"Google Music" startet noch heute - ohne Lizenzen

10. Mai 2011, 04:16
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Beta kommt auf der Google I/O - Eigene Musiksammlung in der Cloud abgespeichert

Manchmal, ja manchmal stimmen Weissagungen dann doch: Wie Google-Manager Zahavaha Levine gegenüber CNET bestätigt, wird der Softwarehersteller am Dienstag mit der Eröffnung der EntwicklerInnenkonferenz Google I/O auch den Startschuss für sein Cloud-Musik-Service "Google Music" geben.

Streaming

Mit diesem wird es NutzerInnen von Android-Smartphones künftig möglich, ihre Musiksammlung online auf den Servern von Google abzuspeichern und direkt auf ihr Gerät zu streamen. Damit ersparen sich die UserInnen einerseits den Speicherplatz am eigenen Smartphone, andererseits können sie über das Web auch vom Desktop - oder anderen Geräten - auf die Musiksammlung zugreifen.

Cache

Um einen möglichst ungestörten Musikgenuss zu garantieren, bedient sich Google angeblich eines intelligenten Cachings, das aufgrund des bisherigen Hörverhaltens jene Lieder lokal zwischenspeichert, die die größte Wahrscheinlichkeit haben, als nächste bald wieder abgespielt zu werden.

Bekannt

Dass ein solches Service bei Google in Entwicklung ist, ist aufgrund von ins Netz "entkommenen" Vorversionen einer neuen Musikanwendung schon länger bekannt. Vor dem Start wollte man bei dem Softwarehersteller aber eigentlich noch zu Lizenzabkommen mit der Musikindustrie für ein solches Service kommen - und war über Monate mit diesem Ansinnen gescheitert.

Amazon

Vor wenigen Wochen startete dann Amazon ein ähnliches Angebot - ganz ohne Lizenzabmachungen.Diesem Vorbild scheint sich Google, wo man - wie kolportiert - mittlerweile reichlich entnervt von ewigen Verzögerungstaktiken der Content-Industrie ist, nun anzuschließen.

Problematisch

Der Nachteil dabei: Die NutzerInnen müssen anfänglich mal ihre gesamte Musikdatenbank hochladen, was schon so seine Zeit dauern kann. Hätte man die Unterstützung der Labels, könnte Google statt dessen einfach eigene Kopien derselben Songs streamen, die NutzerInnen würden sich den Upload-Prozess ersparen.

Apple

Ein Weg, den gerüchteweise Apple für seine Version eines Cloud-Streamings für iOS-Geräte beschreiten will. Der Google-Ansatz braucht natürlich auch erheblich mehr Speicherplatz, wodurch das Unternehmen eben diesen begrenzen muss. 20.000 Songs sollen in der Google Music Cloud maximal Platz finden.

Beta

Der Service soll zunächst einmal mit einer Beta-Phase starten, in der es leider auch entscheidende Einschränkungen geben wird. So ist Google Music laut dem Bericht nicht nur von einer Einladung abhängig, es wird vorerst auch auf die USA begrenzt sein. Für den Zugriff aus dem Web ist derzeit zudem ein Flash-Player nötig, was etwa Apples iPad aussperrt. (Andreas Proschofsky aus San Francisco, derStandard.at, 10.05.11)

  • Passend zum Cloud-Service wird es auch eine neue Musik-Anwendung für Android geben.
    grafik: google

    Passend zum Cloud-Service wird es auch eine neue Musik-Anwendung für Android geben.

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