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Wien - Sie wurde vor 164 Jahren als Gelehrtengesellschaft in Wien gegründet - später als geplant, weil der Kaiser eher kein allzu großer Freund der Wissenschaften war. Ihre Gründung im 19. Jahrhundert ist der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) noch in so manchem ehrwürdigem Ritual anzusehen. Bei den Organisationsstrukturen geht man nun aber daran, den Sprung ins 21. Jahrhundert zu schaffen.
In den vergangenen Monaten gab sich Österreichs wichtigste außeruniversitäre Trägereinrichtung für Grundlagenforschung (Budget 2011: 91,3 Mio. Euro) eine neue Satzung und eine neue Geschäftsordnung. Außerdem wurde diese Woche ein neuer Entwicklungsplan beschlossen. Das bedeutet konkret, dass das Präsidium gestärkt wurde und dass es mit dem deutschen Peter Lotz erstmals einen Finanzdirektor gibt.
Vor allem aber sieht der Entwicklungsplan vor, dass die derzeit 63 Forschungseinheiten der ÖAW auf 53 reduziert werden. Das soll in erster Linie durch Zusammenlegungen geschehen soll, wie ÖAW-Präsident Helmut Denk und sein Vize Arnold Suppan bestätigten. Insbesondere werden die rund 30 Kommissionen, also die ÖAW-"Mini-Institute", entweder mit oder zu Instituten vereinigt (etwa im Bereich Altertumsforschung und Archäologie oder im Bereich der Teilchenphysik, wo auch die Frage eines Institutsneubaus noch offen ist). Die Kommissionen können aber auch zu Beratungseinrichtungen umgewandelt oder aufgelöst werden.
Endgültig beschlossen wird diese Liste nach dem Abschluss der laufenden Evaluierungen bis Ende 2012. An den großen, neuen Vorzeigeinstituten der ÖAW - also dem CeMM, dem IMBA oder dem IQOQI der Quantenphysiker - sollen jedenfalls keine Kürzungen vorgenommen werden.
Der nächste Schritt ist der Abschluss der Leistungsvereinbarungen mit dem Wissenschaftsministerium für die Jahre 2013 und 2014, die auch das ausbaufähige Budget beinhalten. Diese Verhandlungen begannen letzte Woche und sollen bis Herbst abgeschlossen sein. (APA, tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 13.05.2011)
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