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Ein Wasserkraftprojekt im chilenischen Teil Patagoniens sorgt dieser Tage für Empörung. Fünf Dämme sollen die Flüsse Pascua und Baker zähmen. Es geht um ergreifend schöne Landschaften, intakte Ökosysteme, einige der letzten Gegenden der Welt, auf die das Klischee der unberührten Wildnis vielleicht zutrifft.
All das, so die Demonstranten, soll der Gier der Großindustrie geopfert werden, die Energie für neue Kupfer-, Gold- und Aluminiumminen braucht. Das ist die eine Sicht der Dinge, ebenso ehrenwert wie sympathisch.
Dass der viele Strom wie auch das Metall aus der chilenischen Erde schon auch notwendig sind, damit wir es uns hier weiter an nichts fehlen lassen, wird aber allzu gern ausgeklammert.
Der UN-Weltklimarat meint, dass wir den Energiebedarf bis 2050 zu 80 Prozent aus erneuerbaren Quellen speisen könnten - so wir uns entschließen, den Weg rasch und konsequent zu gehen. Angesichts der Alternativen spräche vieles dafür.
Das bedeutet aber, dass bald viel mehr Windparks die Hügel, Berge und Täler behübschen, dass die Wüsten der Welt mit Solaranlagen tapeziert, dass die letzten Bergtäler mit Wasserkraftwerken verziert werden. Keine gute Prognose?
Alternativ können wir freilich auch weiterfahren wie bisher (ein bissl verbrauchsoptimiert vielleicht), bis der Klimawandel erst richtig durchgefegt ist. Das Risiko tragen in dem Fall noch dazu nicht wir, sondern bloß unsere Nachkommen. (corti, DER STANDARD-Printausgabe, 16.5.2011)
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"Gibt es Lösungsansätze, um die auf Kohlenwasserstoff basierenden Wirtschaft zu ersetzen?Natürlich.Aber der Weg, der nötig ist, um dorthin zu gelangen,wird nicht über die herkömmlichen Mechanismen der Marktwirtschaft führen,weil neue Lösungen nur durch den Profitmechanismus zu Stande kommen.Die Leute investieren nicht in erneuerbare Energien, weil damit kein Geld zu vedienen ist,weder auf kurze,noch auf lange Sicht.Die nötige Hingabe,um so etwas zu bewerkstelligen,geht mit grossen finanziellen Verlusten einher.Es gibt keine finanziellen Anreize dafür;und in diesem System geschieht nichts ohne finanziellen Anreiz."
watch the whole movie here:http://www.youtube.com/watch?v=4Z9WVZddH9w
" ... dass die Wüsten der Welt mit Solaranlagen tapeziert (...) werden."
Da stolpert der Vergleich über die Größenordnung. Ein kleiner Bruchteil der riesigen Wüstenareale würde reichen. Nicht dass die benötigte Fläche "klein" wäre, doch gibt es noch viel, viel mehr Wüste.
Ich hab´s mal überschlagsmäßig für den Weltenergiebedarf laut wikipedia berechnet.
Wenn man diesen als Wüstenstrom (CSP) rechnet (z.B. auch Treibstofferzeugung aus Wüstenstrom ohne Umwandlungsverluste) erhält man eine Fläche von etwa 500 Milliarden Quadratmeter Wüstenboden. Gut 700 x 700 km.
Ob das viel oder wenig ist bleibt jedem selbst überlassen.
Die zutapetierten Wüsten mögen eine Übertreibung gewesen sein. Das ändert aber nichts an der Richtigkeit der Grundaussage. Die Umstellung wird nicht nur Geld, sondern auch Natur kosten. Und auch Wüste ist Natur.
Primärenergie steht an sich im Überfluss zur Verfügung. Lange Zeit waren Techniken zur Umwandlung noch ein Nadelöhr. Da machen wir aber laufend Fortschritte.
Es hakt vor allem an Transport und Speicherung. Dabei ist die Speicherung der springende Punkt. Wenn wir es schaffen, große Mengen Energie dauerhaft, billig und sicher zu speichern, sind 95% des Problems gelöst. Die Frage nach der Energiequelle ist zwar nicht trivial aber vergleichsweise unbedeutend. Sobald das Speicherproblem gelöst ist, treten alle nur denkbaren Energiequellen in direkte Konkurrenz.
Der Fokus in dieser großen Frage liegt bei zu vielen schon zu lange daneben.
Wobei man aber die Steinwüsten in Ö auch dazuzählen muss.
Es ist nicht einsichtig dass sich der Alpenverein aufregt wenn man in Tirol auf einem Berg - wo es außer Felsen nicht viel gibt - Windräder aufstellen möchte.
Detto mit PV-Anlagen im Gebirge.
Auch Pumpspeicher braucht man zur Lastausregelung - und hier haben wir in Ö auch genug geeignete Täler - wo es außer 3 Murmeltiere nicht viel gibt.
Wenn sich alpine Landschaften für sie auf ein paar Felsen und drei Murmeltiere reduzieren, die es nicht wert sind, erhalten zu werden, dann wirft das ein trauriges Licht auf Ihr Verhältnis zur Natur. In den Augen sehr vieler Menschen gibt es dort jedenfalls sehr viel, das unwiederbringlich oder zumindest auf sehr lange Sicht zerstört würde.
dass man bei uns wegen 3 Murmeltiere meint ein für erneuerbare Energie wichtiges Speicher-KW verhindern zu müssen
- und in Japan werden wegen einem AKW - so ohne viele Diskussionen 80.000 Leute zwangsausgesiedelt.
Aber offenbar gibts halt mehr Japaner als Murmeltiere - deshalb dieser eigenartige Stellenwert.
Meine grobe theoretische Abschätzung war sogar noch viel zu optimistisch.
Habe mal bei wikipedia zu "Desertec" reingeschaut:
Solarthermische Kraftwerke (CSP) auf einer Fläche von 900 km² (30x30 km) sollen etwa 230 TWh Elektrizität pro Jahr liefern.
Alleine Deutschland verbraucht über 600 TWh pro Jahr.
30 km² würden demnach etwa so viel Ertrag bringen wie ein herkömmliches kalorisches Kraftwerk á 1 GW Nennleistung.
30 km² Sahara empfangen im Jahr etwa 90 TWh Sonnenenergie. Bei einem Wirkungsgrad der Umsetzung von 30 Prozent sind das weniger als 30 TWh Strom. Allein Österreich verbraucht mehr als doppelt so viel Strom im Jahr.
Woher kommen diese Fantasiezahlen bloß immer wieder?
Erneuerbare Energien, auch die aus offshore-Windananlagen, haben den gravierenden Nachteil, dass der Strom nicht konstant fließt. Die Grundlast ist somt nicht gewährleistet Deshalb baut jetzt EOn nur für den ersten Windpark in der Ostsee eine vom Fraunhofer Institut entwickelte neuartige Speicheranlage, bei der Wasser und Kohlendioxid mithilfe der Wind- oder Solaranergie direkt in synthethisches Erdgas umgewandelt wird. In der Elektrolyse wird im ersten Schritt Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt Im zweiten Schritt wird der Wasserstoff mit CO2 direkt zu Methan umgesetzt. Dabei steigt die Energiedichte um den Faktor 3 an und es entsteht ein marktfähiger und handelbarer Energieträger in Erdgasqualität. Sicher auch ein Exportschlager.
Zahlen hat er nicht. Sonst würde er nicht so einen Topfen schreiben.
Nuklear vertrahlte Gebiete: Tschernobyl 3000km², dazu Bikini, Kyshtym usw., jetzt noch Fukushima.
Sind in Summe wohl weniger als 10.000km².
Weltenergiebedarf: 20.000 TWh (nur elektrische Energie) bzw. gesamt 100.000 TWh.
Allein für 20.000 TWh Strom braucht man 100.000 km² Sahara.
dann reicht die Sahara für den 20-fachen Gesamtenergiebedarf der Erde, und wenn wir die Ausbeute als technische Realisten, die wir sind, auf 25 % senken, immer noch den 5-fachen. Wir könnten also so richtig in Energie schlemmen - wo liegt das Problem?
müssen wir auch die irrationale Angst vorvdem Unnatürlichen retten. Wasser, Wind, Sonne, Erdwärme, .... lassen sich nicht unsichtbar umwandeln.
Aber verglichen mit der radioaktiven Verseuchung und den rauchenden Schloten, erscheinen sie mir sehr ertraeglich.
Aber natürlich sauber UND nicht störend ist Energieotimierung. Ich schätze das Potential in den Industrieländern mit mehr als 30% ein.
Dazu bedarf es allerdings einer raren Energiequelle: Gehirnschmalz.
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