Schulkinder und Anrainer hätten jahrelang unter Baulärm gelitten
Innsbruck - "Hätten wir nicht so konsequent gekämpft, würden wir vor einem riesigen Bauloch im Stadtpark Kitzbühel stehen", sagt die Obfrau der Bürgerinitiative "Unser Kitzbühel", Susanne Wunderer: Bäume wären gefällt worden, Schulkinder und Anrainer hätten jahrelang unter Baulärm gelitten.
Der Umbau der Bezirkshauptmannschaft (BH) im Stadtpark wurde von Bürgermeister Klaus Winkler (VP) nach monatelangen Protesten abgesagt: Die BH bleibe im Stadtzentrum, Vergrößerungen würden ins angrenzende Marienheim ausgelagert.
Die Stadtregierung hatte Experten beauftragt, Neubau- und Tiefgaragenpläne für die BH zu evaluieren. Das Ergebnis deckte sich mit den Forderungen der Bürgerinitiative: "Für eine Tiefgarage unter dem Schulpark wurde keine logistische oder wirtschaftliche Notwendigkeit gesehen", sagt Wunderer. Nicht nur unter Kitzbüheler Bürgern, auch im VP-dominierten Gemeinderat formierte sich Widerstand. "Wir wollen einen Park und keinen Parkplatz", forderte etwa Vizebürgermeister und Verkehrsreferent Siegfried Luxner (SP).
Durchgesickert waren die seit Jahrzehnten angedachten, siebenten Umbaupläne (inklusive Tiefgarage) für die nicht mehr ganz zeitgemäße BH Anfang des Jahres. Die Grünen hatten einem kämpferischen Kitzbüheler, dem Schauspieler Horst Ebersberg, einen Tipp gegeben. Er initiierte daraufhin die erste Unterschriftenaktion gegen die Verbauung des Schulparks und gründete eine Facebook-Seite. In der Folge entstand die Bürgerinitiative "Unser Kitzbühel".Teurer wirds allerdings jetzt: Dem Land muss ein Teil der historischen BH abgekauft werden. Ein Gemeinderatsbeschluss wird für 23.Mai erwartet. (ver/DER STANDARD, Printausgabe, 14./15. Mai 2011)