Suchtexperte fordert frühe Aufklärung bei Kindern über die Gefahr von Alkohol
Die Trinker in Österreich werden immer jünger. An der Grazer Uniklinik etwa wurden im letzten Jahr 260 Jugendliche eingeliefert, zwei Drittel mehr als vor zehn Jahren, berichtet Ö1 am Dienstag. Österreichweite Zahlen gibt es nicht.
Experten fordern, dass Kinder schon viel früher über die Gefahren von Alkohol aufgeklärt werden sollen. Es fehle eine gesellschaftliche Diskussion zu diesem Thema, die Vorbereitung durch Gespräche im Elternhaus, aber auch durch Präventionsstellen, die zu wenig Geld hätten, sagt Suchtexperte Michael Musalek vom Wiener Anton-Proksch-Institut zu Ö1. Kinder machten heute schon mit elf, zwölf Jahren erste Erfahrungen mit
Alkohol.
Alkohol nicht bagatellisieren
Viele Jugendliche wüssten bei ihrem ersten Rausch nicht wie Alkohol wirkt, nämlich, dass der Rausch sich nicht parallel zur Trinkmenge entwickelt, sondern ein bisschen später kommt. Man müsse damit aufhören den Alkohol zu bagatellisieren. Ein Rausch sei eine Vergiftung, und das müsse man den Kindern auch frühzeitig vermitteln.
Im Wirtschaftsministerium, das für den Jugendschutz zuständig ist, erhofft man sich laut Ö1 durch ein einheitliches Jugendschutzgesetz Besserung. Im Juni soll es eine Einigung geben. Das Gesundheitsministerium hat vor wenigen Wochen eine neue Kampagne mit dem Namen "echt cool" gestartet, die an Volksschulen über die Gefahren von Alkohol aufklären soll.
Suchtexperte Musalek fordert aber auch präventive Kampagnen für Erwachsene, denn: "Wenn die Erwachsenen kein Problembewusstsein haben, dann werden es die Jugendlichen schon gar nicht haben." (red)