Zehn Thesen

Kritik an "Einsparmodell Einheitslehrer"

12. Mai 2011, 14:23

Österreichische Professoren Union sowie Lehrervertreter aus Schweiz, Bayern und Baden-Württemberg formulieren zehn Thesen zur Lehrerbildung

Wien - Die derzeit vom Unterrichtsministerium angedachte Gleichstellung der Pädagogenausbildung vom Kindergarten bis zu Schulen mit Maturaabschluss wird nicht von allen Betroffenen als "Upgrade" verstanden. Lehrervertreter aus Österreich, der Schweiz und den deutschen Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg warnen im Rahmen ihrer heute, Donnerstag, veröffentlichten "Internationalen Münchner Erklärung zur Lehrerbildung" vor dem "Diktat von BOLOGNA". Demnach führe das "Einsparmodell Einheitslehrer" zwangsläufig "zu einer Absenkung des Ausbildungsniveaus".

"Lehrer, die alles ein wenig können, können nichts hervorragend", heißt es u.a. in der zehn Thesen umfassenden Erklärung, die gemeinsam von der Österreichischen Professoren Union (ÖPU), dem Kantonalen Mittelschullehrerinnen- und Mittelschullehrerverband St. Gallen (KMV), dem Philologenverband Baden-Württemberg (PHV BW) und dem Bayerischen Philologen Verband (BPV) erarbeitet wurde. "Mancher Bildungspolitiker wünscht sich offenbar den billigen Einheitslehrer, der nach kurzer Ausbildung universell einsetzbar sein soll", wird Bernd Saur, Vorsitzender des PHV BW, in einer Aussendung zitiert. Stattdessen, so heißt es in einer These, erfordern unterschiedliche Bedürfnisse der Schüler "eine zielgruppenspezifische Ausbildung der Lehrer".

Gerhard Riegler, Vorsitzender der ÖPU, ortet "angesichts eines drohenden Lehrermangels" in der "angekündigten Auswahl" der "Besten für die Lehramstsstudien" eine Farce. Politiker würden "das Ansehen des Lehrberufs mit Füßen treten". Gefordert sei daher, so die vier Lehrervertretungen, "eine Renaissance gesellschaftlicher Wertschätzung des Lehrberufs ebenso wie eine attraktive Entlohnung". Nur dann könnten junge Menschen wieder für den Lehrberuf gewonnen werden. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 47
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Dr_Olaf
 
03
24.5.2011, 20:53
würde Schmied im Gesundheitswesen wüten dürfen,

…hätten wir bald die Berufsgruppe der "Gesundheitler". Die machen dann halt alles was im Krankenhaus so anfällt. Vom Bettenmachen über die Grundpflege bis hin zum doppelten Bypass. Und wenn im OP grad nichts los ist, dann darf der Gesundheitler/ die Gesundheitlerin auch schon mal in der Großküche aushelfen. Diese Neuerung würde dann in Hochglanzbroschüren als das neue Wundermittel zur Verbesserung der Qualität (nicht zur Entlastung der Krankenkassen) gepriesen werden. Und wenn die Ärztekammer dagegen rebellieren würde, würden sie als reformresistente Betonierer gebrandmarkt durch alle Zeitungen geprügelt werden…

pitt stehler
01
15.5.2011, 08:03
dass man einen beruf auswählt und ergreift

um damit seinen lebensunterhalt zu verdienen, auf diese idee scheinen die poster nicht zu kommen. wahrscheinlich sind die finanziell unabhängig oder transferleistungsbezieher.

Coldplay21
00
16.5.2011, 13:09

eher das zweite

ride my pimp
26
13.5.2011, 21:55
Wir brauchen wieder mehr Lehrer (Wissen) statt Pädagogen (Erzieher, Disziplinierer und Aufpasser)

Der AHS-Lehrer/Gymnasiallehrer steht fachlich weit über seinen Schülern und hat ergo den notwendigen Überblick.

Die PH- bzw. Hauptschullehrer - oft sogar fachfremd unterrichtend - sind ihren Schülern mitunter nur eine Unterrichtsstunde voraus.

Wenn das so toll sein soll, bitte, Frau Schmied, machen Sie nur!

nina yankow
00
24.5.2011, 01:40
nur pädagogisch/didaktisch unfähige werden disziplinierer

zu den AHS-Lehrern, die fachlich weit über den schülern stehen: gerademal 15% der 17-jährigen burschen besuchen überhaupt eine AHS. und nichtmal bei diesen, bei denen eh schon ausgesiebt wurde, schaffen es die AHS-lehrer, sie auf einem hohen niveau in ihren lernfortschritten zu fördern (s. pisa: spitzenleistungsanteile), weil ihnen eben die didaktische kompetenz fehlt. ich war eine sehr gute wissbegierige schülerin an der AHS, und habe praktisch nie etwas von einem lehrer lernen können, was nicht auch in einem schulbuch stand. die können ihr fachwissen gar nicht vermitteln. den schwachen können sie nichtmal den kernstoff vermitteln, von motivation ganz zu schweigen. das hat unglaubliche gesellschaftliche folgen für Ö.

D/E
00
24.5.2011, 14:21
Glauben Sie nicht, dass Verallgemeinerungen frisch von der Leber weg

mit sehr viel Vorsicht zu genießen sind?

Es soll ja (gerüchteweise) auch vorkommen, dass man auf der PH noch nicht völlig ausgelernt hat.

nina yankow
00
24.5.2011, 01:06

Das fachfremde unterrichten verstehe ich auch nicht. Da hat man an den pädagogischen hochschulen eh schon tendenziell die fachlich weniger ambitionierten studenten (was wohlgemerkt nicht am unterricht der PH liegt, sondern daran, dass für die arbeit an VS, HS, etc. weniger bezahlt wird, weshalb die "guten" eher an die uni gehen, und daran, dass an diesen schulen mehr personal gebraucht wird und man daher weniger aussieben kann als an unis) und dann dürfen grad die auch noch fächer unterrichten, von denen sie keine ahnung haben?

ride my pimp
13
13.5.2011, 21:52
Lehrer: jetzt "schneller, besser, billiger"

Merkt jemand den Widerspruch?

mountaineer
25
13.5.2011, 15:21
AHS-Lehrerausbildung muss erhalten bleiben

Wer glaubt, ein Lehrer müsse fachlich gerade um ein Alzerl (die berühmte eine Unterrichtsstunde im Stoff) voraussein und das reiche zur Genüge,

der IRRT GEWALTIG!

AHS-Lehrerausbildung erhalten! Ohne Kompromiss!

nina yankow
00
24.5.2011, 01:48

nicht die AHS-lehrerausbildung muss erhalten bleiben, sondern ALLE lehrer, die schüler über 10 Jahren unterrichten, benötigen ein gefestigtes fachwissen, und ALLE lehrer müssen didaktisch kompetent sein.
es ist heuchlerisch, so zu tun, als würden AHS-lehrer derzeit auch nur ein zehntel ihrer ausbildung an die schüler in irgendeiner form weitergeben können, weil sie aktuell weder in motivationstechnischer und pädagogischer noch in didaktischer hinsicht ausreichend fähig sind.

D/E
02
24.5.2011, 15:07
Wenn jemand glaubt, dass Lehrer (egal welche)

ihre Ausbildung weitergeben sollen, liegt er vermutlich meilenweit neben den Zielen einer Schule.

Carla Sociale
110
13.5.2011, 14:52
Man kann in den Schmied'schen Visionen schon einen roten Faden erkennen.

Nur der Einheitslehrer, an der Einheitsausbildungsstätte zu einem Einheitspreis vereinheitlicht, wird es schaffen, die Kinder vereinheitlichten Geschlechts zur Einheitsmatura zu führen. Diese vereinte Masse an jungen Leuten wird dann hoffentlich einheitlich denken und die Einheitspartei wählen.
Obwohl, wenn es nur noch eine gibt, können wir auch die Wahlkampf- und Wahlkosten sparen.

AttenTexter
 
09
13.5.2011, 14:33
...

Ich denke, die Idee hinter der einheitlichen Lehrerausbildung für alle Schulstufen fußt darauf, dass die Gesellschaft als ganzes ohnehin immer infantiler wird und selbst achtzehnjährige auf dem Niveau von Volksschülern herumdümpeln.

So gesehen ist diese Lehrerausbildung Neu eine Kapitulation vor der Infantilisierung (gibt es das Wort eigentlich?) der westlichen Gesellschaft.

Hochkultur Ade.

Willkommen im Zeitalter des Entertainment.

D/E
04
13.5.2011, 11:04
Ich glaube nicht, dass eine Verkürzung der Lehrerausbildung das eigentliche Problem ist.

Schließlich steckt einiges Potential in der Idee, zuerst den B. Ed. (Bachelor of Education) zu machen, eine Probezeit zu arbeiten und gleichzeitig oder später eine facheinschlägige (oder schultypenspezfische) Qualifikation auf Master-Ebene zu erwerben.

Das Problem liegt m. E. in der Erwartungshaltung. Offensichtlich scheint sich der Glaube durchzusetzen, dass Grundschulpädagogik auf alle Altersstufen und Fachrichtungen umlegbar ist und man einfach eine Kindergärtner/innen- oder Volksschullehrer/innen-Ausbildung mit ein paar Vertiefungen erweitern muss, um plötzlich an AHS-Oberstufen und BHS fachlich und didaktisch hochwertigen Unterricht anbieten zu können.

Das wird ins Auge gehen.

Werner Faygmann
00
13.5.2011, 09:57
Hauptsach...

...alle runter werden Mag. und Magisterin, oder Master und Masterin - und v.a. dafür höher gelöhnt... is doch der Kindergarten-Masterin wuascht, ob dadurch des Gesamtniveau sinkt...

A. Sieberer
07
13.5.2011, 08:10

Das "Wie" etwas gelehrt wird, rückt immer mehr in den Mittelpunkt des Interesses, das "Was" verliert immer mehr an Wert. Bildung bedarf beider Seiten!

Fördern und Individualität, Wissen um die Entwicklung und Verständnis für das Kind, sind grundlegende Fähigkeiten, die ein Kind an ein erfolgreiches, freudvolles Lernen heranführen. Kinder brauchen aber auch das Vorbild des Fachmannes, des Lehrers der umfassendes Wissen vermittelt und so die Faszination von intensiver, tiefgreifender Auseinadersetzung mit Wissensinhalten vemitteln kann.

Die Gewichtung beider Teile muss sich mit dem Erwachsenwerden des Schülers ändern.
Die Frage ist, ob man dem mit einer Einheitsausbildung der Pädagogen gerecht wird.

flatus incarceratus
716
12.5.2011, 19:32
AHS-lehrer

sind aufgrund ihrer universitären ausbildung für die "wir-mögen-nicht" generation der schüler überqualifiziert, was zu frust führt.
viele bilden sich zu viel auf ihr "lehramt" ein und handeln willkürlich, was vom system und dem behörden letzlich geduldet wird.
das schulsystem orientiert sich in verschiedenen bereichen zu sehr am lehrer.
diese form von AHS-lehrer kann man sich im wahrsten sinne des wortes "sparen", eine ein einheitliche ausbildung an einer pädagogischen hochschule ist zu begrüßen. bildung und ausbildung des schülers müssen im mittelpunkt stehen.

(seit vielen jahren AHS-lehrer)

Alfred Moosbrugger
11
14.5.2011, 09:04

Ihr Nickname korreliert mit der Qualität Ihres Postings

mountaineer
02
13.5.2011, 15:41

Sie können nie und nimmer AHS-Leher sein, denn sonst wüssten Sie, dass der Mensch "AHS-Lehrer" für den österreichischen Staat nur eine Nummer ist, für die Schüler eine Feindfigur, für die Eltern ein Prellbock, usw.
Für das Ministerium ist er Staatsfeind Nummer 1, setzt er sich doch aus Idealismus die Förderung kritischer junger Menschen zum Ziel, für Claudia Schmied eine Katastrophe per se!
Trotz exzellenter universitärer Ausbildung wird er mit bis ins Detail vorgegebenen Lehrplänen und Bildungsstandards gegängelt etc. etc.

flatus incarceratus
01
14.5.2011, 17:57
"mit bis ins Detail vorgegebenen Lehrplänen"???

bin mir nicht sicher: ist ihre antwort ironisch gemeint?

Denker9
03
14.5.2011, 18:51

Oder mountaineer kennt die Lehrpläne nicht! Dafür die Schulbücher umso genauer!

mountaineer
02
13.5.2011, 15:19

Offenbar waren Sie noch nie an einer Mittelschule in einer größeren österreichischen Stadt, denn sonst würden Sie wohl anders denken.

Die AHS-Lehrerausb. ist die einzige mögliche Rettung!

m rams
04
13.5.2011, 12:59
Ich finde Ihre Einstellung bedenklich.

Klar, es gibt Schüler, die "nicht mögen". Aber es gibt auch viele Schüler die mögen sehr wohl.
Man sollte nicht Bildung und die Pädagogik in den höheren Schulen auf Kindergarten umschalten, nur damit auch derjenige, der schon so überhaupt nicht mag, zwangsweise maturiert werden kann.
Was würde denn aus den Schülern die mögen? Verweigert man denen die Bildung und kaschiert es dann mit möglichst viel Pädagogik, damit sie nicht unruhig werden?

Sie sind wirklich Lehrer? Kaum zu glauben.

nina yankow
10
24.5.2011, 02:00

unsere derzeitigen AHS-lehrer schaffen es jedenfalls nicht, "denen, die mögen" mehr zu vermitteln als diese sich über schulbücher ganz alleine aneignen könnten. und "denen, die nicht mögen", können unsere AHS-lehrer nichtmal den kernstoff akzeptabel vermitteln. der AHS-unterricht verstärkt sogar meist noch das desinteresse.
die schuld auf die schüler zu schieben, ist ein trauriger beweis, dass unsere universitäre bildung nicht vor allerpeinlichsten, unüberprüften hausverstand-kurzschlüssen schützt: ansonsten wüssten Sie, dass in Ö die spitzenschüler weniger gefördert werden als zB in den niederlanden und finnland, und dass es sehr wohl möglich wäre, eine mehrheit der schüler zur matura zu führen.

wadif
03
13.5.2011, 09:02

Ich glaube nicht, dass Sie Lehrer sind. Und mit Ihrer Einstellung, dass eine universitäre Ausbildung von Lehrkräften im AHS Bereich zu hoch gegriffen ist, ist das auch gut so.

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