EU-Staaten

Barroso fordert Aufteilung von Flüchtlingen

10. Mai 2011, 19:36

Neue Grenzkontrollen wären katastrophal, aber alle EU-Staaten müssen Beitrag leisten

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hat die EU-Staaten eindringlich dazu aufgefordert, die in Malta und Italien gestrandeten Flüchtlinge aus Tunesien "lastengerecht zu verteilen". Diese Menschen kämen ja nicht nach Lampedusa und Malta, um dort zu leben, sagte er am Dienstag in einer emotionalen Aussprache im Plenum des Europäischen Parlaments in Straßburg, sondern sie wollten nach Europa.

Man könne von diesen beiden Ländern nicht erwarten, dass sie dieses Problem allein bewältigten: "Solidarität und Verantwortung der Mitgliedstaaten, das sind die Schlüsselbegriffe" in dieser Frage, erklärte der Kommissionspräsident. Seine Behörde dränge daher auf eine europäische Lösung, denn "es hat sich gezeigt, dass die Mitgliedstaaten sehr unkoordiniert vorgehen".

Der Idee, wieder Grenzkontrollen einzuführen, erteilte er eine Absage, das würde "auf katastrophale Weise unterminieren, was erreicht wurde". Das könne es nur im absoluten Ausnahmefall geben. Ein Europa ohne Grenzen mit dem Schengen-Vertrag sei eine der wichtigsten Errungenschaften der EU, seit diese bestehe. Jährlich gebe es in der Union 1,25 Milliarden Reisen, allein deshalb wäre es nicht möglich, wieder Grenzkontrollen einzuführen.

Das würde auch schweren wirtschaftlichen Schaden anrichten, sagte Barroso. Man brauche jetzt ein Gesamtvorgehen, auch für die Kontrolle der EU-Außengrenzen und die Asylpolitik. Quer durch alle Fraktionen werden neue Grenzkontrollen, ein Aufschnüren von Schengen, abgelehnt. (Thomas Mayer aus Straßburg/DER STANDARD-Printausgabe, 11.5.2011)

Werner FROELICH
28
10.5.2011, 21:50
interessant

wie Oesterreich am staerksten betroffen war durch den Kosovo/Bosnien Krieg war der Aufteilungsgedanke den anderen EU Laendern nur schwer vermittelbar!

entenfutallesgut
02
11.5.2011, 00:04
Es ist eben ein Unterschied

ob Frankreich und Italien leider oder nur ein unwichtiges Kleinland

Daraus ersieht man schön, wie die EU funktioniert. Wenn in Wien 100.000 vor dem Parlament demonstrieren, ist bei einer nationalen Regierung Feuer am Dach. Bei einer supranationalen ist das hingegen völlig wurscht.

gez69
 
00
10.5.2011, 23:05

Damals, 1990/91, war Österreich noch nicht in der EU. Besser wäre es den Zeitraum 2000-2006 als die böse Schwarz-Blaue Regierung an der Macht war und Österreich zigtausende Asylanträge zu bearbeiten hatte, als Vergleich heranzuziehen.

jeff5
00
10.5.2011, 22:50
danke für die antwort.

aber barrolo, von mir aus, aber dafür keine zahlungen an griechenland und portugal.

barrolo der helfer von strache, wilders und co....

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