Wasserqualität soll so gut wie nie zuvor sein, Sichttiefe fast vier Meter betragen - Ein Mähboot stutzt die Unterwasserpflanzen
Wien - "Heuer ist die Wasserqualität so toll, wie sie überhaupt noch nie war", lobte Umweltstadträtin Ulli Sima den Zustand der Alten Donau. Überhaupt könne die Alte Donau "mit allen tollen Badeseen in Österreich mithalten". Die Sichttiefe betrage durchschnittlich vier Meter. Damit liege das Gebiet etwa vor dem Wörthersee (rund 2,9 Meter) und dem Millstätter See (rund 3,6 Meter). Das sei das Ergebnis aktueller Messungen.
In der Saison würden in der Alten Donau alle 14 Tage Wasserproben genommen. Auch das Wachstum von Unterwasserpflanzen, den sogenannten Makrophyten, sei ein Zeichen für Wasserqualität: "Sie sind wie eine Biokläranlage, wie ein Biofilter. Die filtern Nähstoffe raus, die sorgen dafür, dass das Wasser klar und durchsichtig bleibt", erklärte Wassergüteexperte Karl Donabaum, Geschäftsführer der DWS Hydro-Ökologie. Allerdings sind die hochgewachsenen Pflanzen von Wassersportlern als Bauchkitzler gefürchtet.
Echolotsondierungen für den Mähplan
Seit 2003 sorgen Mähboote dafür, dass die rund eine Million Schwimmer, die pro Jahr in der Alten Donau planschen, von den Pflanzen nicht gestört werden. Zudem wird durch das Mähen das Aufkommen der niedriger wachsenden Vegetation gefördert. Andernfalls würde den Makrophyten das existenzielle Licht genommen.
Der Einsatz der Vehikel erfolgt nach einem Mähplan, der von Experten ausgearbeitet wird. Dafür werden Echolotsondierungen vorgenommen und Tauchgänge absolviert. Diese Untersuchungen finden zwischen April und Oktober alle zwei bis vier Wochen statt. In den kommenden Wochen wird laut Donabaum etwa an der Unteren Alten Donau gemäht. Insgesamt hat die Stadt vier Boote im Einsatz: zwei große und ein kleines Mähboot sowie ein Sammelboot, das herumtreibende Pflanzenreste aus dem Wasser fischt.
Rohrkolben, Ufer-Seggen, Blutweiderich
Das Unterwasser-Grün in der Alten Donau gedeiht auf alle Fälle prächtig: Im Vorjahr wurden rund 1.800 Tonnen Wasserpflanzen gemäht. Das entspricht laut Stadt einem Eigengewicht von 150 Autobussen.
Im Frühling und Herbst lässt die Stadt außerdem niedrigstämmige Unterwasserpflanzen am Grund der Alten Donau pflanzen. "Das langfristige Ziel ist, dass die ganze Alte Donau irgendwann von diesen niedrigstämmigen Pflanzen besiedelt ist - und dann brauchen wird nicht mehr zu mähen", so die Umweltstadträtin. Auch an die Ufer wird gedacht: Damit diese grüner werden, gibt es für Uferpächter gratis Pflanzkörbe mit gewässertypischen Pflanzen wie Rohrkolben, Ufer-Seggen, Schwertlilien und Blutweiderich. (APA)