EU-Cookie-Richtlinie naht

13. Mai 2011, 15:42
  • Artikelbild
    foto: standard, christian fischer

Am 25. Mai soll die Regelung in Kraft treten

Gemäß der EU Direktive 2009/136/EC war vorgesehen, die Richtlinien für den Einsatz von Cookies zu verschärfen und die Privatsphäre der NutzerInnen zu stärken. Noch bis 25. Mai haben die EU-Staaten Zeit, die so genannte Cookie-Regelung in nationales Recht zu gießen. Viel zu bemerken ist davon jedoch noch nicht. Auch Österreich bildet dabei keine Ausnahme.

Keksspuren

Cookies, das sind kleine Textdateien, die Webseiten beim Surfen im Internet unbemerkt auf Rechnern ablegen. Und hier wird es problematisch. Kritisiert werden Cookies im Hinblick auf den Datenschutz, wenn sie die Surfspuren der User verfolgen und seine Identifizierung erleichtern sowie die Erstellung eines Persönlichkeitsprofils ermöglichen. Auch beim so genannten Tracking ist der Aufschrei laut. Ein weiteres Krux bilden Drittanbieter, wie etwa ein Werbetreibender. In dem Fall werden Daten ohne das Wissen der Nutzer gesammelt, um die potenziellen Kunden mit möglichst individualisierter Werbebotschaft zu erreichen.

Von Vorteil sind Cookies dann, wenn man beim Online-Shopping Artikel im Warenkorb ablegt, die mit Hilfe der Cookies beim Herunterfahren des Rechners automatisch gespeichert werden.

Drittanbieter

Ende April ist in Österreich die Frist für den Ministerialentwurf zur TKG-Novelle 2003 abgelaufen, darunter auch der Cookie-Paragraf. Im darin enthaltenen Paragraf 96 Absatz 3 werden "Betreiber öffentlicher Kommunikationsdienste" erwähnt, worunter auch Telekombetreiber und Internet Service Provider fallen, kritisiert die AK-Konsumentenschützerin Daniela Zimmer im Gespräch mit ORF.at. Sie erklärt, die Cookie-Regelung betreffe "alle Dienste der Informationsgesellschaft" und verweist auf den Erwägungsgrund 66 der EU-Richtlinie. Daraus geht hervor, dass "es denkbar ist, dass Dritte aus einer Reihe von Gründen Informationen auf der Endeinrichtung eines Nutzers speichern oder auf bereits gespeicherte Informationen zugreifen wollen, die von legitimen Gründen (wie manchen Arten von Cookies) bis hin zum unberechtigten Eindringen in die Privatsphäre (z. B. über Spähsoftware oder Viren) reichen."

Werbe-Industrie

Für den Online-Werbemarkt ist die Nutzung von Cookies essentiell. Obwohl laut aktuellem Entwurf die Branche zwar nicht betroffen ist, wurde ein Leitfaden zur Nutzung von Cookies entworfen. Über die Website Meine-Cookies.org kann via Opt-out-Funktion eine Cookie-Auswahl getroffen werden. Inzwischen spricht sich auch EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes für eine Selbstregulierung der Werbebranche aus. (ez, derStandard.at, 13. Mai 2011)

Die kritische Stimme
01
15.5.2011, 18:33
Die bösen Cookies

Und schon haben wir von Javascript abgelenkt, mit dem sich sämtliche Eigenschaften von Browser und Betriebssystem auf einmal abfragen lassen. Damit ist nämlich in vielen Fällen bereits eine eindeutige Identifizierung möglich, ganz ohne langwierig Cookies verfolgen zu müssen! (Es reichen zw. 12 und 17 Kriterien, um eine Person - oder in diesem Fall einen Browser, der häufig einer solchen zugeordnet ist - eindeutig zu identifizieren, ohne Namen und Geburtsdatum zu kennen.)

Und kommt's mir bitte nicht mit dem Argument, man braucht das, weil sonst Webseiten in unterschiedlichen Browsern oder Betriebssystem nicht funktinieren. Wozu gibt's Standards? Wenn sich ein Browser nicht daran hält, ist der Browser schuld, nicht die Website!

Herman Toothrot
02
13.5.2011, 21:06

so viel halbwissen in so wenig text

Lorf
 
01
14.5.2011, 01:10

So viel Unwissen in so wenig Regierung.

Wennso Weitergeht...
00
14.5.2011, 12:20
Leider ist es ziemlich viel Regierung

die bezahlt werden will. Für ihr Unwissen.

Anonÿm
00
13.5.2011, 19:25

"Cookies, das sind kleine Textdateien, die Webseiten beim Surfen im Internet unbemerkt auf Rechnern ablegen."
Falsch. Cookies werden vom Webbrowser angelegt, nicht von den Webseiten. Das ist auch der Grund dafür, dass man sich Addons runterladen kann mit denen man die Verhaltensweisen einstellen kann.

Außerdem sind Cookies zu WEIT mehr nützlich als die Artikel in einem Warenkorb abzuspeichern.

Die Regelung insgesamt könnte auch von der Urheberrechtslobby kommen, so durchdacht ist das Ganze.

Bumbu
 
00
14.5.2011, 13:53
Das ist auch der Grund dafür, dass man sich Addons runterladen kann mit denen man die Verhaltensweisen einstellen kann.

Gratuliere, Sie haben die Wahrheit erkannt.

Cookies leben auf MEINEM Rechner und werden von MEINER Software angelegt, aktualisiert, weiter­vermittelt und gelöscht. Sie unterstehen folglich vollständig MEINER Kontrolle, und wenn sie irgendetwas treiben, was ich nicht will, dann sollte ich mich an MEINER Nase fassen.

Sich darüber aufzuregen, daß man unerwünschte Cookies am Rechner hat, ist ja wirklich etwa so blöd wie wenn sich ein Webseiten­betreiber darüber beschwert, daß externe deep links ihm Besucher an der Startseite vorbeischleusen.

ThePCeee
04
13.5.2011, 17:20

...und gleichzeitig arbeiten sie an INDECT.
Heuchler

Redplanet.
 
00

Es geht ja darum WER die Kontrolle hat.
Nur ... kann man der Regierung bedingungslos vertrauen?
Ich denke nicht.

nao...?
12
13.5.2011, 16:45
eine selten dumme regelung

aber was darf man sich von der EU (und unseren Politikern die dort sitzen) schon erwarten ...

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.