Oft wird einseitige Taubheit von Tinnitus begleitet - Implantate vermindern diese Ohrgeräusche
Düsseldorf - Ein Großteil der Menschen, die unter einseitiger Taubheit leidet, hat mit starken Ohrgeräuschen, dem sogenannten Tinnitus, zu kämpfen. Bei anhaltenden Beschwerden ist die Lebensqualität der Patienten häufig durch Schlaflosigkeit und Depressionen mit nachfolgender Arbeitsunfähigkeit stark beeinträchtigt. HNO-Ärzte behandeln Betroffene seit einiger Zeit erfolgreich mit Hörschnecken-Prothesen, sogenannten Cochlearimplantaten (CI). Auf der 82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie erörtern Experten Vor-und Nachteile dieser Therapie.
Besserung beim Richtungshören und Sprachverstehen
Wie Wissenschaftler der HNO-Universitätsklinik Freiburg nachweisen konnten, profitieren einseitig taube Patienten ohne und mit Tinnitus vom Einsatz eines Cochlearimplantats. In einer Operation platziert der Arzt das Implantat in die Hörschnecke des Innenohrs. Dort ersetzt es die natürliche Reizübertragung der Sinneszellen auf den Hörnerv. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass diese Hörschnecken-Prothese bei Patienten mit einseitiger Ertaubung alternativen Methoden deutlich überlegen ist", fasst Susan Arndt, Oberärztin an der Universitätsklinik für HNO am Universitätsklinikum Freiburg die Ergebnisse ihrer Untersuchungen zusammen. Sowohl das Richtungshören als auch das Sprachverstehen verbesserte sich bei den Patienten erheblich. Selbst bei zusätzlicher Geräuschkulisse und wenn die Sprache von Seiten des tauben Ohres kam, konnten Patienten mit Implantat deutlich mehr verstehen als zuvor mit einem konventionellen Hörgerät. Das CI mindert zudem Ohrgeräusche: Bei 98 Prozent der Patienten verschwand der Tinnitus teilweise oder sogar vollständig, wenn das Implantat eingeschaltet ist.
Allerdings eignet sich die Methode nicht für alle Patienten mit einseitiger Taubheit. Unter welchen Bedingungen eine Versorgung mit einem CI erfolgreich ist und wann sich die Therapie mit herkömmlichen Hörgeräten weiterhin anbietet, erörtert Arndt auf einer Pressekonferenz anlässlich der 82. Jahresversammlung der DGHNO KHC in Freiburg. (red)