Videocast von Robert Misik - Folge 181

Die ganz legale Plünderei der Spitzenmanager

15. Mai 2011, 20:24

Nicht "der Markt" setzt die Phantasiegehälter der Super-CEOs fest - das tun die einfach selbst

Drei Nachrichten aus nur einer Woche: Österreichische Spitzenmanager verdienen mittlerweile das 41-fache ihrer Durchschnittbeschäftigten. Vor zehn Jahren war es nur das 20fache. In Deutschland liegt der Wert mittlerweile mehr als beim 100-fachen. Die Bankergagen haben im vergangenen Jahr in Österreich um 80 Prozent zugelegt. Und die "Erste" schraubt die Vergütungen ihrer Aufsichtsräte um elegante 100 Prozent nach oben. Zwei Argumente werden für solche Phantasiegehälter meist ins Treffen geführt. Erstens: Man müsse solche Gagen zahlen, weil man die Manager ja motiveren muss, ordentlich zu arbeiten. Das heißt also, diese Leute wären nicht bereit, anständige Arbeit abzuliefern, wenn man ihnen nur mickrige 300.000 Euro oder Ähnliches bezahlt? Vielleicht sollte man dann für sie besser als Motiviation die Strategie wählen, wie man sie bei Sozialhilfeempfängern anwendet: das Einkommen ordentlich reduzieren, um sie zu Arbeit motivieren - am besten unter das Existenzminimum.

Aber im Ernst: Durchaus auch denkfähige Spitzenmanager wie Erste-Chef Andreas Treichl argumentieren in solchen Fällen, ja, die Einkommen seien sicherlich unfair hoch, aber diese Gagen bestimme eben "der Markt". Aber wie macht er das eigentlich genau, dieser Markt? Was sind da genau die Mechanismen? Und was hat das mit einem "Markt" eigentlich zu tun? FS Misik hat sich das genau angesehen und der Schluss ist eindeutig: In diesen Kreisen setzt man sich sein Einkommen einfach selbst fest. Und wenn das nur lange genug geschieht, dann sind Phantasiegehälter für Spitzenmanager nach einiger Zeit einfach das Übliche, mithin das "Marktübliche".

Für solche Vorgänge gibt es in der ökonomischen Theorie einen Begriff, den auch simpel gestrickte Anhänger des Wirtschaftsliberalismus verstehen müssten: Marktversagen.

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Henriette Loderer
 
00
30.3.2012, 23:08
Asoziale

sind alle Spitzenmanager, denn kein Mensch kann auf ehrliche Weise sich ein derartiges Einkommen verdienen. Aber sie tun es weil sie es - dank der mit ihnen verbündeten Politiker und von eigens dazu ausgebildeten Rechtsverdrehern geschützt werden - können. Politiker tun es, weil sie ebenfalls zu dieser Klasse gehören oder zumindest danach streben nach ihrem politischen Abgang dazuzugehören und abzusahnen. Bis dahin halten sie - gut honoriert - ihre Gesichter in die Kameras und lügen und lügen und lügen bis es nicht mehr geht um danach als Experten oder Spitzenmanager weiter abzusahnen. Die Gesetze werden ausschließlich zu diesem Zweck gemacht.

Thomas Höbelt
 
01
24.5.2011, 12:05
Neid hin oder her,es Ist wirklich kein Markt

Man stelle sich folgendes Szenario vor: ATX Konzern, Vorstand weg, da gibt es midestes ein Dutzend nennen wir sie mal Abteilungsleiter, also direkt unter dem Vorstand angesiedelte, die haben ja offenbar die Qualifikation fürs Unternehmen, sonst wären sie nicht bis dorthin gekommen- Dann kommt der Herr Aufsischtsratsvorsitzende und sagt: einer von euch Zwölfe wird jetzt Vorstand - das wär Markt, denn die würden sich schon aus Karrieregründen gegenseitig unter- und nicht überbieten bei den Gehaltsverhandlungen. Keiner kann mir einreden, daß es bei der genannten ÖBB nicht einen qualifizierten ( ja selbst dort ) im Unternehmen gegeben hätte der es auch unter 500tsd gemacht hätte ( beliebiges Unternehmen und Gehalt bitte einsetzten ).

x
00
29.5.2011, 21:23

diese logik (wir ersetzen eine unternehmensebene durch die darunterliegende) sollte man dann konsequenterweise komplett umsetzen:

alle abteilungsleiter werden abgesetzt und durch jene teamleader ersetzt die am wenigsten verlangen. die teamleader durch sachbearbeiter und die sachbearbeiter durch hilfsarbeiter und bürolehrlinge - und schon haben wir die gehälter in einem unternehmen deutlich reduziert.

so einfach geht das ;-)

Henriette Loderer
 
00
30.3.2012, 23:28
Genau genommen

könnte diese Spitzenmanagerjobs fast jeder machen nur wird nicht jeder in diese Kreise aufgenommen. Eh klar. Die lassen sich angeblich die irre hohe Verantwordung so gut honorieren nur wenn sie einen Blödsinn und Schaden nach dem anderen verursachen sind immer andere schuld oder sie wurden von ihren Experten falsch beraten oder wissen von nichts. Das auf diese Weise erworbene Vermögen wurde natürlich gut geschützt und sicher im Ausland im undurchdringlichen Finanzfilz geparkt und die Geschädigten können sich "brausen". Siehe Causa KHG. In früheren Zeiten waren es Könige, Kaiser und Adelige welche mit Hilfe des Klerus die Menschheit unterdrückten und aussaugten und heute sind es Politiker und Spitzenmanager.

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
00
24.5.2011, 01:22
Bravo!

Aber sehen sich die abzocker-banker mit ein paar hundertausend euro nicht eh schon irgendwie mindestbesichert..?

Panzerverband
00
22.5.2011, 03:59
Verdammt nochmal, Misik,

Sie rocken!

mikromalist
 
00
20.5.2011, 14:32
Falsch.

Es gibt Idioten die beim Fussball nur Stars sehen wollen. Oder beim Schifahren, ... Und in der Musik, beim Lesen, im Film, ...
Und es gibt Idioten, die nur Produkte von Starunternehmen mit Star- CEOs kaufen.
In freien Unternehmen bestimmen die Eigentümer die Salärs, meist in bestimmter Korrelation zum Erfolg.
In staatlichen spielt Erfolg keine Rolle, weil deren Manager sind ja abgefertigte Abkömmlinge ihrer Kaste.
Übrigens, als Linker finde ich das Neidgejammere schwächlich. 80% Steuer für jeden Euro über EUR 1 Mio / Jahr wäre kraftvoll.

meresi
00
20.5.2011, 04:31
EIN LUSTIGES ZITAT

Aber der wird reich sein
der frohen Herzens plündert

na das ist doch was, oder ? das sollten wir uns alle zu Herzen nehmen,also, auf Brüder in der Not, laßt diesen Worten Taten folgen

Ernst Hirschmugl
 
02
18.5.2011, 17:08
Gagen bestimmt der Markt

No, wenn das so ist, dann bestimmt der Staat die Steuern auf Einkünfte.
Also, keinen Plafond für Einkommens-Steuersatz, immer schön prozentuell an den vom "Markt" bestimmten Gagen teilhaben, auch, wenn die in den Himmel wachsen.
Aber die Brüder wollen eine flat rate, damit sie nur 25 % Steuer zu zahlen brauchen, genausoviel (prozentuell) wie ein Arbeitender mit deutlich weniger "Stundenlohn".

meresi
19
17.5.2011, 19:12
Gedicht: anonymus (k.tucholsky?)

Wenn die Börsenkurse fallen,
regt sich Kummer fast bei allen,
aber manche blühen auf:
Ihr Rezept heißt Leerverkauf.

Keck verhökern diese Knaben
Dinge, die sie gar nicht haben,
treten selbst den Absturz los,
den sie brauchen - echt famos!

Leichter noch bei solchen Taten
tun sie sich mit Derivaten:
Wenn Papier den Wert frisiert,
wird die Wirkung potenziert.

Wenn in Folge Banken krachen,
haben Sparer nichts zu lachen,
und die Hypothek aufs Haus
heißt, Bewohner müssen raus.

Trifft's hingegen große Banken,
kommt die ganze Welt ins Wanken -
auch die Spekulantenbrut
zittert jetzt um Hab und Gut!

Soll man das System gefährden?
Da muss eingeschritten werden:
Der Gewinn, der bleibt privat,
die Verluste kauft der Staa

Räudiger Straßenköter
00
21.5.2011, 22:55
red_lich
00
19.5.2011, 21:34

neiiiin - ---
originelle idee -
aber "spekulantenbrut" - das geht nicht!

marlow
10
17.5.2011, 11:48

natürlich bestimmt der "markt" den preis. es gibt z.B. nach oben sehr wohl eine decke; die AUT-vorstände können wohl das 41-fache verdienen, das 100-fache wird sich in AUT (noch) nicht ausgehen, ohne das unternehmen nachhaltig zu schädigen. das ist der markt. eine bessere preisfindung kenne ich nicht. im übrigen steht (bzw. für die der zug bereits abgefahren ist: stand) es jedem frei, sein glück im management zu versuchen. wenn man mit der eigenen berufswahl nicht zufrieden ist, ist dies keine entschuldigung den vorständen nun ihre gehälter neiden.
ein komplett anderes thema ist idZ eine mögliche anpassung der steuer- bzw. sozialabgabenquoten. hier müsste man tatsächlich eine bessere beitragsfairness schaffen.

VanessaParadieschen
01
19.5.2011, 16:38
Yes, I can

Mein Zug ist noch nicht abgefahren, weil ich noch geistig und körperlich leistungsfähig bin und überdurchschnittlich intelligent, so wie viele meiner Mitmenschen. Ich will jetzt auch die Bankenwirtschaft erlernen.... Geht leider nicht, 40h- Job, den ich brauche um meinen Aufwand zu begleichen.Wie soll ich jetzt auf den "Zug" (?) aufspringen?Wie ein Bettelmönch leben, damit ich in 5 Jahren in der Finanzwirtschaft arbeiten kann oder im Firmenvorstand, wo mich ohnehin keiner mehr nimmt , weil ich zu alt bin? Und kein Netzwerk dort "oben"? Meine Berufswahl mit 18 und mit 21 war noch nicht beeinflusst von derlei Pirateriedenken, dennoch ist mein Beruf wichtig und ich werde gebraucht. Weiters arbeite ich gut und gerne. Dennoch: das Gehalt wird un

Ernst Hirschmugl
 
04
18.5.2011, 17:12

Ja, alle sollen sich als Spitzenmanager beim Arbeitsamt anmelden.
Spitzenmanager heißt: Ein astronomisches Gehalt, astronomische Boni, und wenn das Unternehmen pleite geht, wie z.B. AUA, dann noch eine Astronomische Abfertigung.
Können muß man was, zuerst mal Geld fordern.
Und wie bei den Banken, wenn die sich verspekulieren, dann den Steuerzahler für die Risiko-Übernahme einspringen lassen. Der Steuerzahler hat das beste Rating.

adler auge
01
18.5.2011, 15:19
wow, Sie klingen ganz schön abgeklärt

und wer bestimmt, wann für jemand "der Zug bereits abgefahren ist"? Der Markt? Was sind wir denn? Eine Gesellschaft aus einzelnen Menschen oder nur noch etwas, was vom Marktwert bestimmt wird? Und wenn der "Zug dann abgefahren", ist es halt vorbei mit einem (menschen-)würdigem Leben.. Umverteilung scheint ein Fremdwort für manche zu sein...

marlow
00
18.5.2011, 17:19

mein posting war sicherlich ebenso polemisch wie der videocast von misik. ich habe auch nichts gegen umverteilung, wie ich ja im letzten satz geschrieben habe. die argumentation von misik, der nicht einmal ansatzweise eine lösung präsentiert, finde ich jedoch falsch, weil sie (auch) am thema vorbeigeht: eine gerechte umverteilung kann mE nur über besteuerung gehen. ich finde jedoch, wir sollten uns hüten, dem staat weitergehende eingriffsmöglichkeiten in die privatautonome lohnfindung einzuräumen. davon zu unterscheiden ist wiederum die festsetzung der mindestgehälter, die ja in Ö auf kollektivvertragsebene geschieht, also eben nicht einseitig vom staat vorgegeben wird.

Lambert Oitzinger
01
17.5.2011, 22:15
Gemäß Volkswirtschafts-Experten ...

... handelten eine Unzahl von Managern, nicht nur Bankmanager extrem fahrlässig.

Man beachte allein die Unzahl von Fusionierungen mit Kosten in Milliarden-Dollar-Höhen, die schlussendlich gescheitert sind, keiner dieser Manager wurde zur Verantwortung gezogen.

Es geht hier wohlgemerkt um Angestellte und nicht Firmeninhaber, dem sei es vergönnt.

Doch auch die können sich nicht alles erlauben. Wenn ein Firmeninhaber plötzlich Lust und Laune hat, sein Kerngeschäft zu verlassen und mit Aktien oder hoch riskanten Staatsanleihen zu spekulieren und in Konkurs geht und mit ihm auch einige Gläubiger, dann landet er vor Gericht wegen fahrlässiger Krida.

MBR
90
17.5.2011, 11:21
neiddebatte

ist der eigene marktwert zu gering wird die schuld beim system gesucht

Zhdophanti
00
26.5.2011, 16:45

Neid das man selbst diese korrupten Methoden nicht anwenden kann?

VanessaParadieschen
00
19.5.2011, 16:32
Neiddebatte

Eine klare Haltung gegen einen durch nichts gerechtfertigten Missstand zu äussern, hat sicher nichts mit Neid zu tun, wird aber von den Betreffenden gerne so betrachtet um vom wahren Thema abzulenken und erst recht die Emotionen zu schüren. Das Neidargument ständig zu wiederholen macht einfach nur noch gähnen und zeigt wie einfallslos (wie unintelligent) mancher ist, der der vermeintlichen Elite nach dem Mund spricht, sich u.U. zugehörig fühlt.Mit derlei Ideenarmut ist man sicher nicht qualifiziert, komplizierte fachübergreifende finanzielle Transaktionen im Hochsummenbereich und Hochrisikobereich zu bewerkstelligen.GÄHN!

adler auge
00
18.5.2011, 15:21
Klar, die armen Manager sind schuld,

die vor lauter Geld nicht mehr wissen, wann, wo und wie sie es ausgeben sollen. Und darf ich fragen, wie hoch Ihr "Marktwert" ist? Das sind sprachliche Dimensionen, die muss man sich auf der Zunge zergehen lassen....

MBR
10
18.5.2011, 16:57

immer noch neidig

adler auge
00
18.5.2011, 18:22
auslach :-D

csedlaczek
10
17.5.2011, 04:41
Als so vereinfacht dargestellt, klingt das logisch, aber...

Was der gute Herr Misik, jedoch ausgelassen hat, ist, dass die Befehlskette in einem börsennotierten Unternehmen nicht mit dem Aufsichtsrat endet. Der Aufsichtsrat ist den Aktionären (Hauptversammlung) verantwortlich und der wiederum der Gewinnmaximierung seines Investments. Wenn nun der Aufsichtsrat der ja auch nur gewählt wurde, Gagen genehmigt, die der Gewinnmaximierung nicht dienlich sind, dann bekommt der auch mal schnell ein Problem und ist seinen Job los.
Und wenn nun ein neu gewählter Aufsichtsrat, nicht das gleiche Schicksal erleiden will, dann wird er wohl den Vorstand so besetzen, dass er den Interessen des Investors genüge tut. Also doch ein funktionierender Markt, ob besonders fair, das ist eine andere Frage.

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