Stellenprofile

Alle suchen weiße Elefanten

13. Mai 2011, 17:40
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    foto: apa/paul miller

    Weiße Elefanten sind eine seltene Anomalie, selbst die Besten ihrer Art sind grau.

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    foto: privat

    Heinz Schuster.

Idealprofile in Stellenanzeigen: Warum die Suche nach perfekten Kandidaten nicht guttut

STANDARD: Jobsucher beklagen anhaltend, dass Unternehmen so gut wie ausschließlich perfekte Kandidaten suchen, die alles können und auch noch jung sind. Werden die irgendwie doch gefunden?

Schuster: Ja, alle suchen den weißen Elefanten für Managementpositionen - flexibel, ungebunden, international erfahren, kreativ, maximal 40 Jahre alt, und fesch soll er oder sie auch sein. Natürlich werden diese Idealprofile nicht gefunden, solche Menschen gibt es ja gar nicht. Es werden nach dieser Erkenntnis dann auch Abstriche gemacht, es kommt Wasser in den Wein.

STANDARD: Das Spiel ist aber immer dasselbe ...

Schuster: Die Geschäftsführung sucht den weißen Elefanten, die Human Resources kommen dann irgendwann mit einem etwas gräulicheren an. Aber: Diese Idealprofile verunsichern potenzielle Bewerber sehr, sie schrecken auch ab. Unternehmen berauben sich so auch eines großen Potenzials.

STANDARD: Also gleich gräulicher in den Markt gehen?

Schuster: Unternehmen tun sich ja selbst nichts Gutes, sie sollten nur das unbedingt Notwendige in die Profile packen und ausschreiben.

STANDARD: Wie steht es denn um die Altersfrage - öffnet sich angesichts der demografischen Entwicklung schon ein wenig der Markt für 50+?

Schuster: Wenn ein Fünfer davorsteht, ist es sehr, sehr schwer. Vor allem, wenn ein Branchenwechsel das Thema ist. Ich habe solche Kandidaten, Einkaufsleiter, Produktionsleiter, Finanzvorstände - da hilft auch das Argument langjähriger Erfahrung wenig.

STANDARD: Sind die immergleichen Klischees von wegen minderer Leistungsfähigkeit und gesundheitlichen Hemmnissen unterwegs?

Schuster: Absolut. Und das Vorurteil, die seien zu teuer. All das macht es schwer, überhaupt eine Chance zu bekommen. Seit der Krise ist es meinem Eindruck nach sogar noch enger geworden.

STANDARD: Wird nicht bald der demografische Knick die Not der Öffnung bringen?

Schuster: Ich hoffe es, rechne aber erst in zwei Jahren damit. (Karin Bauer/DER STANDARD, Printausgabe, 14./15.5.2011)

Heinz Schuster (72) ist Geschäftsführer der Schuster & Associates , die sich hauptsächlich mit professioneller Trennung (Outplacement) beschäftigen. Er war zuvor u. a. 25 Jahre bei Mobil Oil.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 39
1 2
paradiselost
00
21.6.2011, 14:00
Heinz Schuster (72)... ????

oehmmm.

das foto oben stammt aber mit gewissheit aus einer frueheren 'bewerbungsmappe' des herrn schuster... ;-))

man weiss ja, dass heute viele 70-jaehrige wie maximal 60 ausschauen - aber das hier scheint doch nicht wirklich glaubhaft. (ich lass mich aber gern und zukunftsfroh eines anderen belehren)

Hacklergschichten und Arbeitssachen
 
00
21.5.2011, 18:10
Jobsuche durchs Fernsehen

Jobsuche kann auch anders funktionieren:

Eine neue Folge von "Hacklergschichten & Arbeitssachen" wird ab Montag, 23. Mai um 20.30 Uhr auf Okto ausgestrahlt.

http://okto.tv/hacklergschichten/

O5
71
16.5.2011, 23:10

Im Prinzip werden solche Ausschreibungen, und das ist ja altbekannt, ja nur verwendet um zwischen Till-Eulenspiegel-artigen Narren wie dem Management Quatscher einerseits und fähigen Bewerbern andererseits unterscheiden zu können. Erstere werden endlos jammern und sich nicht bewerben, letztere werden sich bewerben und den Job bekommen.

Management Quatscher
05
18.5.2011, 18:10

Das geht jetzt echt zu weit.

Der Management Quatscher ist so arg, dass nur wegen ihm die HR-Tanten und -Onkeln beknackte Ausschreibungen formulieren müssen.

Hält ihn denn niemand auf ?
Die Wirtschaft steht vor dem Ende.

Benno Berghammer1
03
16.5.2011, 18:44
Der ideale weisse Elefant...

Wenn man schon den Inhalt zwischen den Zeilen liest,
steht in den meisten Inseraten ein Idealprofil.

Ausselektiert wird vom Personaler in der Praxis zuerst egal was im Jobinserat drinsteht:

1. die vermeintlichen zu alten, zu teuren und zu
unflexiblen Bewerber
2. alle Bewerber, die nicht in der Branche des
Auftraggebers arbeiten bzw. lange gearbeitet
haben
3. von den verbleibenden Bewerbern diejenigen,
die zu oft den Job gewechselt haben

Übrig bleiben die jüngsten Bewerber, die in der Branche arbeiten und formal die Kriterien erfüllen.
Am Liebsten nimmt man die, die man glaubt noch
entwickeln zu können. Es sind logischerweise die,
die sich am billigsten verkaufen und formal passen.

Alles anderes ist eine große Lüge.

francis79
 
08
16.5.2011, 07:38
Zum Glück gilt dass hauptsächlich für Managementpositionen.

Jobausschreibungen für Techniker (zb. SW-Entwickler) sind da deutlich anspruchsloser ;-) :
einsatzfreudig, reisebereitschaft, kein 9 to 5, überstundenpauschale, "angemessenes Gehalt"
erfahrung:
sehr gute praktische 5jährige erfahrung mit 3 entwicklungsframeworks die erst seit 4 jahren existieren, erfahrung mit php oder wenigstens cobol oder PL1 zusätzlich wünschenswert.
erfahrung mit den von uns eingesetzen datenbanken.
Erfahrung in dem von uns als Meidlinger Weltmarkführer besetzen Nischenbereich.
Spass an der Kombination "Intensiver Kundenkontakt, Analyse und Projektmanagement und trotzdem einem besser bezahlten BWL-Project-Irgendwas-Leiter weisungsgebunden sein".
Sie sollten gerne in einem Großraumbüro voller HR-lern arbeiten! ;-)

Akuma
00
16.6.2011, 14:10

made my day! :)

Prognoseforscher Dr. Tunnelblick
17
15.5.2011, 18:04
wenn ein 5er vorne steht...

der beste witz,
mittlerweile hast ja schon probleme mit einem 3er vorne
bzw. wenn Du ein 4stelliges Nettogehalt mit einen 2er vorne willst...

woman
00
30.6.2011, 20:28

das wirklich grösste problem ist, daß firmen viel lieber junge akademiker nehmen, die noch formbar sind und denen sie wenig bezahlen. 20 jahre erfahrung, mitdenken und hinterfragen kommt leider nicht mehr gut an.

super web checker
11
16.5.2011, 00:04

also das kann ich nicht bestätigen

samba cat
00
16.5.2011, 12:12

ebenfalls.

lebenslauflücke
00
15.5.2011, 17:11

Ein mittelmäßig mathematisch Begabter schafft es recht schnell, die Wahrscheinlichkeit zu errechnen, den "idealen Kandidaten" zu finden:

1) Alle gesuchten Zusatzqualifikationen auflisten, danach die Häufigkeit, mit der jede einzelne bei jemandem aus der groben Zielgruppe (z. B. einschägig akademisch Ausgebildeter) statistisch gesehen vorkommt.

2) Die Wahrscheinlichkeit, alle Kriterien bei einer Person zugleich anzutreffen, ergibt sich aus der Multiplikation der einzelnen Werte.

Beisp. Hotel: 10 Prozent (Hausnummer) haben in einem Thermenhotel gearbeitet (0,1). 10 Prozent haben Spezialkenntnisse als Käsesommelier (0,1). Eine Person zu finden, die beide Kriterien erfüllt, ist also 0,1 mal 0,1 = 0,01. Wahrscheinlichkeit also 1 Prozent.

The Gentle Art of Making Enemies
03
15.5.2011, 14:35
;-)

Vielleicht sollte man dem Herrn Kollegen Schuster einmal mitteilen, welche Bedeutung GERADE "Weißer Elefant" im HR-Bereich aufweist: nämlich ein auf das Abstellgleis geschobener (und somit konsequenterweise de facto unnützer) ehemals leitender Angestellter, der aus verschiedensten Motiven heraus nicht gekündigt wird und somit wortwörtlich "money for nothing" erhält.

Martin Major
 
00
21.6.2011, 20:45

sind das die ganzen regionalleiter? :)

Michael B
00
15.5.2011, 12:30
Einen Trost hat der Herr Schuster wenigstens für uns:

in ZWEI Jahren kommt also sie endlich, die demographische Lücke.

lieschen müller4
18
14.5.2011, 23:30
auch eine Lösung

..Wenn ein Fünfer davorsteht, ist es sehr, sehr schwer... Vermutlich haben die Entscheidungsträger nicht zugehört als von Leitl,Sorger & Co. verlangt wurde,dass das Pensionsalter laufend erhöht werden soll.Da sich der Teil der Wirtschaft, der nicht aus Funktionären besteht, für die Arbeitsplätze der 50+ nicht zuständig fühlt,der Staat aber die Frühpension immer mehr einschränkt und auch die Arbeitslosigkeit für diesen Personenkreis keine staatliche gewünschte Alternative darstellt, bleibt offenbar nur der Weg des freiwilligen Frühablebens.

Fritz Meyer
01
14.5.2011, 23:28
Die wollen leider vor allem auch bezahlt werden...

und darum sucht die Wirtschaft immer besonders verzweifelt nach ihren "Traumkandidaten".

Flip
00
16.5.2011, 02:58

Was heißt hier "leider"?

super web checker
00
14.5.2011, 19:23
Jugendkult

Schön, dass Herr Schuster das Thema so klar anspricht. Er ist ja immerhin 72 und ist selbst das beste Beispiel, dass man auch im Alter gut ausschaut und leistungsfähig bleibt, ohne sich zu verbiegen. Aber halt, ist das Foto vielleicht gar nicht mehr aktuell? Nein, nein. So eine Manipulation würde der Standard nicht machen.

Ewald S.
00
14.5.2011, 18:25
Da gibt es eine Bar in Fort Worth,

dort findet man weiße Elefanten in rauhen Mengen!
http://www.whiteelephantsaloon.com/

worry1
013
14.5.2011, 15:57
Naja, man will halt

einen 25-jährigen Schönling mit ewig guter Laune, der zwei Dr. -titel hat und 10 Jahre Auslandserfahrung und der, die Arbeit aus eigener Begeisterung 16 Stunden am Tag macht ohne einen Lohn dafür zu wollen, den schon die Arbeit tun zu dürfen ist ja Lohn genug.
Geiz und Gier sind auch hier der Tod unserer Arbeitswelt.

Post(er)
06
14.5.2011, 12:35

Die ideale Firma:

wo ist die Klimaanlage?
wo ist das Einzelbüro?
wo ist der Firmanwagen?
wo sind die intelligenten Kollegen?
wo ist das angemessene Gehalt?
wo ist die Zukunftsperspektive?
wo ist die Sicherheit?
wo ist die Flexibilität?
usw.

samba cat
20
15.5.2011, 13:48

einzelbuero? waeh. unkommunikativ, wenig hilfreich wenn man mal schnell was besprechen will "pick your brains"). teambueros bitte.

Martin Major
 
02
21.6.2011, 20:46

wenn viel telefoniert wird, gehts dir schnell am sack, wenn du dich mal auf zahlen konzentrieren musst. oder programmcode ...

RS69
 
00
21.6.2011, 17:58

Hängt vom Job ab.

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