87 Prozent der Frauen verwenden täglich ein Deo, bei den Männern sind es zwei Drittel - Wie steht es um Ihre Vorlieben?
Wien - Die Österreicher duften immer mehr: 47 Millionen Euro wurden im Vorjahr in Roll-Ons, Aerosol- oder Pumpsprays und Co. investiert - das ist ein Wachstum
von fünf Prozent im Vergleich zu 2009. Laut einer Umfrage verwenden 87 Prozent der Frauen mindestens einmal täglich ein Deo, bei den Männern sind es zwei von drei Befragten.
Erstes Roll-On-Deo 1949
1833 entdeckte der Philosoph und Anatom Jan Purkyne die
Schweißdrüsen und ihre Funktion. Danach forschten Wissenschafter
jahrzehntelang nach der effizienten Geruchsüberdeckung. "1931 wurde
schließlich mit Zinksalz erstmals ein aktiver Inhaltsstoff in einem
Deo eingesetzt", erläuterte Veronika Lang, medizinisch-wissenschaftliche Leiterin von L'Oreal Österreich, und zwar für Mum Deo. Es folgten
Ammoniaktinkturen und Aluminiumhydroxid. "1949 eroberte schließlich
das erste Roll-On-Deo den Markt."
"Der Hauptgrund für den Griff zum Deo ist die Vermeidung von Schweißgeruch. Dass Deos einfach zur Körperpflege gehören, zählt als zweitstärkstes Argument. An Stelle drei folgt der Wunsch, das Schwitzen zu unterbinden", sagte Gerhard Gribl, Sprecher der Branchenplattform Kosmetik transparent, bei der Präsentation der Daten am Dienstag in Wien. Marketagent.com hat dafür im April 505 Personen im Alter von 14 bis 65 Jahren befragt.
Ein halber Liter Schweiß täglich
"Wir schwitzen mehr und öfter, als wir denken", erklärte Lang. Durch unmerkliches Schwitzen, "Perspiratio insensibilis", verliert der menschliche Körper etwa einen halben Liter Flüssigkeit pro Tag. Dafür sorgen mehr als fünf Millionen Schweißdrüsen, deren Dichte an Fußsohlen, Handflächen und Achselhöhlen mit rund 600 Stück pro Quadratzentimeter besonders groß ist.
Menschlicher Schweiß ist an sich geruchlos. Unangenehme Ausdünstungen entstehen als Folge eines bakteriellen Abbaus durch am Körper vorkommende Keime. Bei der Geruchsbekämpfung gibt es zwei Wirkungsweisen: Antitranspirante verengen den Schweißdrüsenausgang und hemmen so die Produktion. "Sie sind effektiver", erläuterte Veronika Lang. "Verträglicher sind Deodorantien." Diese setzen auf Geruchsabsorption, Nässebindung und eine Reduktion der Keime. Es gibt auch Kombipräparate. Neben den Verkaufsschlagern (Roll-Ons gefolgt von Sprays) werden auch Deostifte, Cremen, Puder und Kristalle angeboten.
Manche hochwirksame Inhaltsstoffe wie etwa Aluminiumsalze, die häufig in Produkten vorkommen, sind immer wieder als möglicherweise gesundheitsgefährdend im Gerede. Mittlerweile ist deshalb auch eine Reihe von Produkten auf dem Markt, die ausdrücklich auf Substanzen aus dieser Gruppe chemischer Elemente verzichten.
Egal worauf die Wahl fällt, der Anwender soll bedenken: Deos wirken nur auf sauberer Haut. Immerhin gaben 72 Prozent der Umfrageteilnehmer an, täglich zu duschen oder zu baden.
Blumig, holzig oder ganz ohne
Jeder fünfte Mann verwendet ein Deo sogar anstelle eines Parfums.
Jeder zweite Befragte besprüht sich mindestens einmal täglich
mit
seinem Lieblingsduft, jeder fünfte zumindest mehrmals die Woche. 17
Prozent der Frauen verwenden sogar wenigstens zweimal am Tag einen
Duft, bei den Männern sind das nur halb so viele. Sechs Prozent der
Frauen und zwei Prozent der Männer verweigern Parfum völlig.
Männer mögen bei Frauen blumige, fruchtige und natürliche
Kreationen. Neun Prozent riechen ihre Liebste lieber "pur", ebenso vielen ist die Duftrichtung egal. Die Herren sollten nach Ansicht
der Damenwelt zu herben, holzigen und Zitrus-Düften greifen. Jede
zehnte Befragte bevorzugt Männer ohne starken künstlichen Duft.
Jeder zweiten Frau ist es wichtig, dass Menschen in ihrer Umgebung gut riechen, berichtete Gribl. Bei den Männern finden nur 32 Prozent duftende Menschen attraktiver. Im Endeffekt kommt es aber ohnehin nicht auf den Duft aus der
Flasche an: Wissenschafter haben herausgefunden, dass zwei Menschen
genetisch umso besser zusammenpassen, je unterschiedlicher ihr
natürlicher Eigengeruch ist, berichtete der Wiener Pharmazeut Gerhard
Buchbauer. (APA)