Mit dem Rad zur Arbeit

"Radfahren ist ansteckend!"

15. Mai 2011, 16:55
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    foto: alex halada/pid

    Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou und Magistratsdirektor Erich Hechtner gaben den Startschuss für die Initiative Wien radelt zur Arbeit. Zur Pressekonferenz am 10. Mai im Wiener Rathaus-Hof kam Vassilakou mit dem Dienstrad, Hechtner mit dem Dienstauto angerollt.

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    Armando radelt zur Arbeit. Über den Downloadbereich auf der Webseite der Initiative kann man das "Ich radel zur Arbeit"-Schild runterladen, ausdrucken und Fotos machen.

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    Klare Sache: Das Hermes-Team radelt zur Arbeit.

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    Gruppeninspektorin und Revierinspektor radeln zur Arbeit.

Im Rahmen der Initiative "Wien radelt zur Arbeit" gilt es, Rad-Kilometer zu sammeln und CO2 zu sparen

Im innerstädtischen Bereich ist das Fahrrad das schnellste Verkehrsmittel auf Distanzen bis zu fünf Kilometern. "Radfahren bringt sehr viel im Sinne einer menschenfreundlicheren Verkehrspolitik. Bei zunehmendem Radverkehr sinkt die Unfallhäufigkeit", beruft sich Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou auf aktuelle Studien. Und weiter: "Alle Wege führen aufs Fahrrad. Wer den Weg zur Arbeit damit zurücklegt, fördert seine Gesundheit, ist schneller am Ziel und schont das Geldbörsl sowie die Umwelt."

Spielerischer Wettstreit

Was ist der Anlass für solch Loblied auf das Fahrrad? Die bundesweite Initiative der Interessensgemeinschaft Fahrrad (IGF) "Radelt zur Arbeit", hat nun auch in Wien Einzug gehalten und Maria Vassilakou rührt die Werbetrommel. Wien radelt zur Arbeit ist ein spielerischer Wettstreit, bei dem es ab 1. Juni die täglich zurückgelegten Radkilometer zwischen Zuhause und Arbeitsstätte zu sammeln gilt. Womit man sich damit den eingesparten CO2-Ausstoß vor Augen führen und darüber hinaus von Sponsoren zur Verfügung gestellte, fahrradbezogene Preise gewinnen kann.

Das Ziel: Mindestens 50 Prozent aller tatsächlich gearbeiteten Tage sollen mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Bis zum 25. Mai können sich Unternehmen und Teams zwischen zwei bis vier Personen für das Projekt anmelden. Die Idee zu "Wien radelt zur Arbeit" kommt von der IG Fahrrad, die das Konzept bundesweit angeboten und die Kampagne initiiert hat. "Bike to work-Programme sind in mehreren europäischen Ländern bereits Standard", weiß Alec Hager von der IGF.

Von sechs auf zehn Prozent

Wien ist im Vergleich zu Salzburg oder Graz keine "Radfahrerstadt", hat aber in den letzten zehn Jahren den Fahrradanteil beinahe verdreifachen können. Derzeit fahren 34.000 Menschen in Wien mit dem Rad zur Arbeit, 2001 waren es 12.000. Das Ziel von IGF und Stadt Wien ist es nun, in den nächsten vier Jahren den Anteil des Radverkehrs von derzeit sechs auf zehn Prozent zu erhöhen. Doch wie bringt man Arbeitnehmer und ihre Chefs aufs Fahrrad? "Motivation, Motivation, Motivation!", ruft Vassilakou. "In jedem Unternehmen finden sich ein paar Leute, die mit dem Rad unterwegs sind, und Radfahren ist ansteckend. Wer sich bei schönem Wetter einmal aufs Rad schwingt, wird nicht mehr drauf verzichten wollen", verspricht die Verkehrsstadträtin, die meistens selbst mit dem Rad in die Arbeit fährt.

100 Gründe

Ein Papier der Radlobby ARGUS aus dem Jahr 2008 hält hundert Gründe fest, die Menschen daran hindern, für kurze Wege in der Stadt auf das Fahrrad umzusteigen. "Zu schnelle und zu knapp überholende Autos, fehlende sichere Radverkehrsanlagen, zu lange Wartezeiten an den Ampeln, Negativ-Image in den Medien, das Rad kann gestohlen werden", lauteten einige davon. Es ist zu hoffen, dass sich mit den 450.000 Euro, die die Stadt Wien alleine in diesem Jahr in den Ausbau von elf Kilometern Radfahranlagen, 3.000 Radabstellanlagen und Bewusstseinsbildung investiert, ein paar davon erübrigen.

Als Voraussetzung betrachtet Hans Doppel von der ARGUS allerdings eine Befragung der Radfahrer. "Derzeit ist kein stressfreies Radfahren in Wien möglich. Am Beginn positiver Veränderungen müsste eine empirische Erhebung stehen: Was wollen die Radfahrer wirklich? Anhand der Ergebnisse müsste seitens des Rathauses entschieden werden: Wir setzen das um." Eine zentralistische Straßenplanung sieht Doppel als Notwendigkeit um die Lücken in den Fahrradanlagen zu schließen. "Das Hauptnetz gibt es in Wirklichkeit nicht", regt er zu einem bereits von der ARGUS in Angriff genommenen "Lückenschlussprogramm" an.

"Das ist erst der Anfang"

Ob mit den 450.000 Euro die Investitionen in den Ausbau des Fahrradverkehrs für die kommenden Jahre schon wieder erledigt sind? "Das ist erst der Anfang", betont Vassilakou. "Unser Weg ist der, den alle Europäischen Städte verkehrspolitisch gehen müssen. München ist hier ein großes Vorbild." Auch die StVO-Novelle ist für sie kein Grund zur Resignation. "Die Vision, Fahrradstraßen entstehen zu lassen, ist immer noch aktuell. Wir werden jetzt gemeinsam mit den einzelnen Bezirksvertretern ausloten, wo solche möglich und sinnvoll sind." Über die Benutzungspflicht der Fahrradanlagen soll weiter diskutiert werden. Darüber hinaus sollen in den nächsten Jahren an allen großen Bahnhöfen Fahrradstationen - eine Art betreuter Garagen - errichtet werden. (Eva Tinsobin, derStandard.at, 15.05.2011)

Infos und Anmeldung

wien.radeltzurarbeit.at

An der bundesweiten Aktion "Österreich radelt zur Arbeit", sind derzeit insgesamt vier Bundesländer beteiligt: Wien, Salzburg, Oberösterreich und das Burgenland. Mehr als 200 Unternehmen haben sich bislang registrieren lassen.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 205
1 2 3 4 5
Anders Jemand
01
27.5.2011, 18:31

ich bin wegen der Zeitersparnis aufs Fahrrad umgestiegen.
Mit dem Auto (nur 1 einziges Mal probiert): 1h (inkl. Parkplatzsuche), mit den Öffis: 30min+5min zu Fuß, mit dem Fahrrad: 12 min.

Helmut Jiranek
00
24.5.2011, 12:40
Wartezeit an der Ampel

Für mich ein Grund mit dem Rad die Fahrbahn zu benützen. Die Ampelphasen für Radfahrerüberfahrten sind zu kurz.

Aktuelles Beispiel: die neu errichtete Überfahrt am Praterstern bei der Nordbahnstraße. Von der Praterstraße kommend schaltet die erste Ampel über die Nordbahnstraße unmittelbar vor dem Herannahen auf Rot zurück. Das ist okay so. Man kann nicht in beiden Richtungen immer grün haben. Doch gleich ein paar Meter weiter kommt man erneut zum Stehen. Die Grünphase der neu errichteten Ampel für Fußgänger/Radfahrer ist so kurz, dass man wieder kurz nach dem Zurückschalten auf Rot hinkommt. Dabei würden schon 10 Sekunden mehr reichen...

Robert Fien
40
20.5.2011, 13:58
Also die Autofahrer wissen sich schon zu wehren... siehe:

http://www.youtube.com/watch?v=JCTgJ24B62s

Kaktus
00
31.5.2011, 13:22
Das Auto als Waffe einsetzen?!

Krank und kriminell.

aculus populus
 
12
18.5.2011, 16:30
Im Straßenverkehr in einer 30er Zone

fuhr ich 29,9 km/h. Knapp hinter mir fuhr ein Auto der mich nicht überholen konnte (u.a. wegen der Geschwindigkeitsbegrenzung).
Nach ungefähr 10 Sekunden fing der Autofahrer wild zu hupen...aus dem Schrecken heraus hätte ich fast einen Herzinfarkt erlitten und blieb am Straßenrand stehen... unter solchen Bedingungen soll das Fahrradfahren ansteckend sein? Als langjähriger Radfahrer merke ich nur wie die Autofahrer aggressiver, undisziplinierter und ungeduldiger werden, bei zunehmendem Radverkehr wird sich die Sitation noch weiter verschärfen.

meinrad
01
19.5.2011, 09:44

dich schreckt eine hupe noch?

lanebbia
00
18.5.2011, 11:10

Wie es um das subjektive Sicherheitsgefühl steht sieht man hier: http://wien.orf.at/stories/5... 702/result
momentaner Stand: fühle mich sicher: 6%
Fühle mich nicht sicher 47%, Es geht so 47%
Da besteht Handlungsbedarf, bzw, da braucht sich keiner wundern, wenn nicht mehr Leute radeln wollen.

propagandaresistent
01
18.5.2011, 10:48
Radfahren in Wien ist gut und schön....

aber an gewisse Regeln sollten sich die Radler auch halten: z.B. dass man (wie auch die Autofahrer in der Stadt) jederzeit bremsen können muss, was bei Tempo 50 und mehr auf bergab führenden Radwegen eher unmöglich ist. Ein Radfahrer hätte gestern deswegen beinahe eine Mutter mit Kinderwagen niedergeführt, die einen Radweg auf einem Zebrastreifen überqueren wollte. In dem Zusammenhang: auch Radfahrer müssen vor einem Zebrastreifen stehenbleiben, wenn jemand über die Fahrbahn oder den Radweg gehen will. Das scheint im Bewusstsein der Pedalritter noch nicht sehr verankert zu sein. Ich lege die Strecke vom Zug zu meinem Arbeitsplatz zu Fuß zurück. Was ich da betreffend Radfahrer sehe, ist oft keine Werbung für die Disziplin dieser Leute.

Tompkins, Mr. Tompkins
 
12
19.5.2011, 00:47
Lesen sie mal die StVO

Auf Radwegen gibt es keine Schutzwege - per Definition nicht. Diese hübsch aufgemalten Streifen sind zwar lustig, aber durch keinerlei Gesetz legitimiert. Schutzwege gibt es nur auf der Fahrbahn und Radwege sind kein Teil dieser - im Gegensatz zu Mehrzweckstreifen.

Was nix daran ändert, daß der Oarsch gefälligst auf die Frau mit Kinderwagen Rücksicht zu nehmen hat.

root66 ~~~
12
18.5.2011, 11:47
Das grundlegende Problem liegt darin, dass ...

... vor allem im urbanen Bereich die Radwege fast ausschließlich zu bestehenden Fahrbahnen bzw. Fußwegen (Ring) dazugeflickt wurden! Somit sind Konfliktsituationen vorprogramiert! Nach wie vor haben Autos, die durchwegs mit nur einer Person besetzt sind, alle Rechte im Straßenverkehr, die sich die RadlerInnen mit Recht erst mühsam und Stück für Stück erobern müssen! Und warum? Weil die dafür nötige Infrastruktur noch immer viel zu selten in ausreichendem Maß vorhanden ist!

human ic
00
18.5.2011, 11:00

Wenn ich radle muss ich gleichzeitig werbung fuer die disziplin anderer leut machen ? Wie soll denn das gehn ?
Aufregendes gschichterl uebrigens.

propagandaresistent
11
18.5.2011, 11:05

Selbst beobachtet. Aber du scheinst du jenen Leuten zu gehören, die mit Scheuklappen auf ihrem Rad sitzen.

human ic
04
18.5.2011, 11:15

Foto, oder es ist nie passiert. Wir alle wissen was so im taeglichen strassenverkehr passiert, aber mit solch ruehrenden gschichterln hausioeren gehn und dann saemtliche menschen die radfahren dafuer verantwortlich machen is ziemlich erbaermlich.

meinrad
02
18.5.2011, 13:04
vor allem ist das "beinahe niedergeführt" des einen das "ereignislos vorbeigefahren" eines anderen.

ein sonntagsradler würde sich wahrscheinlich mehrmals täglich als "beinahe niedergeführt" vorkommen in situationen, die ein routinierter stadtradler noch als kontrolliert und unbedrohlich empfindet.

lanebbia
00
18.5.2011, 15:58

Was ist ein routinierter "Stadtradler"?

meinrad
01
19.5.2011, 09:42

naja jemand der das rad als alltägliches verkehrsmittel verwendet und ned nur an ein paar wochenenden im sommer auf der donauinsel mit den kindern spazierenfährt.

aculus populus
 
00
18.5.2011, 16:19
ab 4000 km/jahr im Straßenverkehr

könnte man dazuzählen

human ic
00
19.5.2011, 12:19

Routiniert is man sobalds einen bei gehupe nichtmehr aus den socken haut ;-)

Wie kommst auf 4000 ? Warum nich 15k?

meinrad
00
18.5.2011, 10:50
meinst jederzeit bremsen oder jederzeit stehenbleiben?

ersteres kann jeder immer, zweiteres keiner jemals.

propagandaresistent
00
18.5.2011, 11:03
wenn wir es genau nehmen: jederzeit stehenbleiben,..

..z.B. eben vor einem Zebrastreifen, der über einen Radweg führt (und das gibt es nicht zu selten). Aber auch sonst ist auf innerstädtischen Radwegen die Möglichkeit, jederzeit stehenbleiben zu können, nützlich und vor allem auch ein Schutz für alle, auch für die Radfahrer selbst.

meinrad
01
18.5.2011, 12:59
"jederzeit stehenbleiben" heißt: bremsweg = 0 m. das schafft nicht mal ein fußgänger.

macht aber nix, weil ich muss nur rechtzeitig vor einem ungeregelten übergang, einer roten ampel etc. stehenbleiben können. daher spricht nix dagegen, es rennen zu lassen und das tempo entsprechend zu verringern, wenn man sich solchen stellen nähert. genauso wie mit dem auto halt.

lanebbia
20
18.5.2011, 15:58

Troll

meinrad
01
19.5.2011, 09:40

wtf? ich glaub nicht, dass ich irgendwas extrem unsinniges geschrieben hab.

D.S.1
02
18.5.2011, 10:44
steuerliche Absetzbarkeit von Fahrrädern

Ich fordere die steuerliche Absetzbarkeit von Fahrrädern, die für den Weg in die Arbeit verwendet werden!
Begründung:
Regelmäßiges Fahrradfahren erspart dem Staat teure Reperaturen an Straßen und der Gesellschaft Lärm und Abgase!
Regelmäßiges Fahrradfahren erhält die Gesundheit und reduziert daher Kosten im Gesungheitssystem!
Der Staat muß auch dafür geradestehen, da er seine Leistung (Schutz vor Dieben) gerade was Fahrräder betrifft, oft nicht ausreichend erfüllt!

Gerhard56
00
18.5.2011, 05:42
Vassilakou mit dem Fahrrad

Mit diesem Fahrrad ist sie sicher nie gefahren. Mich würde interessieren, wo sie den Dienstwagen mit Chauffeur parken hat lassen?

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