Selbst ein Strache-Sieg würde nichts ändern

15. Mai 2011, 18:15

Heinz-Christian Strache ist wieder zurück - Nicht nur mitregieren möchte er, sondern gleich an die Macht

Heinz-Christian Strache ist wieder zurück. Aus Italien, wo auch Jörg Haider gerne Rechtspopulisten traf. Aber Strache will ja nicht sein wie Haider. Nicht nur mitregieren möchte er, sondern gleich an die Macht. Vertraute er dem ORF-Mittagsjournal an. Die Umfragen schließen das nicht mehr aus.

Politiker der Regierungsparteien wissen kein Rezept gegen Strache, der mit der Art seines Auftretens die politische Messe liest. Großeltern und Enkel sind seine häufigsten Bewunderer. Wobei vermutlich die hohen Spritpreise und die Milliardengewinne der Ölmultis eine mindestens so große Rolle spielen wie die Ausländerfrage.

Dazu müsste Strache erst etwas sagen, wenn er an der Regierung wäre. Er würde das Problem der unverschämt hohen Benzin- und Diesel-Preise nach Brüssel delegieren. Die Leute würden es ihm glauben. So wie sie den derzeitigen Regierenden nichts mehr glauben. Die halbherzigen Leistungsbekenntnisse des Michael Spindelegger helfen da nicht weiter.

Denn wer heute ein Unternehmen gründet, dem werden allfällige Gewinne rasch weggesteuert. Und Sozialversicherungsbeiträge bei der gewerblichen Wirtschaft zahlen auch jene, die längst in Pension sind, aber halt noch etwas "leisten" möchten. Am einträglichsten sind in Österreich legal die Stiftungen (was nur wenigen Unternehmern gelingt) und illegal der Pfusch (der Profit der "Fleißigen").

Wenn die Enttäuschten nicht immun sind gegen Rechtspopulisten, gehen sie ihnen auf den Leim. Dazu kommen die unterschiedlichen Persönlichkeitsprofile der Parteichefs, deren Körpersprache und Rhetorik. Die unter die Haut geht oder auch nicht.

Für Strache ist "nicht wichtig, ob auf der Visitenkarte ,Bundeskanzler' steht," sagt er ganz locker im Standard-Interview vom Samstag. "Die bestimmende Kraft" will er sein. Selbstbewusst wie seinerzeit Haider diktiert er das.

Dem gegenüber Spindelegger. Er hat einen sanfteren Begriff von Kraft. Er will "die Kraft" haben, die ÖVP wieder Richtung Spitze "zu entwickeln". Das klingt noch vorsichtiger als Josef Pröll und ist meilenweit entfernt vom Machtbewusstsein des Wolfgang Schüssel, als dieser 1995 ÖVP-Obmann wurde.

Strache plakatiert Ideen, Spindelegger "sammelt" sie erst - Parteitag ist am Wochenende. Spindelegger redet differenziert über die Zukunft Europas, Strache will wieder einmal den Euro abschaffen. Die EU hat er noch nie gemocht, das trägt ihn beim Publikum. Und lässt ihn über die Milliardenspritzen für Pleiteländer und -banken schwadronieren. Obwohl jene, die ihm applaudieren, bei der Sanierung der FPÖ-Finanzierungsbank Hypo Alpe Adria bei ihren Steuerleistungen vom Haider-Erbe belastet werden.

Selbst Journalisten haben da nicht immer den Durchblick: wenn die eine Zeitung eine Wochen alte Nachricht der anderen neu verkauft und sogar das Fachpublikum darauf hineinfällt, indem ihm der Text wie exklusiv vorkommt.

In diesem Teich aus echten Sorgen, erfundenen Geschichten und ungesühnten Gaunereien tümpelt die österreichische Politik dahin. Wem die Geduld reißt, der macht Schlagzeilen. Ganz kurz.

Geändert wird nichts. Außer, es gewinnt 2013 Heinz-Christian Strache die Nationalratswahlen. Aber da wird es heißen: Den sitzen wir aus.(Gerfried Sperl, DER STANDARD; Printausgabe, 16.5.2011)

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Posting 1 bis 25 von 209
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Nikolaus Lackner
20
19.5.2011, 22:58
Ist er auf Weltreise? Oder auf einem Trip?

Strache: Satire ist das einzige was noch hilft. http://wien.kpoe.at/news/arti... 8124029410

Nikolaus Lackner
20
19.5.2011, 22:58
Ist er auf Weltreise? Oder auf einem Trip?

Strache: Satire ist das einzige was noch hilft. http://wien.kpoe.at/news/arti... 8124029410

Jambala Magdalena
00
16.5.2011, 18:35

In vielen europäischen Ländern haben die Regierungsparteien es doch tatsächlich geschafft, das Land zu spalten.Das ist ein Wahnsinn. In Österreich fordert die SPÖ die Vermögenssteuer, aber nicht etwa, um Schulden abzubezahlen, sondern um nebulöse Sozialleistungen, die man partout nicht veröffentlichen will, weiterzuzahlen. Und die EU bläht sich immer mehr auf. Wozu braucht man einen Rumpoy und eine Ashton , die müssen auch bezahlt werden und sind so nutzlos wie ein Kropf. Die EU sollte abspecken und sich mit der Hälfte des Geldes zufriedengeben, damit könnten die Länder zumindest einen Teil ihrer Schulden abbauen.

FS4 - the science channel
00
30.5.2011, 12:26

"Nebulöse Sozialleistungen"??? Die Kriterien für Sozialleistungen können Sie jederzeit in den einschlägigen Gesetzestexten nachlesen.

Marcus Maccabaeus
00
16.5.2011, 18:08
Das herrschende politische Establishment ist einfach am Ende, weil es uns in den EU-Wahnsinn hineingejubelt hat.

Gegen derart abgewirtschaftete Parteien kann einfach jeder punkten!

Schwarzbraunorange ist soo geil!
00
16.5.2011, 17:48
Ah so in Italien war er

http://www.party-events.at/index.php... Itemid=268

Gehört das Burgenland schon zu Italien?

Velvet Velour
01
16.5.2011, 17:06

Wahlen ändern nichts, sonst wären sie verboten. Oder war es "Wenn Wahlen was ändern würden, dann wären sie verboten"?

Das gehört doch zur Allgmeinbildung, braucht es da wirklich einen Kommentar?

teuerzahler
15
16.5.2011, 16:39
bin zwar ein überzeugter europäer, aber

diesem vertrottelten land täte es gut, aus der eu auszutreten und dann aufzuwachen.

nicht im paradies, wie die faschierten vormachen und mehr als die hälfte der schlafwandler glaubt!

das würd ich euch gönnen! in diesem sinne: raus aus der eu!

Lt K.....
20
16.5.2011, 19:55
Österreich

ist nicht vertrottelt.

Ich finde es bemerkenswert, daß Sie dafür auch noch mit grünen Stricherln belohnt werden.

FS4 - the science channel
00
30.5.2011, 12:29

Wissenschaftsfeindlich, reaktionär, autoritätsgläubig... Die drei Eigenschaften treffen jedenfalls auf weit mehr als die Hälfte des Staatsvolkes zu. Was brauchen Sie noch, damit das als vertrottelt durchgeht?

x
00
29.5.2011, 22:29

mir gefällt sein Posting auch nicht wirklich. aber der letzte Satz hat mich zu einem grünen Stricherl motiviert.

insofern ist dieses Posting geradezu ein Symbol dafür wie gefährlich die EU für die Regierungen geworden ist: Jeder Populist der Schwachsinn redet hat trotzdem gute Chancen gewählt zu werden wenn er nur ganz klar gegen die EU ist. Stichwort 'wahre Finnen'.

teuerzahler
03
17.5.2011, 06:36
oh, ich bitte um vergebung,

österreich ist ein lupenreiner, vorbildlicher rechtsstaat, wo menschenrechte hoch gehalten werden, wo alle menschen gleich behandelt werden, wo christliche werte wie nächstenliebe und gastfreundschaft gepflegt werden, wo die eliten wahre vorbilder sind, uneigennützig und selbstlos, wo die bildung das höchste gut ist, wo leistung was zählt, wo der geistige horizont über den schnitzlrand meilenweit hinaus ragt, kurz ein echtes vorzeigeland, wo es keine korruption gibt, wo die kirche noch eine moralische institution ist und und und.

oder?

Lt K.....
01
17.5.2011, 16:22

Gemessen an Utopia hat Österreich das Nachsehen.

Da es dies aber nicht geben kann, reicht es, sich an den Idealzustand anzunähern - und das tut Österreich besser als viele, viele andere Länder.

teuerzahler
12
18.5.2011, 14:27
schön, dass du so viel nachsicht deinen eliten

gegenüber übst! du bist wirklich der ideale untertan!

nur nicht denken, das könnte dein wohlbefinden beeinträchtigen.

Lt K.....
00
27.5.2011, 13:11
;-)

Und?

Dann bin ich eben für Sie obrigkeitshörig - man kann auch kritisch sein, ohne jede Autorität abzulehnen.

Marcus Maccabaeus
00
16.5.2011, 18:09
Und was würde passieren?

Wir bräuchten z.B. keine Rettungsschirme mehr mitfinanzieren!

teuerzahler
01
16.5.2011, 19:51
des wirst dann schon sehen!

warenfreiheit, zollfreiheit, reisefreiheit, niederlassungsfreiheit sind werte für int. tätige unternehmen, im besonderen exportfirmen, die die wenigen in öst. überhaupt tätigen int. unternehmen sehr schnell ans abwandern denken lassen. auch touristen werden sich überlegen, in ein land zu reisen, wo sie grenzkontrollen und geldwechsel erwarten.

das nur als anregung für deine mangelnde fantasie.

x
01
29.5.2011, 22:23

ja, nach dem EU-Austritt geht's uns dann so schlecht wie der Schweiz ;-)

skipper2002
00
16.5.2011, 15:47
zuerst wird er alle moscheen schliessen.

irgendein poster
 
62
16.5.2011, 14:58
ich glaube, dass...

..uns jetzt die schuldenpolitik der 70er und 80er jahre auf den kopf fällt.

was will man dagegen machen? alle ausländer raushauen? wird schwer gehen und die frage ist, ob es wirklich eine lösung ist.

den arbeitslosen das geld streichen und sich denken wer durchkommt kommt durch? dann schauts bei uns aus wie in einem dritte welt land.

bleibt vielleicht wirklich nur der schritt, dass das vermögen in österreich besser aufgeteilt wird

meta_meta
47
16.5.2011, 15:59
Uns fällt die minimale Besteuerung der Einkommen aus Besitz auf den Kopf

und die Totalhingabe der Wirtschaftspolitik an den Finanz- und Kapitalmarkt. Das macht nicht nur die Liestung kaputt, denn sie lohnt sich nicht mehr, sie verteilt die Einkommen immer ungleicher und führt zu Resignation, Wut und sozialem Unfrieden. Niemand braucht eine Strategie gegen Strache. Die Politik muss endlich wieder für die menschen da sein, dann ist dieser Fuzzi einfach kein Thema mehr. Aber die Neoliberalen Blockparteien werden das nicht mehr schaffen. (NB: Die FPÖ gehört da dazu, versteckt es aber am besten hinter ihrem Rassismus)

Hans Müller1
 
00
16.5.2011, 16:55
Nicht die Nicht-Besteuerung ist das Problem sondern

die Besteuerung der Löhne und die Geldverschwendung^2

Ben Yamin
01
16.5.2011, 15:25
Vermutlich würden schon kleine Korrekturen reichen.

Ein bisschen in Richtung zum Leitsatz:
"Jeder soll etwas arbeiten, der kann. Wer keine Arbeit findet, bekommt eine gemeinnützige Arbeit. Wer nicht arbeitet bekommt kein Geld."
Und/Oder:
"Wer keine Ausbildung hat, für die der Arbeitsmarkt Bedarf hat, kann nicht einwandern."

Leider bewegen wir uns mit SPÖVP in die Gegenrichtung, und die Grünen wollen diese Bewegung noch beschleunigen.

Ich bin sicher, dass die FPÖ das auch nicht besser machen würde, aber würde eine andere Partei dieses Programm überzeugend vertreten, die FPÖ hätte mit Sicherheit keine 30%.

Tonkun
00
16.5.2011, 22:37

"Jeder soll etwas arbeiten, der kann. Wer keine Arbeit findet, bekommt eine gemeinnützige Arbeit. Wer nicht arbeitet bekommt kein Geld."

die ÖVP verfolgt doch so eine Strategie....

Igor Gassner
11
16.5.2011, 15:42
Parteien vertreten nicht die Menschen

sondern die Lobbys also die SPÖ die Banken Wien und die Bahn die ÖVP die Industrie Agrar und normale Industrie + Transport, Verwaltung.
Die Grünen die Minderheiten und Ausländer
die FPÖ die die nirged wo dazu gehören

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