Großraum Wien

Konfliktpotenzial zwischen Radlern und Fußgängern

11. Mai 2011, 13:24
  • Artikelbild
    foto: apa

    Begegnungen zwischen Fußgängern und Radlern sind nicht immer problemlos.

Jeder zweite Fußgänger hat schon "schlechte Erfahrung" mit Radfahrern gemacht – Mehr als zwei Drittel der Radler benutzen in Wien fallweise Gehsteig

Wien - Mit dem steigenden Absatz von Fahrrädern und E-Bikes steigt auch das Konfliktpotenzial auf der Straße. Fast jeder zweite Fußgänger (47 Prozent) berichtete in einer Umfrage des Marktforschers Kreutzer Fischer & Partner davon, bereits einmal eine schlechte Erfahrung mit einem Radfahrer gemacht zu haben. Einem Drittel passierte das schon mehrmals. Das Prinzip des Stärkeren existiert auf allen Ebenen, so die Marktforscher. Genauso wie sich Autofahrer gegenüber Radfahrern oftmals im Vorteil glauben, fühlen sich Radfahrer den Fußgängern überlegen.

Besonders angespannt scheint die Situation im Großraum Wien zu sein. Der Donauradweg, die Donauinsel und der Ring gelten als Hotspots für Konflikte. Häufiges Ärgernis: Radfahrer nutzen Gehwege. In Wien etwa gaben 68 Prozent der befragten Radfahrer an, fallweise auch den Gehsteig zu benutzen. Beliebt sei auch das Befahren von Zebrastreifen, um an Kreuzungen nicht stoppen zu müssen.

Radler sehen sich häufig im Vorrang

Auf gemischten Rad- und Gehwegen räumen nur 28 Prozent der Radfahrer dem Fußgänger den Vorrang ein. Bei einer Engstelle sind fast 70 Prozent der Radler der Meinung, dass der Fußgänger auszuweichen hat. Der Umfrage zufolge steigt das Unverständnis für die Sicherheit der Fußgänger, je häufiger jemand mit dem Rad unterwegs ist.

Die Befragung wurde telefonisch unter 756 regelmäßigen Radfahrern und 749 Fußgängern im Alter von 18 bis 70 Jahre im März 2011 durchgeführt. Laut Angaben der Marktforscher wuchs der Absatz bei traditionellen Fahrrädern im Jahr 2010 um knapp sieben Prozent auf 463.000 Stück an. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 250
1 2 3 4 5 6
Stefan Binder
00
20.10.2011, 10:41
der weitaus häufigste Verstoß gegen die Stvo...

...den ich bei anderen (und auch bei mir selbst beobachte) ist das Überqueren der Straße bei rot (als Fußgänger).

Ilm
00
19.10.2011, 22:39
Übrigens

hatte auch jeder Radfahrer schon mal Probleme mit Fußgängern - die zu dritt, zu viert nebeneinander auf dem Radweg gehen und auch bei Klingeln nicht immer unbedingt ausweichen. Passiert mir jeden Tag aufs Neue.
Ach ja und mit allen anderen Verkehrsteilnehmern auch - und diese Verkehrsteilnehmer auch miteinander...

Und was schließen wir jetzt daraus?

rowa
01
Konfliktpotenzial mit Autos?

Und "Jeder Fußgänger" sowie jeder Radfahrer haben "schlechte Erfahrung" mit Autos und Motorräder gemacht!
So müsste es heißen!

Heinrich Dacher
01
27.5.2011, 20:22
Radln am Gehsteig ist kein Problem.

wenn man zumindest ein bischen Umsicht walten läßt.

zb. sollte es selstverständlich sein sein, daß man so fährt, daß kein fußgänger ausweichen oder gar zur seite springen muß. man rechnet immer mit aufgehenden haustüren und daraus herauslaufenden kindern und an hausecken schlimmstenfalls mit zu schnell daherkommenden radlern. -> das eck so weit wie möglich umfahren und langsam fahren.
und wenn man mal einer gruppe begegnet, dann bleibt man halt stehen bzw. steigt ab und schiebt.

Ich fahre jeden tag 1.5 Hauslängen am Gehsteig, weil es verabsäumt wurde Radfahranlagen zu errichten und die alterneative Straßenroute (6.5 hauslängen, 5 kreuzungen) zu gefährlich ist. rechtsregel? kann man das essen?

jedoch hatte ich noch keine einzige beschwerde

Chocoholic
00
Hoffentlich hupft Ihnen mein Mann nicht aus dem Haustor kommend vors Radl,

Der hat eine arrogante Gans beinahe vom Rad gefegt... Und sie hat sich AUFGEREGT!

Heinrich Dacher
01
27.5.2011, 20:30
forts.

beschwerde von einen fußgänger.
höchstens mal einer, der sich wundert, warum ich ihn nicht überhole und stattdessen 3 meter abstand halte,
jaa, langsam aber immer noch schneller als auf der straße und vor allem: sicherer
und das ohne andere menschen zu gefährden.

shared space quasi.

bb47
01
9.11.2011, 09:36
Bist aber leider nicht repräsentativ

Ich muss mich auch regelmässig von Radfahrern anpöblen lassen, weil ich es wage, aus einem Haus auf den Gehsteig zu gehen.

Boandlkramer
00
18.5.2011, 23:27

Ein richtiger Radler fährt ab der Dämmerung prinzipiell ohne Licht, rund um die Uhr bei Rot, ohne anzuhalten über Stoptafeln, grundsätzlich gegen die Einbahn und Fußgänger, die sich gerechtfertigterweise bereits auf dem Schutzweg befinden, werden rücksichtslos zur Seite geklingelt.

Rot/Grün Farbsehschwächling
00
25.5.2011, 10:17
und prinzipiell immer rückwärts ;)

Kaktus
00
19.5.2011, 14:51

Solange Fußgänger nur "zur Seite geklingelt" werden, geht's ja noch. Ein Auto ist da weniger zimperlich.
Im übrigen finde ich Ihren Fahrstil etwas provozierend und nicht ungefährlich.

Boandlkramer
00
19.5.2011, 19:01

stimmt - heute wieder so ein Autofahrerar*ch, der wild hupend im Haltestellenbereich einer Straßenbahn die Passagiere verjagen wollte.

Kaktus
00
18.5.2011, 22:23
Am Freitag wieder:

http://www.criticalmass.at/

Kaktus
01
18.5.2011, 22:19
Solange ich auf dem Gehsteig fahren MUSS,

weil dort ein aufgemalter Radweg existiert, den ich zu benutzen habe, wird es Konflikte geben.
Daneben existiert aber oft eine dreispurige(!) Straße (Ring z.B.), wo genug Platz für Räder wäre und ich mit dem Verkehr mitrollen könnte.
Also: entweder Fußgänger und Radwege wirklich trennen (was logischerweise Parkplätze kostet) oder die Radwegbenutzungspflicht aufheben. Eine der beiden Lösungen muss kommen, da derzeit wird nur auf Autos Rücksicht genommen wird.

thinking isn't illegal yet
03
17.5.2011, 10:56
alles ist relativ.

es kommt einfach darauf an, WIE wir etwas tun. ich meine, ich kann mich an ALLE vorschriften halten, hyperperfekt und scheinbar brav. und doch dabei eine totale sau sein. ich kann aufm radweg fahren mit einem karacho, dass ich riesenunfälle bauen kann. umgekehrt: hie und da auf einem fußgängerweg in schneckentempo zu fahren und dabei höchst behutsam sein, birgt hingegen überhaupt keinerlei gefahren. dasselbe gilt für autos, für alle. fazit: ich bin für freigabe aller gehsteige und straßen für alle, damit man sich mehr dran gewöhnt, dass man VORSICHTIG sein muss und RÜCKSICHT nehmen muss. überall.

bully bullson
00
12.5.2011, 17:17
"Konfliktpotential zwischen Radlern und Fußgängern"

..na endlich mal ein "optimales Betätigungsfeld" für unsere grüne Stadtregierung!;-))

Chrischarn
13
12.5.2011, 16:52
Als Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger

muss ich leider feststellen, dass viele Radfahrer mit zweierlei Maß messen: Sie fordern von den (stärkeren) Autofahrern mehr Rücksicht ein, sind aber nicht bereit, selbst Rücksicht auf die (schwächeren) Fußgänger zu nehmen. Abgesehen davon, dass viele Radfahrer meinen, die Straßenverkehrsordnung betreffe sie nicht...

Wenn sich 1) alle an die Regeln (Straßenverkehrsordung) halten und 2) Rücksicht nehmen, sollte es eigentlich wenig Probleme geben.

thinking isn't illegal yet
00
17.5.2011, 10:59

sorry, sie schreiben "viele"... ich nehme alles zurück. schwächen wir ab auf "manche"? okay? ;-)

thinking isn't illegal yet
00
17.5.2011, 10:57
wenn ich schon höre "DIE " radfahrer...

...geht mir das geimpfte auf. diese pauschalisierungen find ich immer und immer wieder soooo dumm und unkonstruktiv. was soll das bitte bringen?

Taji Soron
01
12.5.2011, 17:09
Jeder misst mit mehrerlei Maß

je nachdem, wie er gerade unterwegs ist. Warum nehmen Sie die Fussgänger aus, die scheren sich doch am allerwenigsten um irgendwelche Regeln.
So illusorisch 1) ist - es hält sich niemand nach Strich und Punkt an die Stvo (nicht einmal jene Pharisäer, die das von sich behaupten), so selbstverständlich sollte 2) sein, und darüber hinaus sollte jeder Verkehrsteilnehmer auch mit der notwendigen Ernsthaftigkeit und Aufmerksamkeit unterwegs sein.

Tsche Geh Wara
83
12.5.2011, 14:43
Keine Disziplin, keine Rücksicht, keine Reglen

Abgesehen davon, dass bestimmte Radwege (z.B. entlang des Rings) mit dem steigenden Radleraufkommen zu Stoßzeiten völlig überlastet sind – Kolonnenfahren ist angesagt – und die Wegführung teilweise wirklich gefährlich ist, mangelt es vor allem an Disziplin. Am ehesten halten sich die Autofahrer an die Verkehrsregeln, Fußgänger gehen gerne auf den Radwegen spazieren und viele Radler scheinen keine Verkehrsregeln zu kennen. Gefahren wird rücksichtslos, rote Ampeln generell überfahren… Ich fahre selbst Rad und weiß, dass bei dem Gewimmel Fehler passieren können, aber viele Radkollegen wollen sich im Schutz der Anonymität gar nicht an die Regeln halten. Abhilfe kann da nur eines Schaffen: Nummerntafeln für Räder – so wie in der Schweiz.

Ilm
00
19.10.2011, 22:42
"Am ehesten halten sich die Autofahrer an die Verkehrsregeln"

LOL

Wo fahren Sie Rad? Wohl eher dort, wo keine Autos fahren.

Autos halten sich am ehesten an Verkehrsregeln, wenn andere Autos involviert sind. Bei Radfahrern kennen Sie leider sehr häufig weder Rechts-vor-Links, noch Sicherheitsabstand oder ähnliches.

Shoe Shine Pad
00
12.5.2011, 17:12
Es gibt auch in der Schweiz keine Rad-Nummerntafeln.

Es gibt aber in einigen Kantonen Steuerpickerln, die Sie sich aufs Rad kleben. Die kauft man ganz anonym (so wie die Autobahnvignette, die auch nur der Steuereintreibung dient). Im Gegensatz dazu können Sie aber Ihr Rad kodieren lassen. das habe ich gemacht. Über die eingravierte Nummer ist das Rad eindeutig zuordenbar. Aber von der Ferne kann man diese Nummer nicht entziffern.

Quim Barreiros
00
12.5.2011, 17:05

Inwiefern schaffen Nummerntafeln da Abhilfe? Abgesehen davon, dass diese so klein sind, dass man sie während der Fahrt unmöglich lesen kann, gibt es auch in Zürich genug "Velo-Rowdys"

http://www.20min.ch/news/zuer... y/16327150

scubaman
00
12.5.2011, 17:11
ES GIBT KEINE NUMMERNTAFELN IN DER SCHWEIZ

grml, sorry, aber diese Urbane Legende ist schon recht zäh.

Zu Ihrem Link (der gut ist :) ): Im letzten Absatz wird auch versucht herauszufinden, warum es in Zürich im Vergleich zu anderen Städten mehr "Rowdies" gibt:

"Bern erklärt sich seine sinkenden Unfallzahlen unter anderem mit Besonderheiten, die es in Zürich nur vereinzelt gebe, wie Roland Pfeiffer, Leiter Fachstelle Fuss- und Veloverkehr gegenüber dem «Velojournal» erklärte. Pfeiffer nennt etwa so genannte «Velosäcke», vorgezogene Veloauflaufbereiche also, die an gewissen unübersichtlichen Kreuzungen ohne Veloweg den unmotorisierten Zweiradfahrer in den Verkehrsfluss integrieren. ...

Quim Barreiros
00
12.5.2011, 17:46

Ich weiß eh, was es mit den Velovignetten auf sich hat. Ich wollte aber vom Poster "Tsche Geh Wara" wissen, wieso er/sie glaubt, dass eine "Nummerntafel" mit ca. 1 cm großen Ziffern irgendetwas bringen soll.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 250
1 2 3 4 5 6

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.