#io2011

Android 3.1, "Ice Cream Sandwich" und ein "Oprah Moment"

Andreas Proschofsky, 10. Mai 2011, 18:13
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    foto: andreas proschofsky

    Auch der eine oder andere Seitenhieb auf Konkurrent Apple durfte in der Keynote nicht fehlen.

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    Android ist auf der Google I/O 2011 überall - und immer in der Überzahl.

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    screenshot: redaktion

    Das offizielle Logo für Ice Cream Sandwich.

Filmverleih und Google Music gestartet - Hersteller sollen sich zu Android-Updates verpflichten - Tablets für Alle

Mit der ersten von zwei geplanten, großen Keynotes hat der Softwarehersteller Google am Dienstag morgen (Lokalzeit) in San Francisco die zweitägige Google I/O offiziell eröffnet. Mehrt als 5.000 EntwicklerInnen sind in das Moscone Center West gekommen, um sich in zahlreichen Sessions rund um die diversen Google-Angebote weiterzubilden, aber auch um sich über die Zukunftspläne des Unternehmens zu informieren. Immerhin nutzt Google die I/O traditionell, um die Entwicklung der kommenden Monate zu umreißen.

Thematisch

Wie schon im vergangenen Jahr führt auch heuer wieder Vic Gundotra, mittlerweile zum "Vice President of Social" avanciert, durch das mit vielen Scherzchen gespickte Programm. Schon vorab hatte man verlautbaren lassen, dass Android sowie Chrome / ChromeOS die zentralen Themen der I/O sein werden.  Die Dienstags-Keynote stand dann auch tatsächlich zur Gänze unter dem Motto "Android".

Statistik

Zunächst widmete man sich einigen Statistiken, die das Wachstum von Android recht beeindruckend verdeutlichen: Mehr als 400.000 Android-Geräte werden mittlerweile täglich neu aktiviert. Daraus resultieren insgesamt bereits mehr als 100 Millionen vertriebene Android-Devices.  Zudem gibt es im Android-Market nun schon 200.000 Apps, die insgesamt 4,5 Milliarden mal installiert wurden.

Android 3.1

Danach folgte jene Ankündigung auf die alle gewartet haben - oder auch wieder nicht: Mit Android 3.1 liefert man das erste große Update für Honeycomb. Weniger erwartet war wohl, dass dieses umgehend für das Xoom-Tablet bei Verizon erhältlich sein soll. Als neue Features strich man unter anderem die von vielen ersehnte Aktivierung des USB-Host-Modus heraus, womit sich zahlreiche zusätzliche externe Geräte nutzen lassen sollen - was man anhand eines XBox-360-Controllers zeigte. Zudem lassen sich Startscreen-Widgets nun beliebig in der Größe verändern und es gibt einen überarbeiteten Task-Switcher.

Ice Cream Sandwich

Allerdings sollte man Android 3.1 nicht mit der nächsten großen Plattformversion des mobilen Betriebssystems verwechseln. "Ice Cream Sandwich" folgt nämlich erst später, und wird dann auch größere neue Funktionen bringen. Für EntwicklerInnen wohl am wichtigsten: Es werden die Code-Pfade für Tablets und Smartphones wieder zusammengeführt. Zusätzlich wird auch die nächste GoogleTV-Version auf "Ice Cream Sandwich" basieren. Auf die neue Android-Generation muss man allerdings noch eine ganze Zeit warten, derzeit visiert man das vierte Quartal 2011 an.

Head Tracking

Bei konkreten Features gab man sich noch zurückhalten, demonstrierte aber zumindest eine recht beeindruckende neue Technologie: Per "Head Tracking" lässt sich die Kamere eines Android-Geräts für durchaus interessante Tricks nutzen. So zeigte man etwa, wie die Software automatisch auf die gerade sprechende Person heranzoomt. Die entsprechenden APIs werden für externe Anwendungen zur Verfügung stehen, hier hofft man nicht zuletzt auf das kreative Potential der weiteren Community.

Filme

Schon jetzt bietet Google - zumindest in den USA - Bücher zum Kauf im Android Market an, als nächsten Schritt startet man jetzt auch den Filmverleih. Für Tablets soll es das Ganze ab sofort geben, für Android-2.2-Smartphones dann in den nächsten Wochen folgen. Die Filme werden für 30 Tage ausgeborgt, einmal zu sehen begonnen, stehen sie noch 24 Stunden zur Verfügung. Die Preise sollen bei 2 US-Dollar beginnen.

Music

Bereits am Montag Abend war durchgedrungen, dass sich Google dazu entschlossen hat, das lange schon spekulierte "Google Music" vom Stapel laufen zu lassen. Insofern erfolgte im Rahmen der I/O nun nur mehr der offizielle Startschuss. 

Download

Wer eine Einladung für das Service ergattern kann (die TeilnehmerInnen der Konferenz dürfen sich unisono in diesen Kreis zählen), und sich noch dazu in den USA befindet, kann das Service ab sofort nutzen. Mit dieser ist es möglich, die eigene Song-Sammlung online synchronisieren zu lassen - und künftig von den Google-Servern streamen zu lassen - auch nach der Löschung der lokalen Dateien. Mithilfe einer Flash-Anwendung kann auch vom Browser aus einfach auf die in der "Cloud" befindlichen Lieder zugegriffen werden, wie man im Rahmen der Keynote demonstrierte. Auch das Zusammenstellen von Playlists im Web-Interface zeigte man, die dann natürlich auch umgehend am Smartphone zur Auswahl stehen.

Abkommen

Die von Google ursprünglich anvisierte Lizenzabmachung für ein solches Service gibt es derzeit nicht, mal sehen ob sich die Musikindustrie nach dem Start von Google Music nun kooperativer zeigt und von jener schier endlosen Verzögerungstaktik ablässt, die man bei Google hinter vorgehaltener Hand schon länger beklagt. Immerhin schwimmt der Industrie hier langsam ein ganzes Geschäftsfeld weg. Auch Amazon hatte ja vor kurzem ein ähnliches Service gestartet, das extra so implementiert ist, damit man ohne Lizenzabkommen auskommt.

Optik

Die neue Musik-App gibt es übrigens bereits separat zum Download, nur eben ohne die Streaming-Funktionen, auch funktioniert der Download nicht mit europäischen Geräten. Sie ersetzt das bei zahlreichen Geräten vorinstallierte Google Music, und modernisiert damit jene Android-Komponente, die in der derzeitigen Default-Ausstattung des Smartphone-Betriebssystems wohl die größten Defizite aufweist - nicht zuletzt was den optischen Auftritt betrifft.

Update-Richtlinien

Für besonderen Applaus sorgte eine andere Ankündigung: In Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnerfirmen will man Richtlinien für Android-Updates entwickeln, an die sich diese dann halten müssen. Von Anfang mit dabei sind unter anderem Sony Ericsson, Samsung, Motorola, HTC und LG, die als ersten Schritt umgehend zusagen, ihre neuen Geräte zumindest 18 Monate lang mit Updates zu versorgen.

Open Accesories

Gänzlich neue Möglichkeiten will man Android mit "Open Accessories" verschaffen: Durch die Kombination aus offenen APIs und einem Hardware-Referenzdesign sollen sich beliebige Geräte mit Android integrieren können. So demonstrierte man etwa ein Fitnessgerät, das automatisch die zugehörige App aktiviert. Das Referenzdesign stellt Google übrigens ebenfalls "offen" zur Verfügung, zudem sollen bereits die ersten Hersteller an eigenen Lösungen arbeiten.

Labyrinth

Auf der Bühne hatte man dann auch ein besonders nerdiges Beispiel für die Möglichkeiten der "Open Accessories" parat: Über die Lagesensoren eines Tablets wurde ein Labyrinth-Spiel gesteuert - und zwar die klassische Nicht-Computer-Variante. Bei Google intern hat man übrigens eine übergroße Version davon gebaut, die sich auch auf der I/O spielen lassen soll - mit mehreren Metern Durchmesser.

Android@Home

Dazu passend startet man noch eine weitere Initiative: Android@Home soll das mobile Betriebssystem mit Geräten des Alltags verbinden. Konkret demonstrierte man dies, indem sich das Licht des Keynote-Raums drahtlos von einem Tablet aus steuern ließ - oder gleich durch einen 3D-Shooter am Tablet "angeschossen" wurde.  Die theoretischen Möglichkeiten gehen aber noch wesentlich weiter, so solle man sich einmal vorstellen, wie es wäre, wenn ein "reales" Farmville den eigenen Garten pflegt, scherzte Google.

Tungsten

Etwas ernsthafter dann schon ein anderer Aufbau, den man intern "Project Tungsten" nennt. Vom Tablet aus lässt sich dabei die Musikanlage steuern, also etwa bestimmen auf welchen Lautsprechern welche Musik abgespielt werden soll. Dies hat man dann noch mit den Möglichkeiten von Near Field Communication (NFC) kombiniert: Eine CD, die physisch an die Box gehalten wird, wird automatisch zur eigenen Musiksammlung hinzugefügt - und mit einer weiteren Geste gleich gestartet.

Oprah

Zu guter Letzt folgte dann noch das, was man in den USA gerne den "Oprah"-Moment (in Anspielung auf die bis zu ihrer Einstellung bei den Massen besonders beliebte Talkshow) nennt - und der seine Wirkung nicht verfehlte: Alle Anwesenden bekommen von Samsung und Google gemeinsam das neue Galaxy Tab 10.1 mit "Honeycomb"-Software geschenkt.

Market

Mit dem Ende der Keynote ist übrigens keineswegs der Android-Vorstellungsreigen beendet: Am Mittwoch will man noch einige zentrale Neuerungen rund um den Android Market verkünden. (Andreas Proschofsky aus San Francisco, derStandard.at, 10.05.11)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 86
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Klappe zu, Lindwurm tot.
04
11.5.2011, 10:57
Andorid ist DER Open Source-Showcase

Google, die Open Handset Alliance und vor allem die Andorid-Developer zeigen was Open Source wirklich bewirken kann - und davon kann jedes andere Open Source-Projekt provitieren.

DANKE Google :-)

Füxchen
00
11.5.2011, 10:33
Mich wundert, dass es noch kein Android auf

Flachfernsehern gibt. Da wäre es IMHO sehr gut als BS aufgehoben :-)

Hectic
00
11.5.2011, 16:08
GoogleTV.

Die Fernseher können dann mit deinem Android gesteuert werden.
http://www.youtube.com/watch?v=vS0la9SmqWA

CC79
00
11.5.2011, 11:11

Gibt es glaub ich schon, ob schon auf Seriengeräten weiß ich nicht. Hab das aber schon mal gesehen, glaub es wurde in Anlehnung an "Smartphones" Smart-TV genannt oder so.

rapidfans.at
00
11.5.2011, 10:21
frage zu den 18 monaten

hat da jemand schon mehr gehört? wie soll das gehen?
ab offiziellem release des telefons dann alle versionen rauszubringen oder die letzte aktuelle vor ablauf der 18 monate? oder es muss ein update auf die version geben, die in bis in 18 monaten von google offiziell als letzte rausgegeben wurde?

leaping frog
00
11.5.2011, 10:47
ist eigentlich wurscht...

hier geht es vor allem darum eine update-kultur einzuführen.

sind die user einmal verwöhnt worden, werden sie eh mehr updates fordern.

hier wird google gefordert werden updates herauszubringen die die leistung des gerätes verbessern und nicht überfordern.

katzners
00
11.5.2011, 10:31

Gute Frage, würde mich auch interessieren.

Beve Stallmer
00
11.5.2011, 10:17
schnarch.... pssss .... schnarch ....zssss....

sui_generis
00
11.5.2011, 10:03
wirklich interessante Neuigkeiten

...nur leider ist alles zunächst den US Bürgern vorbehalten. Echt schade!

Karl Schreckt
16
11.5.2011, 09:46
alles in allem sehr coole sache

google beweist auf jeden fall, dass sie der innovative und dynamische player am markt sind und sich echt an jeden richten. kommt auf jeden fall sehr sympathisch rüber. und man hat einfach nicht das gefühl, dass sie, so wie apple, dauernd versuchen müssen allen zu beweisen, dass eh nur sie die besten sind. das ergibt sich einfach durch ihre art und arbeit von allein. die zukunft gehört ihnen mit sicherheit sowohl bei handys als auch bei tablets...und vermutlich noch vielen weiteren themen.

Der Hund von den Simpsons
01
11.5.2011, 09:29
Somit wurde Galaxy Tab ...

... Statistik um 100% angehoben und dieses rangiert somit an dritter Stelle mit einem Marktanteil von 0,001%.

Ad Update-Garantie: 18 Monat sind lächerlich wenig. Von der Erscheinung eines Androiden und bis man dieses in Europa in Händen häöt vergehen schon mal 3-6 Monate. Dann geht sich knapp ein Update aus. Aber zumindest muss man anerkennen, dass Google dieses Problem erkannt hat und zumindest symbolisch aktiv wurde.

mottle
00
11.5.2011, 09:57

Zum ersten gibt es Androiden die früher oder zeitgleich wie in den USA oder nur in Europa auf den Markt kommen.
Für mei Legend (wäre die Regel zur Erscheinung schon gültig gewesen) würde das heißen ich bekomme noch 2.3.3 und vielleicht sogar noch ice-cream-sandwich.
Bisher hatte ich 2 Updates (ein kleineres und das auf froyo).
Eines wäre noch super, wird aber wahrscheinlich nicht kommen.
Ich bin sehr zufrieden.

edurkheim
00
11.5.2011, 09:04
Bezüglich: "Open Accesories"

Ich sehe jetzt schon hunderte von Taiwanesichschen und Honk-Kong Klein und Mittelbetriebe alle möglichen Gadgets vom Hoemtrainer über Raido bis Uhr entwickeln die man dann ans Android Handy/Pad schließen kann.

Ich frage mich warum da in Europa nichts passiert. Haben wir zu wenig Techniker die das können? Und/Oder ist das für die Techniker die das könnten einfach Gimmicke "zuwenig"?

Warum tut sich bei so kleinen Erfindungen - mit fot riesen Markpotential - in Europa im Gegensatz zu USA/Asien nichts? Immer nur Autos kann es ja auch nicht sein.

CC79
01
11.5.2011, 11:13

In der Forschung tut sich da viel - auch ich (als frischer Doktorand) werde in die Richtung gehen.

Ich glaube nur dass es eher die kommerzielle Verwertung ist, die Probleme macht. Glaub hier sind europäische Konzerne in dem Bereich zu konservativ.

edurkheim
00
11.5.2011, 12:21

Ja das ist schade.

Ich glaube es liegt auch daran, dass wir so wenige Techniker haben, dass diese für soche "Experimente" zu schade sind.

Die Industrie braucht sie wichtiger in ihren schon bestehenden Geschäftsfeldern um die Abgänge nachzubesetzen.

In Asien gibt es noch nicht so viel Industrie und viel mehr Techniker. Da besteht dann natürlich mehr Anrzeiz für Beschäftigung in noch neuen Feldern.

edurkheim
10
11.5.2011, 12:24
Um noch etwas hinzufzufühgen

Ich glaube wir haben zuwenige mittelmäßig qualifzierte Techniker. Um einen den Output des Hometrainer mit einem Android-Gerät zu verbinden braucht man wahrscheinlich kein TU-Studium. Da sind Doktoranden fast zu schade.

CC79
00
11.5.2011, 13:05

Kenne aber genug Akademiker auch die gerade solche etwas mehr Richtung "Handwerk" gehenden Dinge gerade sehr erfrischend finden :)

Und ich glaub das ist der notwendige "Spirit" - wieder etwas spielerische Neugier und Kreativität in die Sache bringen!

TRex30M
00
11.5.2011, 08:36

Ich bin zwar kein Entwickler, aber ich finde es einfach grossartig wie Google den Event organisiert und gestaltet hat.
Das kommt auf den Fotos echt gut rüber.
Danke Hr. Proschofsky, für den guten Report. :-)
Android rockt! ;-)

Mario90
05
11.5.2011, 00:18

@Autor: na dann gw zum neuen Tablet :)

LoL
12
11.5.2011, 00:09

Das linux jahr ist angebrochen und keiner merkt es

Nicht Sicher
00
11.5.2011, 09:16

ja aber wann brichts denn endlich auf dem desktop durch?

Der Unkurze
00
11.5.2011, 10:45

vermutlich nie, aber spielt das eine rolle? ;)

TheJester
00
11.5.2011, 00:33

danke!

royalrider
101
11.5.2011, 00:05
Hört sich alles irgendwie langweilig an.

Wenn man aber bedenkt wo Google überall seine Datententakel reinstecken will wird einem leicht gruselig. Ich weiß, ist alles nur zum Besten der Benutzer. Wers glaubt.

Deci
00
11.5.2011, 11:02

Dont feed the Troll..!

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