Künftig Öffentlichkeitsrecht, Gemeinnützigkeit, Höchstgrenze für Schulgeld und Mitgliedschaft in Dachverband Voraussetzung
Wien - Die Warnungen einer Elterninitiative, dass die Existenz der Privatschulen in freier Trägerschaft durch neue Regeln zur Einstellung von Lehrern und eine de-facto-Kürzung der Förderungen bedroht ist, haben offenbar Wirkung gezeigt. Bei einem Runden Tisch haben sich am Freitag Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) und Vertreter der nicht-konfessionellen Privatschulen nicht nur auf eine neue Qualitätssicherung geeinigt, das Ministerium hat auch mehr Geld zur Verfügung gestellt.
In einer Aussendung kündigte Schmied an, dass die Förderung pro Kind so hoch sein wird wie in den vergangenen zwei Jahren. Beatrice Lukas vom Förderverband Freier Schulen zeigte sich erleichtert, dass die Förderung pro Schüler für das Schuljahr 2010/11 (sie wird immer erst am Ende des Schuljahrs überwiesen) wieder 1.000 Euro betragen soll. Die Schulen in freier Trägerschaft, dazu gehören etwa Waldorf- oder Montessori-Schulen, bekommen laut Ministerium 2011 knapp 4,9 Mio. Euro. 2009 und 2010 waren es jeweils 4,5 Mio. Euro, damals gab es allerdings zwischen 1.000 und 1.500 Schüler weniger als heute.
Neue Kriterien für Förderung
Laut neuer Kriterien, welche Schulen förderungswürdig sind, müssen die Standorte nicht nur das Öffentlichkeitsrecht besitzen und Mitglied in einem Dachverband sein. Es gilt auch eine Höchstgrenze für das Schulgeld pro Kind und Jahr und die Schulen müssen gewisse Kriterien für die Qualität der Bildung erfüllen.
Angesichts des Lehrermangels dürfen die Schulen zudem vorerst weiter Personal einstellen, das nur eine alternativpädagogische und keine staatliche Lehrerausbildung hat, so Lukas. Für die Zukunft wurde aber laut Ministerium vereinbart, dass eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Dachverbände und des Bildungsministeriums Kriterien und Qualitätsanforderungen für die Ausbildung von Pädagogen an den privaten Schulen in freier Trägerschaft definiert. Die Ergebnisse sollen auch in die geplante neue Lehrerausbildung einfließen. (APA)