Die nächste Krise kommt und sie wird noch ärger sein als die jetzige so der Erste-Chef - Rohstoffe als Auslöser
Wien - Die nächste Krise kommt und sie wird noch ärger sein als die
jetzige, sagte Erste-Chef Andreas Treichl laut ORF
bei einer ÖVP-Veranstaltung am Freitag in Salzburg. "Ich sehe jetzt eine riesige
Gefahr dadurch, dass meine Branche relativ wenig aus der Krise gelernt hat. Denn
die Chancen unfassbar schnell unfassbar viel Geld mit nicht traditionellem
Geschäft zu verdienen, sind unheimlich hoch. Ich glaube, dass die nächste Krise
nicht über die Immobilien, sondern über die Rohstoffe kommen wird", wird Treichl auf Salzburg.orf.at zitiert.
Treichl verteidigt zugleich das relativ
konservative Geschäftsgebaren der Banken im mittelosteuropäischen Raum. Hier
würden noch zum allergrößten Teil dem traditionellen Bankgeschäft entsprechend
Spareinlagen hereingenommen und Kredite vergeben. "Wir haben eine Bilanzsumme
von weit über 200 Milliarden Euro und spekulieren mit sieben. Eine Deutsche Bank
hat eine Bilanzsumme von 2.000 Milliarden und spekuliert mit 1.500. Das sind
völlig andere Dimensionen", argumentiert Treichl.
"Grober Fehler"
Die Politik habe zwar, zum Teil zu Recht, die Kreditvergabe in den letzten
Jahren erschwert. Aber es habe sich niemand um die Sicherheit von Anleihen
gekümmert. Kreditvergaben an vertrauenswürdige Firmen seien im Vergleich zu
Ausleihungen an Staaten zu streng reglementiert. "Ein Beispiel: Eine Firma, die
ich seit 100 Jahren kenne, die noch nie einen Verlust gemacht hat und 50 Prozent
Eigenkapital hat, möchte jetzt einen Kredit von mir haben. Dann brauche ich als
Bank heute zehn Mal so viel Eigenkapital, wie wenn ich eine Anleihe an
Griechenland vergebe, wo ich jetzt schon weiß, dass die wenn dann nur über die
Steuerzahler zurückgezahlt werden kann", so Treichl.
Treichl weiter: "Das ist eine Frechheit, das
ist ein ganz grober Fehler. Unsere Politiker sind zu blöd und zu feig dazu und
zu unverständig dafür, weil sie von der Wirtschaft keine Ahnung haben um dagegen
zu wirken und das wird Österreich schaden und wir werden hinter andere Länder
zurückfallen." Eine Demokratie, die solchen Auswüchsen nichts entgegen setzen
könne, verliere ihre Legitimation und öffne politischen Scharlatanen Tür und
Tor, so Treichl laut ORF. (APA)