Merkels Kommission rät zu AKW-Ausstieg bis 2021

11. Mai 2011, 17:44
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Jene acht Altmeiler, die derzeit nicht am Netz sind, sollen gar nicht mehr in Betrieb genommen werden

Berlin- In Deutschland werden die Pläne für einen Ausstieg aus der Kernkraft konkreter. Mehrere Medien zitieren mittlerweile aus dem Abschlussbericht der Ethikkommission. Dieses Gremium unter Führung des früheren Umweltministers Klaus Töpfer (CDU) hatte Kanzlerin Angela Merkel einberufen, es arbeitet Szenarien für den Atomausstieg aus .

Die Kommission meint, Deutschland könnte ab dem Jahr 2021 gänzlich ohne Atomkraft auskommen. Das wäre deutlich früher, als Merkel zunächst geplant hatte. Erst im Herbst hatte die schwarz-gelbe Regierung beschlossen, den 2001 von der rot-grünen Bundesregierung eingeleiteten Ausstieg aus der Atomkraft zu kassieren. SPD und Grüne hatten damals unter Führung von Bundeskanzler Gerhard Schröder festgelegt: Das letzte deutsche AKW wird zwischen 2022 und 2025 abgeschaltet. Merkel und Westerwelle beschlossen dann im Herbst 2010: Der Atomausstieg wird so verlangsamt, dass deutsche Meiler noch bis 2040 oder sogar 2050 am Netz sein können - je nachdem wie die Reststrommenge älterer Atomkraftwerke auf die jüngerer Bauart verteilt wird.

Strom wird teurer

Nun empfiehlt die Ethikkommission mit 2021 ein noch früheres Datum als Rot-Grün. Sie macht auch deutlich, welche Kernkraftwerke als erste wegfallen sollen: Jene Meiler, die derzeit wegen des von Merkel nach Fukushima ausgerufenen Atommoratoriums gar nicht in Betrieb sind. "Die einstweilige Stilllegung der sieben ältesten Atomkraftwerke zeigt, dass die etwa 8,5 Gigawatt Leistung dieser sieben Kraftwerke und des Atomkraftwerks Krümmel ohne Probleme ersetzt werden kann", heißt es in dem Entwurf der Ethikkommission.

Der Kernsatz darin lautet: "Die Ethikkommission empfiehlt einen vollständigen Ausstieg aus der Kernenergie. Der Ausstieg ist nötig, um Risiken grundsätzlich auszuschließen." Das Gremium stellt auch Berechnungen über den künftigen Strompreis an. Dieser könnte ohne Atomkraft zwischen 0,1 Cent und fünf Cent pro Kilowattstunde steigen. Doch die Kommission weist auch darauf hin, dass der AKW-Ausstieg "Wachstumstreiber" sein werde. Die Energiewende werde "enorme technische, ökonomische und gesellschaftliche Chancen für die weitere Profilierung Deutschlands als Exportnation" bieten. Offiziell erhält die Regierung den Bericht am 28. Mai. (bau, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 12.5.2011)

 

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    Atomkraft wird in Deutschland heiß diskutiert.

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