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Die Eröffnung der 64. Filmfestspiele von Cannes wird nun doch zu keinem Staatsakt werden: First Lady Carla Bruni, die in Woody Allens neuer Komödie Midnight in Paris eine Museumsdirektorin spielt (eine Nebenrolle), hat ihr Kommen kurzfristig abgesagt. So wird heute, Mittwoch, Abend, am roten Teppich niemand einen Blick auf den angeblichen Babybauch der Präsidentengattin erhaschen, auf den die Paparazzi ihren Autofokus gerichtet hätten. Bis zum 22. Mai bleibt genug Zeit für den Nabel der Filmwelt.
Festivaldirektor Thierry Frémaux konnte in diesem Jahr aus dem Vollen schöpfen, was prominente Namen anbelangt. So arrivierte Regisseure wie Aki Kaurismäki, Terrence Malick, Lars von Trier oder die doppelten Cannes-Sieger, Jean-Pierre und Luc Dardenne, werden im Wettbewerb neue Filme vorstellen.
Damit es, wie in manch vergangenem Jahr, nicht nur auf eine überraschungsarme Revue etablierter Meister hinausläuft, hat man ihnen heuer auch experimentierfreudige Herren wie Alain Cavalier und eine Reihe jüngerer Filmemacher wie den Genre-Ikonoklasten Nicolas Winding Refn gegenübergestellt sowie den Österreicher Markus Schleinzer, der es mit seinem Debüt Michael auf Anhieb in den Wettbewerb geschafft hat - an einem begehrten Termin, am Samstagnachmittag, feiert der Film Premiere.
Das Drama bietet eine Binnenperspektive auf den Alltag eines Mannes und seines Entführungsopfers, eines zehnjährigen Buben. Dass der Film kontroversiell aufgenommen wird, gilt bei diesem Sujet als ausgemacht. Mit dem Regiedebüt des Schauspielers Karl Markovics, Atmen, läuft gegen Ende des Festivals auch noch ein zweiter österreichischer Beitrag in der Parallelsektion Quinzaine des réalisateurs.
Den Auftakt im Wettbewerb machen indes zwei Regisseurinnen - letztes Jahr war das - vielkritisierte - Männerdomäne: Die australische Schriftstellerin Julia Leigh legt mit dem erotischen Drama Sleeping Beauty ihr Debüt vor, wohingegen die Britin Lynne Ramsay mit Let's Talk About Kevin ihren dritten Film präsentiert - mit einem Traumpaar in den Hauptrollen: Tilda Swinton und John C. Reilly. (Dominik Kamalzadeh aus Cannes/DER STANDARD, Printausgabe, 11. 5. 2011)
Eindeutige Favoriten für die Goldene Palme gibt es heuer nicht. Zuletzt überzeugten Alexander Paynes "Nebraska" und Arnaud des Pallières' "Michael Kohlhaas"
Genreextremist Nicolas Winding Refn polarisiert arg mit "Only God Forgives", Steven Soderbergh macht aus dem Leben von Liberace eine Tragikomödie, Alain Guiraudie überrascht außer Konkurrenz
In Cannes schwebt immer der Vorwurf mit, es würden zu viele arrivierte Regisseure antreten - Mit "Inside Llewyn Davis" etwa zeigen aber die Coen-Brüder, dass sich Bekanntheit und Qualität nicht ausschließen
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Zwölf Tage lang ist Cannes wieder brodelndes Zentrum der Filmwelt - Im Wettbewerb läuft Neues von Asghar Farhadi, den Coens oder Jim Jarmusch, "The Great Gatsby" eröffnet in 3-D
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Schneller schaffte keiner das Doppel
Leos Carax bringt mit seinem Leinwand-Comeback "Holy Motors" wieder Schwung in den Wettbewerb von Cannes. Die Beiträge von Carlos Reygadas und Lee Daniels reichen an dessen Wirkung nicht heran
US-Regisseur Andrew Dominik bemüht sich im Gangsterdrama "Killing Them Softly" um Coolness
Offizielles Österreich glänzt an der Croisette durch Abwesenheit - "Schade für den österreichischen Film"
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Reaktionen auf Ulrich Seidls "Paradies: Liebe" und Michael Hanekes "Amour"
Ulrich Seidls "Paradies: Liebe" erlebte im Wettbewerb von Cannes eine entspannte Weltpremiere
Margarethe Tiesel verkörpert in Ulrich Seidls Cannes-Wettbewerbsfilm "Paradies: Liebe" eine reifere Frau, die im Sex mit jungen Männern in Afrika Erfüllung sucht
Arrivierte Meisterregisseure bestimmten das 64. Filmfestival von Cannes: US-Filmemacher Terrence Malick erhielt für "The Tree of Life" verdient die Goldene Palme
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