Förderschiene für smartes Produzieren

10. Mai 2011, 19:36
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Neues Programm stellt 14 Millionen Euro für Produktionstechnologien bereit

Smart und intelligent soll unsere ansonsten relativ leblose Umgebung werden: Geräte, Häuser, Maschinen, ganze Städte. So lassen es jedenfalls die Konzepte von Forschungseinrichtungen wie von Förderinstitutionen erahnen.

So auch die Förderschienen des Infrastrukturministeriums, das nun zum ersten Mal ein Programm namens "Intelligente Produktion" ausschreibt. Damit wird neben den bisherigen Schwerpunkten Umwelt/Energie, Informations- und Kommunikationstechnologie sowie Mobilität ein neuer Fokus auf Produktionsforschung gelegt.

Das Ziel: "Wir wollen die Sachgüterproduktion im Land halten", sagt Infrastrukturministerin Doris Bures. Die Sachgüterindustrie erwirtschafte mit ihren 640.000 Beschäftigten rund 50 Milliarden Euro an Bruttowertschöpfung. Damit hänge jeder fünfte Euro in Österreich an der heimischen Sachgüterindustrie, wird seitens des Ministeriums betont.

Um das Niveau zu halten und weiter auszubauen, wird auf Technologien gesetzt, die zu reduzierten Produktionskosten, kürzeren Entwicklungszyklen und verbesserten Produkteigenschaften führen sollen, so die Kriterien für die erste Ausschreibung, für die insgesamt Fördermittel in der Höhe von 14 Millionen Euro zur Verfügung stehen.

Die Hälfte des Budgets ist für bestimmte Themen reserviert, dazu zählt etwa die Entwicklung von virtuellen und digitalen Produktionssystemen und Prozessen, die eine "Null Fehler"-Produktion ermöglichen und den Ressourceneinsatz optimieren. Weiters werden Automatisierungslösungen für flexible Produktion gesucht, innovative Konzepte zu Substitution und Recycling von Rohstoffen sowie Projekte im Bereich biobasierte Industrie und Bioraffinerie.

Die zweite Hälfte der Fördermittel ist nicht an konkrete Themen gebunden und wird über die Basisprogramme der Forschungsförderungsgesellschaft FFG vergeben. In der für 2012 geplanten zweiten Ausschreibung soll es um neue "intelligente" Materialien, funktionale und miniaturisierte Bauteile sowie Werkstoffe aus erneuerbaren, leicht verfügbaren und emissionsarmen Rohstoffen gehen.

Unternehmen, universitäre wie außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Kompetenzzentren und Einzelforscher und -forscherinnen können bis 1. September (themenoffene Ausschreibung) bzw. bis 8. September (themenspezifische Ausschreibung) bei der FFG ihre Anträge einreichen. Am 1. Juni findet im Tech Gate Vienna ein Informationstag zu den Themenschwerpunkten der ersten Ausschreibung statt. (kri/DER STANDARD, Printausgabe, 11.05.2011)

 

  • Intelligente Konzepte für biobasierte Industrie und Bioraffinerien gehören zu den gesuchten Forschungsprojekten.
    foto: fatih aydogdu

    Intelligente Konzepte für biobasierte Industrie und Bioraffinerien gehören zu den gesuchten Forschungsprojekten.

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