Der Ohnmacht nahe

13. Mai 2011, 18:12
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Nicht so wenige werden hoffen, dass Nadine Beiler den Song Contest nicht gewinnt - Die Ausrichtung kostet viel Geld

Gar nicht so wenige werden Samstag am Abend zittern und hoffen, dass Nadine Beiler den Song Contest nicht gewinnt. Die Show in Düsseldorf kostet offenbar rund 30 Millionen Euro, ein Betrag, bei dem nicht nur im ORF so manchem der Atem stockt.

Den Bewerb ernstzunehmen gelang bei der Vorausscheidung allerdings wieder nicht. Man muss den Song Contest nicht unbedingt "Schas" nennen, wie das Moderator Andi Knoll eine Spur zu geradeheraus tat. Aber es war für Nadine Beiler nicht wirklich schwer, sich zu behaupten. Knolls Aussage aktivierte übrigens auf der Stelle den Umschaltimpuls. Auf ARD wurden Bilderpostkarten geschickt und wohltuend uncool "Viel Vergnügen mit Slowenien" gewünscht.

In der Show selbst wurde klar, aus welchen Klonen die Musikindustrie besteht. Der von ihr antizipierte Massengeschmack brachte überwiegend Einheitsauftreten und -auftritte: ein Gesicht, vier tanzende, singende Körper, Pumprhythmen und LED-Wahnsinn, der nach kurzer Zeit für Ohnmachtsgefühle sorgte. Am Ende fühlte man sich gehirngewaschen. Kein "Schas", aber auch kein Spaß. (Doris Priesching/DER STANDARD; Printausgabe, 14./15.5.2011)

Hinweis
Live-Kommentar - derStandard.at kommentiert das große Finale live

  • Nadine Beiler freut sich, ORF zittert: 30 Millionen Euro kostet Deutschland der Song Contest.
    foto: orf/badzic

    Nadine Beiler freut sich, ORF zittert: 30 Millionen Euro kostet Deutschland der Song Contest.

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