Kooperieren Sie schon?

13. Mai 2011, 17:44
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Strukturieren Sie noch oder kooperieren Sie schon? Die Intensität und Qualität der Kooperation ist Angelpunkt für alle Gestaltungs- und Veränderungsprozesse

Zunehmende Individualisierung, rasante technologische Entwicklungen, demografische Veränderungen, neue Arbeitswelten: Für Organisationen ist es immer herausfordernder, beim Tempo der Entwicklungen mitzuhalten. Steht auch auf Ihrer Tagesordnung die permanente Restrukturierung?

Mehr denn je müssen Unternehmen heute die gezielte Gestaltung von wirksamen Arbeitsweisen und eine flexible Arbeitsumgebung für die nachhaltige Wertschöpfung ihres Unternehmens sicherstellen. All Ihre Anstrengungen verpuffen jedoch, wenn eine grundlegende Dimension unbeachtet bleibt: die Intensität und Qualität der Kooperation.

Basis für den Fortschritt

Kooperation ist ein Gut, das unsere Welt zusammenhält: Millionen von Menschen kooperieren täglich bewusst wie auch unbewusst miteinander, rund um die Welt, über geografische und kulturelle Grenzen hinweg. Kooperation gilt als Basis für den Fortschritt unserer Welt. Durch Kooperation wurde Neues geschaffen, und häufig führt Kooperation zum Nutzen aller Beteiligten.

Auf unternehmerischer Ebene bedeutet dies, Unterschiedlichkeiten zu respektieren und gleichzeitig Arbeitsbedingungen, Lernformen und Führungsverhalten derart zu gestalten, dass Kooperation entsteht und wächst. Es gilt, ein Klima zu schaffen, in dem Individuen gemeinsam Verantwortung übernehmen, den Dialog innerhalb und zwischen hierarchischen Ebenen zu stärken und eine vertrauensvolle, nachhaltige Zusammenarbeit zu fördern. Denn Mitarbeiter haben die Wahl und entscheiden sich auch: Verfolgen sie ihre persönlichen Ziele oder bekennen sie sich zu gemeinsamen (Organisations-)Zielen?

Aus vielen "Ichs" zu einem "Wir"

Mithilfe eines präzisen Verständnisses davon, wie Individuen im Arbeitsprozess miteinander interagieren und kooperieren, kann eine gemeinsame Identität der Belegschaft sowie eine motivierende, gemeinsame Interpretation der unternehmerischen Zielsetzungen geschaffen werden. Es kann ein Übergang aus vielen "Ichs" zu einem "Wir" geschehen, ohne dass die einzelnen "Ichs" dabei verloren gehen. Unternehmen und ihr Topmanagement müssen dazu verstehen, wie Gruppen von Menschen zusammenarbeiten wollen und können, um wirksam und erfolgreich zu sein.

Es kann für Unternehmen einen signifikanten Unterschied machen, welchen Führungsstil sie verfolgen und welche Rahmenbedingungen sie ihren MitarbeiterInnen bieten, um nachhaltig Kooperation zu fördern und ihre Geschäftsstrategien zielgerichtet und erfolgreich zu realisieren. Ein binäres "richtig" oder "falsch" gibt es dabei nicht.

Welcher Führungsstil der geeignetste ist, muss je nach Organisation analysiert werden, denn viele Möglichkeiten können zielführend sein: Führen Sie Ihr Unternehmen wie der Dirigent eines Symphonieorchesters, wo alle derselben Partitur folgend im richtigen Moment den richtigen Ton treffen? Oder folgen Sie besser dem Bild einer improvisierenden Jazzband? Beides kann harmonische Musik hervorbringen. Finden Sie den richtigen Stil für Ihr Unternehmen und nützen Sie dadurch das volle Potenzial gezielter Kooperation. (Katja Teuchmann/DER STANDARD, Printausgabe, 14./15.5.2011)

  • Katja Teuchmann ist Partnerin bei Deloitte Human Capital und leitet den 
Bereich Talent Management.
    foto: deloitte

    Katja Teuchmann ist Partnerin bei Deloitte Human Capital und leitet den Bereich Talent Management.

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