Nach Datenklau: Sony-Server ächzen unter vielen Anfragen

16. Mai 2011, 14:55

Sony hat Onlinedienste schrittweise freigeschaltet

Bei der Rückkehr ans Netz nach dem spektakulären Datendiebstahl kommen Sonys Spiele- und Medienserver nur schwer in die Gänge. Der japanische Konzern hatte zwar am Sonntag damit begonnen, seine Onlinedienste schrittweise wieder freizuschalten. Doch die Server stießen unter den vielen Anfragen zur Passwortänderung an ihre Grenzen, wie Sony am Montag mitteilte.

Japan wartet ab

Asien hingegen muss weiter auf die Freischaltung warten. Denn Sony spricht wie berichtet vor allem in Japan noch mit örtlichen Behörden über verbesserte Sicherheitsmaßnahmen. Das Unternehmen führe diese Unterredungen freiwillig, erklärte Satoshi Fukuoka, ein Sprecher von Sony Computer Entertainment. Er nannte keinen Termin, wann die Onlinedienste in Asien wieder ans Netz gehen.

Zwischenfazit

Nach der schrittweisen Freischaltung zog Sony insgesamt aber ein erfreuliches Zwischenfazit. "Die erste Phase in den USA und Europa lief gut", sagte Fukuoka dem Magazin "PC World" am Montag. "Die Nutzer können auf die Dienste zurückgreifen. Es gab keine schwerwiegenden Probleme." 

Passwort ändern

Um im Playstation Network online gegeneinander antreten zu können, müssen Besitzer der Playstation 3 die Software ihrer Spielekonsole aktualisieren. Außerdem muss das Passwort geändert werden. Dies gilt auch für den Musik- und Filmdienst Qriocity, der ebenfalls wieder anlaufen sollte. In den meisten Gegenden der Welt habe der Prozess bereits begonnen, teilte der für den Bereich Videospiele zuständige Sony-Vertreter Kazuo Hirai am Sonntag per Video im Playstation-Blog mit.

Mitte April abgeschaltet

Sony hatte das Netzwerk für seine Spielekonsole Playstation und den Filmdienst Qriocity sowie die Plattform Sony Online Entertainment nach dem Einbruch von Mitte April abgeschaltet. Dabei waren Daten von möglicherweise mehr als 100 Millionen Nutzern gestohlen worden. Bei Playstation Network und Qriocity sind weltweit 77 Millionen Nutzerkonten registriert, davon 32 Millionen in Europa. (APA)

Fondueesser
00
19.5.2011, 10:48
Sicherheit? Wo?

Irgendwie hat Sony das mit der Sicherheit aber immer noch nicht verstanden.
Ich habe gestern erstmals wieder die PS3 eingeschaltet und das Update geladen. Nachdem ich mich mit meinem alten Passwort angemeldet habe, hiess es, ich müsse das Passwort ändern. Das habe ich dann gemacht. Da war nichts von irgend einer Sicherheitsabfrage oder einer Bestätigung via Email. Das hätten die Hacker genau so auch machen können. Wer also zu lange wartet für die Passwortänderung, läuft Gefahr, dass die Hacker das machen und man hat keinen Zugriff mehr.
Also nach dem Debakel hätte ich von Sony schon etwas mehr Sicherheit erwartet.

WirklichNiemand
00
16.5.2011, 15:01

Ich will ja nicht pingelig sein aber,

"[...] mehr als 100 Millionen Nutzern gestohlen worden. Bei Playstation Network und Qriocity sind weltweit 77 Millionen Nutzerkonten registriert [...]"

wie kann man die daten von 100 millionen nutzern stehlen, wenn nur 77 millionen registriert sind?

STiAT
01
16.5.2011, 15:18

Den Satz darüber lesen, dann wird es eventuell klar:
"Sony Online Entertainment". Das sind jene armen Schweine die sich für sonys DRM wegen einem PC-Spiel oder einer Software online bei Sony registrieren mussten.

Ich zum Beispiel.

SagServus
00
16.5.2011, 15:49
"Sony Online Entertainment". Das sind jene armen Schweine die sich für sonys DRM wegen einem PC-Spiel oder einer Software online bei Sony registrieren mussten.

Also gleich wie bei Blizzard, Square Enix, NC Soft oder Codemasters (CSC).

Das man sich für ein Bezahl-MMORPG irgendwo registrieren muss, ist jetzt aber nicht wirklich was neues.

Mathias
 
00
18.5.2011, 13:13
Das man sich für ein Bezahl-MMORPG irgendwo registrieren muss, ist jetzt aber nicht wirklich was neues.

Muß man nicht! Es gibt die Möglichkeit der Prepaid-Karten. Wer nicht will, daß unfähige Konzerne seine Daten im Web herummüllen, kann leicht etwas dagegen tun ;-)

Benco
02
16.5.2011, 15:34
Fast richtig:

Sony Online Entertainment ist Entwickler und Betreiber von MMORPGs wie DC Universe oder EverQuest. Hat mit DRM also nichts zu tun.

Dort wurden ebenfalls über 24 Mio. Datensätze geklaut - damit kommt man auf die 100 Mio. im Artikel.

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