EU-Verhandlungen

"Türkei-Beitritt besonders gut prüfen"

11. Mai 2011, 17:45
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    foto: standard/cremer

    Vertritt jetzt "offizielle Position": Wolfgang Waldner.

Österreichs neuer Außenstaatssekretär Wolfgang Waldner im STANDARD-Interview

Österreichs neuer Außenstaatssekretär Wolfgang Waldner gab seinen Einstand beim Ministertreffen des Europarats in Istanbul. Markus Bernath sprach mit ihm über die EU-Beitrittsverhandlungen der Türkei.

*****

STANDARD: Sie halten gleich Ihre erste Rede im Ministerrat des Europarats. Drei Minuten hat man Ihnen gegeben. Aufgeregt?

Waldner: Nein, überhaupt nicht. Außerdem hatte ich gestern schon beim gemeinsamen Abendessen die Gelegenheit, 40 Außenminister und stellvertretende Minister kennenzulernen. Das war beeindruckend und eine gute Gelegenheit, die man gleich beim ersten Einsatz im Ausland nicht so schnell findet. Wichtig ist hier beim Ministerkomitee die neue Konvention des Europarats zur Verhinderung von Gewalt gegen Frauen und Opfer häuslicher Gewalt. Da waren wir bei den Verhandlungen schon federführend. Österreich hat ja seit den 1990er-Jahren ein Gewaltschutzgesetz. Und ich war der erste Unterzeichner nach dem türkischen Außenminister - das hat mich auch gefreut.

STANDARD: Sie haben gesagt, "persönlich" könnten Sie sich einen Beitritt der Türkei zur EU vorstellen. Werden Sie als Amtsträger den Türken etwas anderes sagen?

Waldner: Da bin ich nicht richtig zitiert worden. Ich habe gesagt, meine private Meinung sei, es gebe mehrere interessante Optionen: kein Beitritt, maßgeschneiderte Partnerschaft und Vollbeitritt. Und meine Meinung ist die offizielle österreichische Position, dass wir eine maßgeschneiderte Partnerschaft anstreben, aber den gemeinsamen Beschluss der EU, Beitrittsverhandlungen mit der Türkei zu führen, mittragen.

Österreich hat in diesen Prozess das Kriterium der Aufnahmefähigkeit eingebracht. Die Verhandlungen selbst sind ergebnisoffen, möglich ist als Outcome also eine dieser drei Optionen. Falls am Ende der Vollbeitritt der Türkei auf dem Tisch liegt, dann ist unsere Position, dass das Volk darüber befragt werden muss.

STANDARD: Kompliziert.

Waldner: Es ist auch kein einfacher Beitrittsprozess. Das Land ist so groß, es geht ja nicht um zwei Millionen Einwohner, sondern um fast 80, mit einer riesigen wirtschaftlichen Kapazität und vielen verschiedenen Aspekten, die bei anderen Ländern nicht so komplex sind. Deshalb muss man den Beitritt besonders gut prüfen.

STANDARD: Im jüngsten Ranking von Freedom House zur Pressefreiheit ist die Türkei von Platz 42 auf 45 abgerutscht. "Partly free" , lautet das Urteil. Kann sich das ein EU-Beitrittskandidat leisten?

Waldner: Das zeigt nur einmal mehr, dass die Verhandlungen mit der Türkei noch einige Zeit dauern werden. Hier geht es um wesentliche Bereiche, in denen jeder die Haltung Europas kennt. Wir stehen geschlossen auf dem Standpunkt, dass sich ein Beitrittskandidat voll mit dem Wertekanon Europas identifiziert, und dazu gehört die Pressefreiheit.

STANDARD: Die Türkei hat die am schnellsten wachsende Wirtschaft in der OECD. Gleichzeitig müssen sich türkische Geschäftsleute für Visa anstellen, wenn sie in die EU reisen wollen. Ist das sinnvoll?

Waldner: Ich kann verstehen, dass es nicht sehr erfreulich ist, wenn man seine Produkte ins Ausland sendet, und dann kann man unter Umständen nicht selbst dabei sein, um sie auf einer Messe zu präsentieren. Österreich hat vor zwei Jahren ein Abkommen zur Visa-Erteilung mit der Türkei verhandelt. Ankara hat es damals aber nicht unterschrieben. Jetzt ist die Visa-Liberalisierung für die Türkei ein Thema, das auf europäischer Ebene abzuhandeln ist.

STANDARD: Der Europarat hat eine wachsende Feindseligkeit auch gegen Muslime in seinen Mitgliedsländern festgestellt. Muss sich Österreich nicht selbst an die Nase fassen und sein Verhältnis zu den Muslimen im Land überprüfen?

Waldner: Der Islam ist bei uns seit 1912 als Religion anerkannt, bei uns herrscht Religionsfreiheit. Das ist auch in der österreichischen Bevölkerung angekommen. Dass es immer wieder Fälle gibt, wo das nicht durchgesickert ist, ist klar. Wir bemühen uns aber um den Dialog der Religionen. Wien soll zusammen mit seinen internationalen Organisationen noch mehr zur Drehscheibe für diese Diskussionen werden. (DER STANDARD, Printausgabe, 12.5.2011)

Wolfgang Waldner (56) ist Diplomat, leitete von 1999 an das Museumsquartier in Wien und ist neuer Staatssekretär im Außenministerium.

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Posting 1 bis 25 von 114
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cantanto
12
22.9.2011, 14:12
Was gibt es da zu prüfen?

Ein radikal religiöses Land, dass Foltert, Völkermord abstreitet, die Presse- und Meinungsfreiheit massiv einschränkt, Frauen als Lebewesen 3. Klasse sieht, unverhohlen Großmachtphantasien äußert, hat in Europa nichts verloren.

Und nein, ich wähle nicht den Strache und auch nicht die ÖVP und auch nicht die SPÖ.

0 TOLERANZ GEGEN INTOLERANZ!

fmi
10
in die EUTürkei

Das wollen aber die USA um jeden Preis, das Tor zum Orient! Sie scheinen zuindest besser mit Flüchtlingen umgehen zu können als Griechenland. Was mich dort stört ist das Tuch der First Lady.

zeitfuchs
01
21.6.2011, 22:54
die Position Österreichs

ist also schon wieder aufgeweicht. Entweder hat man Wolfgang Waldner einer Kopf-und Gehirnwäsche unterzogen, oder man hat aus der kürzlichen Türkei-Abfuhr Ursula Plassniks gelernt: daß Österreich eben kein Gewicht und keine Stimme mehr hat in Europa.

freelance
11
13.6.2011, 09:16
es lockt der wachstumsmarkt

und alle eu unternehmer wittern morgenluft. pfeif auf menschenrechte & minderheitenrechte & umkweltschutz: geld korrumpiert alle früher oder später. und nachdem die EU es über eine wirtschaftsunion hinaus noch nicht geschafft hat, ein verbindliches und einigendes wertesystem für alle gleichermaßen zu formulieren, wird eine kleine reiche oberschicht von profiteuren das sagen haben. und vor allem solange es gelingt, alle skeptiker ins braune eck zu stellen, wird auch keine demokratische opposition hierzulande durchdringen.

mehmetali erbil
12
25.6.2011, 10:22
Laber keinen Unsinn

So schlecht geht is in der Türkei nun auch wieder niemandem. Fahr doch hin und schau selber aber erzähl hier keinen Müll. Deine nette Aufzählung kannst Du glatt auf viele EU Länder anwenden.

Bugio
01
13.6.2011, 04:35
Genau prüfen !

Die Türkei ist ein bekannter Partner der wirtschaftlichen Beziehungen Österreichs. So gut, wie man Österreich und seine teils unglaublichen weltweiten wirtschaftlichen Beziehungen kennt, die schon viele überraschen konnten, so gut sollte auch der EU-Beitritt der Großmacht Türkei geprüft werden. Syrien z.B. das seinen Markt geöffnet hatte, um türkische Unternehmen anzulocken, wurde durch die guten Handelsbeziehungen der Türkei und Chinas mit chinesischen billigst Produkten aus der Türkei überschwemmt. Es ist ebenso das sehr geübte strategische Jonglieren Kroatiens mit Italien, Türkei, Griechenland, Frankreich, Russland und Großbritannien zu berücksichtigen. An der Grenze Sloweniens und Italiens stehen täglich 20km türkischer LKWs im Stau.

Markus Freyberg
13
10.6.2011, 10:19
Das ist absolut richtig;

bitte nicht nur genau sondern sehr lange und ausführlich Prüfen! Und danach hoffentlich draufkommen, dass ein Land, in dem es keine Menschen- Grund und Minderheitenrechte dafür den Islam und sein Wertesystem und Geschlechterapartheid gibt, in der EU nichts zu suchen hat, sowie auch die sozialschmarotzenden und integrationsunwilligen (ich meine nur diese!) Türken in Österreich nichts zu suchen haben.

cantanto
10
22.9.2011, 14:15
100% Zustimmung!

Das Problem ist nur, dass Sie, durch ein derartiges Statement, leider sofort ins Rechte Eck gestellt werden.

Das ist die Taktik der Bilderbergersklaven, die uns die Türkei unterjubeln wollen, um Europa von Innen heraus zu zerstören, denn ein militärischer Angriff würde selbst von den verdummten Amis nicht akzeptiert werden...

Sunny Boy3
21
27.5.2011, 22:01
Bitte besonders gut prüfen..wie bei Griechenland,Rumänien und Bulgarien!

Dann nehmlich wird die Türkei überhaupt keine Probleme
haben aufgenommen zu werden!

cantanto
11
22.9.2011, 14:17
Sie meinen, weil es in diesen Ländern auch

+ keine Religionsfreiheit gibt
+ die Trennung von Staat und Kirche wieder vollkommen aufgeweicht wird
+ Frauen Lebewesen 3. Klasse sind
+ Völkermord geleugnet wird
+ es weder Presse- noch Meinungsfreiheit gibt
+ es politische Gefangene gibt, die gefoltert werden
+ man sich öffentlich zu seinem Großmachtstreben bekennt
+ etc. etc. etc.

IsI
 
20
21.5.2011, 17:56
I LOVE ....

GREECE - SPAIN - PORTUGAL - ITALIA - IRLAND - ROMANIA - BULGARIA - CROATIA & Co.

IsI
 
32
18.5.2011, 12:50
die EU ist doch eh pleitte !

prüft erst einmal eure finanzen !!! undn eure notenbank !!!

cantanto
10
22.9.2011, 14:18
Die EU ist genauso wenig oder viel "pleite"

wie die US oder viele andere Länder.

Fallen Sie nicht auf die Bilderbergerpropaganda herein. Es könnte Sie Ihre Freiheit kosten....

Der Waehlerwille
 
11
Sie hat zumindest genug geld zusammen mit anderen Westlichen Nationen der Türkei grad mal wieder gute 40 Milliarden zuzuschiessen.

bei uns in bagdad
00
16.5.2011, 15:10
lieber neostaatssekretär

ich hoffe, dass alle beitritte gut geprüft wurden!

Josef Speckbacher
00
16.5.2011, 11:09
...ja das sollte der Mann wirklich gut prüfen!

...vor allem wenn die türkische Völkerwanderung dann ausbricht! Zuerst werden die Türken nach Europa ziehen und dann die Turkvölker (diese reichen bis nach China) in die Türkei! Das wäre eine tolle Idee - geht das auch mit dem bulgarischen Schengen?

IsI
 
31
21.5.2011, 17:52
die volkswanderung könnte auch anders herum laufen ....

nämlich wenn techn. ingenieure und facharbeiter in die türkei auswandern, die dort dringend gebrucht werden!
glaubt mir bei bis zu 12 % wirtschsaftswachstum möchte kein türke derzeit in der EU bei hungerlöhne bei zeitarbeitsfirmen für 4,60 euro die stunde gebashed werden !

simax
00
23.9.2011, 10:25
das wäre ok -

wenn sie denn den Rest auch zurücknehmen.

DirtyHarry
28
15.5.2011, 18:31

Das Herumlavieren sollte beendet werden, Abbruch der Beitrittsgespräche - Ende.

DirtyHarry
43
15.5.2011, 18:26
Alexander R
 
12
14.5.2011, 09:17
...das geht doch alles am Thema vorbei, blabla...

http://www.stopp-indect.info/?page_id=2&lang=de
wie leicht sich doch das volk ablenken lässt...es ist doch dank diesem wahnsinn scheißegal....

DirtyHarry
00
15.5.2011, 18:27

danke für den link

Ehrlicher
10
13.5.2011, 21:54
Den europäischen Wirtschaftsraum zwar erweitern,

aber die politische EU und den EURO Raum verkleinern... könnte sinnvoller sein.

Alexander Patjomkin
115
12.5.2011, 21:30
Die Politik weiss selbsverständlich, dass der Türkeibeitritt eine Katasrophe bedeutet,

nur sie haben nicht den Mut das zu sagen, und daraus die Konsequenzen zu ziehen. Sie reichen das Problem weiter an die nächste Politikergeneration..
Wirklich mies...

DirtyHarry
22
15.5.2011, 18:29

Besonders hervorgetan hat sich Herr Schröder, der hat den Menschen diese Suppe eingebrockt, auslöffeln muss er sie aber nicht, weil er lieber Putins Kaviar isst.

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