Intime Klangräume

16. Mai 2011, 18:16
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Thomas Larcher konzipiert das Festival "Musik im Riesen" und setzt heuer auf Kammermusik und Franz Schubert - Ein Gespräch

Wattens - Es gibt erstaunlich vielseitige Künstler. Etwa Peter Ruzicka, man erinnert sich: Er war Chef der Salzburger Festspiele, parallel auch Intendant der Münchner Biennale, daneben aber eigentlich im Hauptberuf guter Komponist, der auch gerne dirigiert. Auch Thomas Larcher fällt in diese Kategorie der Vielseitigen.

Er ist Pianist und Komponist, er hat aber auch das Tiroler Festival Klangspuren geleitet und ist seit 2004 für das Programm des Kammermusikfestivals Musik im Riesen verantwortlich, das von Swarovski veranstaltet wird. Allerdings: "Ich verstehe mich nicht mehr so sehr als klassischer Veranstalter. Dieses Festival ist quasi ein schöner Rest dieser Tätigkeit. Komponieren ist eben zeitintensiv, und es ist mir wichtig. Ich habe auch Uraufführungen, die ich als Pianist umgesetzt habe, abgestellt. Wenn man komponiert, sollte man ja nicht zu viel Musik anderer im Kopf haben."

Profitiert der Komponist eigentlich vom Veranstalter? "Auf jeden Fall habe ich durch die Tätigkeit noch mehr verstanden, wie das Publikum tickt. Wenn man versteht, was der Hörer rezipieren kann, vermeidet man, zu sehr in eine hermetische Welt abzugleiten. Als Komponist. Als Musiker kann man sich ja eigentlich nicht vorstellen, wie ein Nichtmusiker Musik hört." Zum neuen Werk gebe es übrigens viele Wege: "Man nimmt zuweilen unfertige Teile, die lange herumlagen. Dann gibt es Strukturen, die aus anderen Stücken übriggeblieben sind. Wenn man zu diesen Fragmenten zurückgeht, kann man fast Lebensmomente rekonstruieren."

Für die Konzerte in den Swarovski Kristallwelten hat Larcher diesmal auf Streichquartette und Lied gesetzt. Ein Schwerpunkt darin ist dem Spätwerk von Schubert gewidmet. Von 17. bis 22. Mai hört man unter anderem das Hagen Quartett, das Belcea Quartet, das Jerusalem Quartet und den Tenor Mark Padmore, der Schuberts Winterreise singen wird.

Thomas Larchers Liederzyklus für Tenor und Klavier wird Padmore zusammen mit Larcher selbst, der am Klavier begleitet, umsetzen. Und Larchers Madhares für Streichquartett wird von Quatour Diotima interpretiert. "Ich beteilige mich bewusst am Programm, und das ist eigentlich auch so erwünscht." (Ljubiša Tošić, DER STANDARD - Printausgabe, 17. Mai 2011)

Bis 22. Mai, Musik im Riesen, Swarovski Kristallwelten, Wattens, 0522/451 080. 20.00

  • Komponist und Pianist Thomas Larcher.
    foto: richard haughton

    Komponist und Pianist Thomas Larcher.

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