EU-Wahlen künftig mit europaweiten Kandidaten

10. Mai 2011, 18:45

Fortschritte in der Frage der besseren Kontrolle von Lobbyisten

Geht es nach dem Europäischen Parlament, dann soll es in Zukunft eine gewisse Zahl von Europa-Abgeordneten geben, die nicht auf nationaler Ebene gewählt werden, sondern über EU-weite Wahllisten direkt ins Amt kommen. Dies wäre der erste Schritt zur Ausbildung echter europäischer Parteien, bestätigten österreichische EU-Mandatare mehrerer Fraktionen am Dienstag Vorschläge einer Arbeitsgruppe im Parlament, die in Straßburg zur Abstimmung kommen werden.

Geplant ist, neben den 751 Sitzen, die nach einem im EU-Vertrag festgesetzten Schlüssel auf die einzelnen Ländern verteilt werden, ab 2014 zusätzlich 25 Mandate zu schaffen. Die wären für Parteien reserviert, die in einer Mindestzahl an Staaten kandidieren. Auch soll es dabei eine faire Aufteilung nach Geschlecht geben. Derzeit ist es so, dass die großen Parteien zwar europäisch zusammengeschlossen sind, aber als loser Verbund. Ein europäisches Parteienstatut soll das ändern. Eine der Ideen zielt etwa darauf ab, dass die Fraktionschefs der großen Parteien über solche Europalisten antreten, auch um sie über ihr Heimatland hinaus den Wählern bekannt zu machen.

Fortschritte gibt es in der Frage der besseren Kontrolle von Lobbyisten. Diese müssen sich verpflichtend in Register eintragen lassen, um dauerhaft Zugang zum Parlament zu erlangen. Bisher geschieht das freiwillig. Auch sollen Lobby-Vertreter Honorare ab einer Höhe von 50.000 bis 100.000 Euro deklarieren müssen, sodass nachvollziehbar wird, wer wie auf die Gesetzgebung Einfluss nimmt.

Im Fall Hans-Peter Martin wurde der Antrag der Staatsanwaltschaft Wien um Aufhebung der Immunität dem Rechtsausschuss zugewiesen. Entscheidung: frühestens im Juli. (Thomas Mayer aus Straßburg, STANDARD-Printausgabe, 11.5.2011)

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14 Postings
Nightstallion
00
12.5.2011, 00:17
Fände ich einen wichtigen Schritt

auf dem Weg zur Bildung einer europäischen Zivilgesellschaft.

Los12
30
11.5.2011, 12:49
Es gibt nur eine Europa Partei

Die Grünen habe sich schon bei der letzen Wahl geschlossen gezeigt, darum habe ich Sie gewählt.

imir
11
11.5.2011, 11:24

Es sind ja so viel gierige Mäuler zu stopfen.

YellRain
14
11.5.2011, 10:16
die eu hat ihren zenit überschritten

sie ist dabei alles und jedes bis in den letzten winkel zu regulieren und merkt nicht einmal, dass sie sich von den bürgern entkoppelt hat.

so lange die eu standardisierungen in der wirtschaft gemacht hat (stecker, ...), war es vertretbar. aber mit der abschaffung der glühbirne und pflichtersatz durch giftige und ineffiziente "sparlampen" hat sie die ideologie auch in die regulierung von standards übernommen.

spätestens nach der regulierung der gesellschaft (z.b. gleichbehandlungsrichtlinie, die zu totalitären ergebnissen und abschaffung der freien demokratie führt), hat sich die eu selbst ins abseits gestellt.

sollte die eu die bevormundende regulierung der gesellschaft nicht zurücknehmen, so sollte man sie lieber auflösen.

naihoit
00
11.5.2011, 10:07
Zu diesen "Bemühungen" unserer InteressensvertreterInnen,

die ja wirklich den Eindruck vermitteln könnten, daß sinnvoll gearbeitet wird, fällt mir seltsamerweise ein, was mir vor langer Zeit eine damals schon ziemlich alte Frau über die Zeit des Wiederaufbaus erzählte, also eine Zeit, wo einige schon ein Bisserl etwas hatten, die meisten aber nix und die schämten sich dafür.
Sie löste dieses Problem damit, daß sie jeden Sonntag mit dem Fleischklopfer einen nassen Fetzen verdrosch, damit die Nachbarn glaubten, da gäbe es schon wieder Schnitzel.
Uuuupps?!?
Wieso fällt mir das gerade jetzt wieder ein?

Lt K.....
01
10.5.2011, 20:17

Diese Idee finde ich sehr gut.

Ob dann Andreas Mölzer auch in Deutschland Wahlwerbung macht? In Sachsen bekommt er sicher ein paar Prozent :-)

O5
47
10.5.2011, 19:19

Das wäre ein wahrer Segen! Diesem dumpfen Nationalistentum das derzeit die EU-Wahlen beherrscht muss ein Ende gesetzt werden wenn man die europäische Idee ernst nehmen will.

entenfutallesgut
06
10.5.2011, 19:05
Fein.

Dann dient das nicht länger als Abstellplatz für ausrangierte Kandidaten

Fehlt nur noch, daß aus der Vetokammer auch tatsächlich ein Parlament wird !

Aristarch
10
11.5.2011, 14:25
"Vetokammer" ist das Parlament aber schon lange nicht mehr.

/. nerd
 
04
10.5.2011, 19:38

Und dem Rat alle Legislativ-Rechte entzogen werden.

Aristarch
00
11.5.2011, 14:29
Da wäre ich sehr dagegen.

In einem föderativen Gebilde ist es ganz normal, dass die Teilstaaten an der Gesetzgebung des Bundes beteilt werden.

Eine EU-Gesetzgebung ohne Mitwirkung der Nationalstaaten erscheint mir total kontraproduktiv. Auch müssen die Nationalstaaten die EU-Normen vollziehen.

/. nerd
 
01
11.5.2011, 15:01
Ja, aber ein Gremium der Teilstaaten-Exekutiven

darf nicht Legislative des Bundesstaats sein.

Das ist wie wenn man bei uns die Landeshauptleute-Konferenz an die Stelle des Nationalrats setzt.

Dadurch kommt es ja zu diesem absurden "Spiel über die Bande", wo Minister unpopuläre und nationalstaatlich undurchsetzbare Projekte einfach klammheimlich auf EU-Ebene selbst beschließen und dann laut "das böse Brüssel" rufen.

Das ist das Ende jeglicher Demokratie, wenn die Exekutive an der Legislative vorbei selbst Gesetze beschließen kann. Und genau diesen Zustand haben wir derzeit.

Aristarch
00
11.5.2011, 16:13
Darf doch!

In Österreich wäre die Entsprechung, dass man die Landeshauptleute-Konferenz an die Stelle des Bundesrates setzt.

Dies hielte ich für überlegenswert und würde weitgehend der Situation in der BRD entsprechen, wo in der zweiten Kammer (Bundesrat) Vertreter der Landesregierungen sitzen.

An einer Beteiligung der Regierungen an der Unionsgesetzgebung ist demokratiepolitisch grundsätzlich nichts auszusetzen. In Österreich wird ja das Parlament über jedes Vorhaben im Rat informiert und kann für die Minister Standpunkte festlegen.

Dass sich die Medien in Österreich für das Stimmverhalten der Minister nicht interessieren, ist kein EU-Problem, die Abstimmungen im Rat sind nun öffentlich.

Aristarch
00
11.5.2011, 15:52
Ihr Vergleich ist nicht ganz richtig:

In Österreich wäre die Entsprechung, dass man die Landeshauptleute-Konferenz an die Stelle des Bundesrates setzt. Dies hielte ich für überlegenswert und würde weitgehend der Situation in der BRD entsprechen, wo in der zweiten Kammer (Bundesrat) Vertreter der Landesregierungen sitzen.

An einer Beteiligung der Regierungen an der Unionsgesetzgebung ist demokratiepolitisch grundsätzlich nichts auszusetzen. In Österreich wird ja das Parlament über jedes Vorhaben im Rat informiert und kann für die Minister Standpunkte festlegen.

Dass sich die Medien in Österreich für das Stimmverhalten der Minister nicht interessieren, ist kein EU-Problem, die Abstimmungen im Rat sind nun öffentlich.

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