Photovoltaik-Projekt am Biohof Adamah

Energie, die mit den Hühnern aufsteht

Roman David-Freihsl , 11. Mai 2011 19:51
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    Foto: david

    Im Jahr 2000 haben Gerhard Zoubek (rechts) und seine Familie mit dem Direktvertrieb ihrer Biokistln begonnen

Adamah-Gründer Gerhard Zoubek agiert unabhängig von Konzernen und Politikern, dafür abhängig von Sonnenstrom

Glinzendorf - Gerhard Zoubek geht aufs Ganze. Oder besser gesagt: Er geht aufs Ganzheitliche. Biologische Lebensmittel herzustellen allein reicht da noch nicht.

Seit dem Jahr 2000 hat er den Direktvertrieb mit den Gemüse- und Ostkistln von seinem Biohof Adamah aufgebaut. Mit großem Erfolg: Insgesamt 90 Hektar werden in seinem Betrieb bereits von 80 Mitarbeitern bewirtschaftet.

6000 Kistln pro Woche

"Begonnen hatte es damit, dass wir in der Familie alles selbst gemacht haben", erinnert sich Zoubek. War es am Anfang nur eine Tour pro Woche mit 30 Kistln - so sind es inzwischen 6000 Kistln pro Woche, die an 8500 Kunden geliefert werden. "Diese Zahlen sind kein Fehler", lächelt der Adamah-Gründer: "Manche Kunden bekommen das Kistl ja nur 14-täglich oder alle drei Wochen."

Wichtig ist Gerhard Zoubek dabei, dass er sich als "freier Bauer und nicht als Sklave der Konzerne" sieht. Und daher sagt er auch: "Qualität ist nicht Uniformität, sondern innere Werte." Mit seinen Kistln will er auch "Kultur in die Stadt bringen und zum Beispiel alte Sorten den Menschen wieder näher bringen." Aber auch neue: Derzeit werden gerade "Karottensorten entwickelt, die der Region entsprechen".

Die Region, das ist das Marchfeld mit seinem "pannonischen Klima und den schweren, tiefen Böden". Das Marchfeld, von dem Zoubek noch in der Schule gelernt hatte, dass es "die Kornkammer Österreichs" sei. Jetzt würden allzu viele Bauern ohne jede Perspektive vor sich hinwerken - "ich will ihnen zeigen, wie es anders gehen kann".

Den Kistl-Pionier interessiert allerdings auch das Rundherum. So hat etwa eine Untersuchung gezeigt, dass der Direktvertrieb mit seinen Kistln am wenigsten CO2-Ausstoß verursacht.

Und dann hatte es sich Zoubek zum Ziel gesetzt "die großen Sonnenstunden im Marchfeld zu nutzen". Denn der Sonnenstrom sei speziell für einen Landwirt "eine wunderschöne Energie: Sie geht mit den Hühnern schlafen und steht mit den Hühnern wieder auf."

2007 wurde die erste Adamah-Fotovoltaik-Anlage auf ein Dach montiert. Eine mit fünf kWp. 2009 kam bereits die zweite Sonnenstromanlage dazu. Und vor wenigen Tagen ging die dritte und mit Abstand größte PV-Anlage in Betrieb - eine, die sich nun über 200 Quadratmeter auf dem Dach der Verpackungshalle erstreckt.

Autark an Sonnentagen 

In Summe sind das nun schon 52 kWp. Und allein das jüngste Kraftwerk soll pro Jahr knapp 40.000 kWh Sonnenstrom erzeugen. "An Sonnentagen sind wir jetzt energieautark" - da ja die meiste Energie am Hof tagsüber verbraucht wird und gerade an Sommertagen die Kühlhäuser am meisten Energie verbrauchen.

Möglich war der rasche Ausbau der Sonnenkraftwerke allerdings nur über ein Beteiligungsmodell. Denn es war im Zuge der Planung zwar ein Einspeisetarif von 33 Cent in Aussicht gestellt worden - vielleicht ab 2015. "Da hab ich mir gedacht: Wenn ich auf die Politiker wart', bin ich ein alter Mann."

Neues Beteiligungsmodell 

Also hatte er begonnen, "Adamah Sonnenstrom-Bausteine" zu je 100 Euro zu verkaufen. Dafür bekommen die Kunden zehn - wertgesicherte - Lebensmittelgutscheine zu je 15 Euro. Dazu kommt nun die Möglichkeit, in eine neue "Sonnenstrom-Beteiligung" für Beträge ab 3000 Euro zu investieren. Die Rückzahlung des Investitionsbetrages erfolgt in zehn gleichen Jahrestranchen. Und dazu kommt eine Rendite von fünf Prozent in Form von Lebensmittelgutscheinen.

Von seinen Gesprächen mit Kunden weiß Zoubek, dass das Bedürfnis nach krisensicherer Versorgung mehr und mehr wächst. Nicht nur deshalb plant er nun, einerseits die PV-Anlagen weiter auszubauen - aber auch die Transporte nach und nach auf Elektromobilität umzustellen. "Da wissen dann die Kunden und Investoren: Egal, was passiert - mein Essen werd' ich bekommen."(Roman David-Freihsl, DER STANDARD Printausgabe, 12.5.2011)

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Adamah

Kommentar posten
15 Postings
Helmuth Moltke
05.06.2011 12:28

bravo Gerhard Zoubek
bravo Wolfgang Löser
http://www.solarbundesliga.at/energiebauernhof/

josefa maier449
16.05.2011 13:09
Genau solche Unternehmer/innen gehören unterstützt

Ideenreich, kreativ, umweltschonen, bitten noch mehr Unternehmer/innen die solche Wege gehen! Da bekommt man wieder Hoffnung! Solarstrom - ja bitte mehr! Humusreiche Böden, nicht mit Pestiziden verseucht - ja bitte mehr!!!!
Also liebe Bankleut - an solche Leut mehr Kredite vergeben !!!!

Mary Nosch
12.05.2011 13:46
Solarstrom für Betriebe rechnet sich,

weil Betriebe über Leasingraten die Anlage in wenigen Jahren abschreiben.
Die Solarstrom-Evolution vollzieht sich schneller, als manche dachten: Sie ist schon da - Hurra!

numu
 
12.05.2011 12:36
sehr zu begrüssen und wünsche viel erfolg

nur aus interesse, warum adamah (hebr.: erde, boden)?

felix roidl
13.05.2011 19:16
sehr zu begrüssen und wünsche viel erfolg

ja kommt aus dem hebr. und soll ein hinweis darauf sein, den ackerboden lebendig zu halten, so dass er die pflanze ernähren kann...im gegensatz zur konv. LW, wo die "pflanze gedüngt wird"

Roman David-Freihsl
13.05.2011 13:26
adamah

genau - admah ist das hebräische wort für die erde, aus der adam erschaffen wurde.

Ernesto Chavez
12.05.2011 11:38
wieviel CO2 wird ausgestossen dadurch, dass jeder seine 3 Karotten und 2 Salate vors Haustürl geliefert bekommt...

typisch...

felix roidl
13.05.2011 19:20
die abokiste hat eine...

bessere CO2 bilanz als jede andere art an seine karotten zu kommen

http://www.adamah.at/projekte/... ilanz.html

EgonK
12.05.2011 15:02
sinnerfassendes lesen

wäre die voraussetzung bevor sie einen kommentar schreiben, ernesto!
sollen wir den artikel ins spanische übersetzen?
oder kommt ihnen alles spanisch vor, was nicht in ihr weltbild passt?

ThE aThEiSt
12.05.2011 07:12
irgendwas stimmt mit dem Link zu Adamah nicht.

presumption of innocence
11.05.2011 21:22
Der Artikel musste kommen, bei all den Einschaltungen vom Biobauern im Standard!

Tim Eodanaos
15.05.2011 09:52
Assumption of ignorance!

Roman David-Freihsl
13.05.2011 13:29
vom biobauern

einschaltungen vom oder von biobauern? sind mir noch gar nicht aufgefallen. anzeigen und der redaktionelle teil sind beim standard übrigens streng getrennt.

NoComment
12.05.2011 08:11

problem mit biobauern? problem mit dem, was hr. adamah da macht? ich würd ja gerne wissen was der nachteil an seinem konzept sein mag...co2-einsparung ist pfui oder wie? regionale arbeitsplätze sind auch pfui? landwirtschaft ohne raubbau ist auch pfui? keine spritzmittel, keine anorganischen dünger, alles pfui? ich versteh's nicht.

pastassi
12.05.2011 12:20
Antwort ist einfach:

Hier wird regionalisiert und kritische Umweltpolitik getrieben. Davon haben Konzerne nichts, gar nichts, im Gegenteil - Imageverluste. Da lernen die Menschen nämlich, dass es auch anders geht und man sich durchaus "unabhängig" machen kann.

Meine Prophezeiung: In Kürze werden sich drei bis vier weitere Wetterer gegen solche Bestrebungen hier anmaßen, Blödsinn zu verzapfen. Alles dann natürlich unter "objektiv"...

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