Schengen-Raum

EU-Parlament: Widerstand gegen Grenzkontrollen

11. Mai 2011, 12:08

Parlamentarier Schulz attackiert Kommissionspräsident Barroso - EU-Innenkommissarin Malström: Schengen-System "tolle Errungenschaft"

Im Europaparlament in Straßburg gibt es massiven Widerstand gegen die Vorschläge von Italien und Frankreich, im Schengen-Raum wieder teilweise Grenzkontrollen einzuführen. In beiden Ländern wird befürchtet, die starken Flüchtlingsbewegungen aus Nordafrika nicht mehr bewältigen zu können. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hatte am Dienstag im Plenum des Parlaments u.a. gefordert, Flüchtlinge aus Tunesien "lastengerecht zu verteilen," und von den anderen Mitgliedsstaaten "Solidarität und Verantwortung" verlangt (siehe Bericht aus Straßburg).

Barroso wurde im Parlament für die Strategie der Kommission direkt angegriffen und heftig kritisiert, etwa vom deutschen Europaparlamentarier Martin Schulz. Der Vorsitzende der Sozialdemokratischen Fraktion im Europaparlament sprach davon, dass es nicht sein könne, wenn Italien und Frankreich im Alleingang neue Regeln im Schengen-Raum aufstellen wollten. "Und was macht die Kommission? Die macht eine Kommunikation - anstatt zu sagen: Liebe Leute, das ist absolut der falsche Weg", so Schulz.

Keine Binnengrenzen einführen

EU-Innenkommissarin Cecilia Malström wiederum erklärte, dass Fehler beim Umgang mit dem Schengen-Systems nicht automatisch dazu führen dürften, dass wieder Grenzkontrollen eingeführt würden. Sie betonte auch, das Schengen-System sei eine "tolle Errungenschaft", das sie "schützen und fördern" möchte. Ähnlich hatte auch Kommissionspräsident Barroso argumentiert. Die Situtation in Nordafrika sei für Malström jedenfalls "sicher kein Grund", wieder Binnengrenzen einzuführen.

Das System sei aber nicht perfekt und habe Schwächen, so Malström. Daher brauche man "Werkzeuge", um die Mitgliedsstaaten darin zu unterstützen, die Kontrolle der EU-Außengrenzen besser durchführen zu können. Wie zuvor Barroso forderte sie, unter anderem die EU-Grenzschutzagentur FRONTEX zu stärken. (red/APA)

Chris Die Stubenfliege
00
11.5.2011, 21:21

Nicht mehr Geld wechseln und ohne Kontrolle reisen können. Das waren meine Gründe für die EU.
Und die schwinden..

Freund der Sanktionen
01
11.5.2011, 18:20
Das ist der Anfang vom Ende.

Die Dänen haben schon begonnen, jetzt werden alle anderen bald nachziehen. Vom "gemeinsamen" Europa wird nicht viel mehr übrigbleiben als Vorratsdatenspeicherung, Fluggastdatenerfassung und Aufhebung des Bankgeheimnisses mit automatisiertem Senden aller Überweisungsdaten in die USA. Die Rechten und ihre radikalen Ausleger haben's wieder einmal versaut.
Ah ja, etwas wird auch noch bleiben, die Haftungen der Steuerzahler für Banken und für Griechenland...

torch
 
00
12.5.2011, 11:55

Zielvorstellung die gemeinsam, also solidarische Ausbeutung der Errungenschaften der europäischen Staaten im paneuropäischen Gleichklang zum Zwecke der Abschöpfung der noch vorhandenen Ressourcen der EU-Bürger.

entenfutallesgut
11
11.5.2011, 18:15
aus der Serie "Wir sind Europa" - heute: Dänemark

http://www.welt.de/newsticke... ieren.html

:-0

Christoph ************
00
11.5.2011, 20:34

Die "Welt" wird auch immer niveauloser. Jetzt setzt man schon Forderungen von Parteien die eine Minderheitsregierung dulden aber nicht dabei sind mit "Dänemark wird ..." gleich. Dass das Vorhaben wohl kaum EU Rechts konform ist, wird im Artikel nicht einmal ignoriert.

Arbeitet die "Welt" darauf hin bald Krone Niveau zu erreichen?

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