Antikörper zur Unterscheidung von neuralen Stammzellen entwickelt

15. Mai 2011, 19:32
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Verschiedene Zelltypen lassen sich anhand von Zuckerresten auseinanderhalten

Deutsche Wissenschafter Forscher haben einen Antikörper hergestellt, mit dem sie die unterschiedlichen Stammzelltypen des Nervensystems besser als bisher unterscheiden können. "Um Stammzellen für therapeutische Zwecke zu nutzen, ist es wichtig, dass man die verschiedenen Typen auseinanderhalten kann", meint Eva Hennen vom Lehrstuhl für Zellmorphologie und Molekulare Neurobiologie an der Ruhr-Universität Bochum. Der Antikörper 5750 erkennt einen bestimmten Zuckerrest auf der Zelloberfläche, der LewisX genannt wird.

Die Arbeitsgruppe um Andreas Faissner konnte LewisX nun erstmals nutzen, um verschiedene Stammzelltypen zu trennen. Über die Ergebnisse berichten die Forscher in der Fachzeitschrift Journal of Biological Chemistry.

Antikörper, die den LewisX-Zuckerrest erkennen, werden routinemäßig eingesetzt, um sogenannte neurale Stammzellen zu identifizieren, aus denen die verschiedenen Zellen des Nervensystems entstehen. Das Team von Faissner zeigte nun, dass sich hinter der Bezeichnung "LewisX" nicht nur ein einziges Zuckermotiv verbirgt, sondern eine ganze Reihe verschiedener Zuckerreste.

Unterschiedliche Arten von neuralen Stammzellen sind mit individuellen Kombinationen von LewisX-Zuckerresten auf ihrer Zelloberfläche ausgestattet. Der neue Bochumer Antikörper 5750 erkennt dabei einen anderen LewisX-Zuckerrest als die bislang verwendeten Antikörper. "Diese Zuckervielfalt könnte auch für die Krebsdiagnose interessant werden", erklärt Faissner, "denn LewisX-Zucker wurden auch auf Tumorzellen nachgewiesen".

Veränderungen bei Weiterentwicklung

Mit Hilfe des neuen Antikörpers 5750 lassen sich gezielt bestimmte Typen neuraler Stammzellen aus einer Mischung unterschiedlicher Stammzellarten isolieren. Ziel der Arbeitsgruppe von Faissner ist es nun, die Eigenschaften der Stammzellen, die LewisX-Zuckerreste tragen, zu untersuchen. Die Forscher fanden bereits heraus, dass sich das LewisX-Motiv auf der Zelloberfläche ändert, wenn die Stammzellen sich weiterentwickeln - etwa zu Oligodendrozyten, die die Isolationsschicht der Nervenzellen bilden, oder zu Nervenzellen selbst. (red)

  • Zwei Arten von Stammzellen wurden mit dem neuen Bochumer Antikörper 5750 (rot) und dem herkömmlichen Antikörper 487 (grün) gefärbt und können klar getrennt werden, da die Antikörper unterschiedliche LewisX-Zuckerreste erkennen.
    foto: the american society for biochemistry and molecular biology.

    Zwei Arten von Stammzellen wurden mit dem neuen Bochumer Antikörper 5750 (rot) und dem herkömmlichen Antikörper 487 (grün) gefärbt und können klar getrennt werden, da die Antikörper unterschiedliche LewisX-Zuckerreste erkennen.

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