR mit dem Weltuntergang ausgezeichet werden?
:-)

randolf
00
17.5.2011, 12:32
Ja ja

Anthropozän: 1850 - 21.12.2012

;)

das kleine Massnahmenpaket
00
17.5.2011, 14:42

So viel ich weiß, steht im Maya-Kalender nichts von einem Weltuntergang 2012. Es hält sich nur hartnäckig als Gerücht.

randolf
10
17.5.2011, 16:25
Ja ja

... oder gehen sie davon aus, dass wenn der mensch erst die bildfläche wieder verlassen haben wird, dann auch die welt untergehen muss?

ich verrate ihnen nun ein geheimnis... wenn sie ihre augen schließen, dann können sie noch immer von den lebewesen in ihrer umgebung gesehen werden(sofern diese funktionstüchtige Sinnesorgane "zum sehen" aufweisen)...

vogel walterweide
00
17.5.2011, 17:45

ja, das schon. aber anders beim gefräßigen plapperkäfer von traal. ein zum verrücktwerden dämliches vieh, es nimmt an, wenn du es nicht siehst, kann es dich auch nicht sehen - bescheuert wie eine bürste, aber sehr, sehr gefräßig.

und deswegen (und wegen vieler anderer dinge) sollte man immer ein handtuch mit dabei haben.

am 25. mai ist übrigens towel-day.

randolf
10
17.5.2011, 15:39
Ja ja

Ja, hab ich was von weltuntergang geschrieben?
Die Kreidezeit ist auch schon vorbei, und die erde ist auch nicht untergegenagen oder? Der Maya Kalender ist ein astronomisches Ding, dass wir vermutlich nicht begreifen würden, selbst wenns uns wer erklärt...

Ganz klar, die Maya glaubten, dass nach der letzen epoche ihre götter wieder kehren werden...

das mit dem weltuntergang ... na ja, weil die welt geht sicher nicht an einem tag unter, aber ich würd mir dennoch sorgen machen an ihrer stelle, weil der mensch arbeitet eh ziemlich hart am weltuntergan. neuerste errungengschaft- ein ort an dem sich meerwasser mit radioaktivität anreichern kann... "warte, warte nur ein weilchen, ..."

oas
00
17.5.2011, 17:00
Was haben welche Götter gekehrt

und mit welchen Besen? Und warum müssen die wieder kehren?

Cthulluh
00
17.5.2011, 13:21
RIP Homo sapiens?

Hier kann ich mir eine kleine, ein wenig sarkastische Bemerkung nicht berkneifen: Die Maya hatten ihren Kalender, wir haben unsere seit über 2000 Jahren allgegenwärtigen Enzeitphantasien - und ein schlechtes Gewissen...

randolf
10
17.5.2011, 14:27
Ja ja

eine sarkastische Bermerkung auf eine sarkastische?

schauen sie, die Religionen haben ihre Weltuntergangszenarien...

die Maya hingegen haben astronomische Tatsachen protokolliert, und zwar so exakt, als das wir das nicht einmal heute mit der gleichen präzision können...

daher muss ich davon ausgehen, dass irgendwer, wer auch immer, den Maya gezeigt hat wie es geht, weil erstens haben sie den Spaniern schon gesagt, auf die Frage ob sie die Gebäude gabaut hätten, "aber nein, die haben die Götter schon lange vor uns gebaut" und zweitens glaub ich es einfach nicht, dass ein Volk von den Bäumen runter klettert und sofort damit beginnt den Weltraum zu vermessen, genau so wenig wie überhaupt Pyramiden zu bauen ect, wie auch?

Chris Quast
01
17.5.2011, 16:11

beim 1. post glaubte ich noch an satiere.

jetzt stellt sich die frage, die ich an dieser stelle immer wieder so hart stelle. da bin ich einfach kein netter ;-)

troll oder trottel ?

Sie sind doch der Rührer!
01
17.5.2011, 16:03

"die Maya hingegen haben astronomische Tatsachen protokolliert, und zwar so exakt, als das wir das nicht einmal heute mit der gleichen präzision können..."

Das ist schlicht und einfach falsch (und damit meine ich nicht Ihre S-Schreibung).

Gianni Agnelli
02
17.5.2011, 15:29
Keine Frage, die Maya waren mathematisch und astronomisch beeindruchend, aber

"die Maya hingegen haben astronomische Tatsachen protokolliert, und zwar so exakt, als das wir das nicht einmal heute mit der gleichen präzision können..."

ist nur wirklich ebenso beeindruckender Schwachs*nn. Siehe dazu http://www.instituteofmayastudies.org/Milbrath2012.pdf

Und was wollen sie mit dem Geschwurbel über Pyramiden sagen? Etwa, dass sie die Story mit den Göttern glauben? Oder doch eher Aliens? Sind sie der van Däniken?

Und noch eine Frage: Weil die Maya so unglaublich präzise waren in der Astronomie, gehen sie also davon aus, dass die Welt nächstes Jahr wirklich untergeht, oder wie soll ich das deuten?

Leute sind hier im (Wissenschafts)forum unterwegs...

randolf
10
17.5.2011, 16:33
Ja ja

Ach ja um auch noch auf ihre zweite Frage ein zu gehen...

nein ich glaube nicht dass die erde plötzlich am 21.12.2012 untergeht, allerdings, glaube ich dass es einen speziellen Grund hat, warum der grundsätzlich unendliche kalender an dem tag zu zählen aufhört- macht mich halt ein bisschen stuzig... mach mas so, treffen wir uns an dem tag, passiert irgendwas, wurscht was (hauptsache irgendwas ned so triviales), dann zahlen sie mir eine kiste bier, passiert nix, dann zahl ich, aber in beide fälle trinken wir die bier gemeinsam, weil grundsätzlich diskutier ich nur noch immer, weils noch nicht fünf ist ;) und sie können zur Wahrheitsfindung nichts beitragen, wie ich sehe, da sie zu voreingenommen sind...(ich bin gallileo und sie der papst)

Gianni Agnelli
01
17.5.2011, 17:15
Ja, ja, jetzt ist es 5, sie sind also nicht mehr in der Lage zu posten, da sie, wie ich annehme, ihre Arbietsstätte verlassen haben...

Stimmt aber, ich bin voreingenommen, am 21.12. wird mMn gar nix passieren. Aber wissen sie was, da wir uns hier im Wissenschaftsforum befinden, ist das doch perfekt. Wir haben unterschiedliche Theorien und an besagtem Tag eine der beiden falsifiziert werden. Ich gehe sehr stark davon aus, dass es ihre sein wird. Auf die Kiste Bier komme ich dann gerne zurück ;)

Zum Papst/Galileo-Vergleich: Galileo/Kepler/Brahe hatten aber eine neue Theorie entwickelt, die den bekannten Daten entsprach und somit das alte Weltbild entkräftigt. Ich sehe einfach nicht, wie ihre Theorie der Realität besser entspricht als der derzeitige Stand der Wissenschaft. Sich in so einem Fall dann als "Querdenker" darzustellen zeugt doch eher von Realitätsverlust :P

randolf
10
17.5.2011, 16:19
Ja ja

Ach ja was wollten sie mit ihrem Artikel eigentlich entkräften...

ihnen ist schon klar, dass es etwas verwegen ist eine anhäufung von vermutungen als argumente heran zu ziehen, oder?

noch dazu wenn die zitierten "wissenschaftler" autoren, sekräterinnen von unis, oder überhaupt nicht einmal eine erwähnung finden, sind...

ich würde mir schon mal einen anderen artikel suchen, diesen bekommens bei ihrem supervisor ned durch, außer sie sind ein freunderl...

randolf
10
17.5.2011, 16:06
Ja ja

Nein ich bin nicht dieser Herr Dr.
Und das mit den Pyramiden da hab ich eine Gegenfrage an sie, und zwar, glauben sie dass die Pyramiden von einem Steinzeitvolk gebaut wurde, welches alles erst einmal erfinden musste...

ich meine schauen sie sich doch die dinger an, die schauen ned grad so aus, als wären es versuchsobjekte... wo ist das dazu gehörige nötige wissen? wo die vorlagen? wo die anregungen? wer hat die erkenntnisse gewonne, und wo sind sie nieder geschrieben? und die frage die mich beschäftigt ist, wozu sind sie überhaupt gebaut worden, zum Spass, wohl kaum, die dinger erfüllen eine bestimmte funktion, und ich glaube sie sind noch funktionstüchtig, nur kann sie niemand bedienen, das find ich mal spannender als aliens...

TRockenmilch
01
17.5.2011, 15:01

jaja, die präastronauten sind aus dem inneren der erde geklettert um nach terraX zu flüchten um dort zu schaun ob die sternentore am 21. auch wirklich auf gehn, gell...

randolf
10
17.5.2011, 15:32
Ja ja

Aber nein, schlaf nur ruhig weiter deinen traumlosen schlaf, alles ist in ordnung, es gibt keine massentierhaltung, es gibt keine korrupten politiker, es gibt keine interessengemeinschften die irgendwei einfluss nehmen und überhaupt es gibt nichts übernatürliches oder unerklärliches, pasta...

und die Steinzeitmenschen haben die Pyramiden gebaut, mit ja womit denn eigentlich war ja noch nichts erfunden, wurscht, die Steinzeitmenschen warens, und die haben mit ihren faustkeilen ein monumnet hinbastelt, dass wir mit modernster technik nicht zusammen bekommen würden und aus...

Gott, Außerirdische, vergessene Zivilisation, Dimensionsreisende, Chuck Norris? Na ja auf alle Fälle eine bessere Erklärung als Steinzeitmenschen oder etwa nicht?

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