Österreichs Eishockey braucht Innovationen

Hannes Biedermann, 9. Mai 2011, 18:23

Die ernüchternden Leistungen des Nationalteams bei der WM lassen den Ruf nach mehr als an der Oberfläche kratzenden Reformen lauter werden.

Wieder einmal nur 360 Minuten dauerte Österreichs Kurzgastspiel unter den 16 besten Nationen der Eishockeywelt. Auch die vierte Teilnahme des Team Austria an einer A-Weltmeisterschaft in Serie endete mit dem Abstieg, die in 17 der 18 Spielabschnitte aufs slowakische Eis gebrachten Leistungen dokumentierten, wie angemessen und gerechtfertigt diese Degradierung ist.
Der sofort auf einen Aufstieg folgende rot-weiß-rote Rückschritt in die Division 1 scheint mittlerweile schon im gleichen Maße obligatorisch zu sein, wie der damit verbundene Katzenjammer. Im Zwei-Jahres-Rhythmus sind im eishockeyaffinen Teil der Alpenrepublik die ersten beiden Wochen im Mai für Lippenbekenntnisse jeder Art reserviert. Exemplarisch einige Zitate von Verbandspräsident Dieter Kalt, gesammelt nach den drei letzten Abstiegen aus der Weltelite:

12.Mai 2005: "Es werden neue Wege beschritten, (...) wir werden ein intensives Nachwuchsprogramm fahren."
8.Mai 2007: "Es geht nur weiter, wenn wir die Jugend heranführen."
4.Mai 2009: "Manche ältere Spieler scheinen überfordert durch das Tempo und den Druck. (...) Ich werde dem Vorstand einen Vorschlag unterbreiten, um zu versuchen, die U20- und U18-Spieler heranzuführen"

Evaluierung durch externen Consulter

Geändert hat sich in den Jahren seit 2005, als bei der Heim-WM in Wien und Innsbruck ähnlich schwache und ernüchternde Auftritte wie in diesem Jahr in der Slowakei hingelegt wurden, freilich wenig. Überspitzt formuliert, varriierte lediglich der Zeitpunkt, zu dem der ÖEHV-Präsident vor die Medien trat und Reformen ankündigte, in Košice tat er das nämlich schon nach der Vorrunde.
Nun soll ein externes Consulting-Unternehmen die Strukturen des Verbandes evaluieren und optimieren. Erfüllt es diesen Auftrag gewissenhaft, wird es nicht nur bei Veränderungen in der organisatorischen Ausrichtung des ÖEHV bleiben. Denn die im Vorfeld der Weltmeisterschaft von Matthias Trattnig geäußerte und Thomas Vanek unterstrichene Kritik am Umfeld des Nationalteams ist - und dessen dürfte sich auch jeder Verbandsfunktionär bewusst sein - nur die Spitze einer Pyramide an Unzulänglichkeiten, die in den letzten Jahren aufgebaut wurde. Neben der (externen) strukturellen Evaluierung täte dem ÖEHV zudem auch eine offene und vorbehaltslose (interne) Diskussion über seine personelle Zusammensetzung gut. Ziel sollte es dabei sein, im die zukünftige Richtung des Eishockeys in Österrreich vorgebenden Organ Funktionäre zum Einsatz zu bringen, die mit progressiven und internationalen Konzepten vertraut sind und deren sportliche Qualifikationen dem modernen Eishockey-Zeitalter entstammen.

Bergströms Vision

Im ÖEHV müssen klare Worte gefunden und teilweise harte aber nötige Konsequenzen gezogen werden. Denn die Verantwortung für die nun schon mehrere Jahre andauernde Krise des Team Austria liegt in erster Linie beim Verband selbst. Während sich die EBEL im internationalen Ligenvergleich etabliert und stabilisiert hat, befindet sich das Nationalteam deutlich am absteigenden Ast. Begründet liegt dies weniger in der gebetsmühlenartig wiederholten Mär der "Überflutung der Liga mit Import-Spielern", sondern eher in der bisher gezeigten Reformresistenz des ÖEHV. Vier Nationaltrainer haben sich bei den jüngsten vier A-WM-Teilnahmen an der "Mission Klassenerhalt" versucht, geschafft hat sie - zumindest sportlich - mit Lars Bergström nur einer. Ausgerechnet er war auch der einzige, bei dem eine mittelfristige Planung zu erkennen war: Seine zu Papier gebrachte "Vision 2014" skizzierte die schwerwiegendsten Problembereiche im österreichischen Eishockey und zeigte Wege auf, um sich in diesen zu verbessern. Das Strategiepapier liegt seit mehr als zwei Jahren im Verbandsbüro und harrt seiner Umsetzung.

Offene Fragen und ehrliche Antworten

Auch wenn Österreich bei der WM in der Slowakei ohne seine drei NHL-Legionäre, seinen besten Defender (Thomas Pöck) und seinen stärksten Torhüter (Bernd Brückler) auskommen musste, war man rein vom Spielermaterial her einem Drittel der anderen WM-Teilnehmer ebenbürtig. Dass der Klassenerhalt dennoch deutlich verpasst wurde, wirft die Fragen nach der Verantwortung auf. Im TV und in Printmedien standen die Spieler und der Trainerstab bereits im Zentrum der Kritik. Doch der Abstieg ist der vierte in Serie, es liegt also der Verdacht nahe, dass auch strukturelle Schwächen eine wesentliche Rolle spielen. Es wäre falsch, den Entwicklungsstand des österreichischen Eishockeys am Ausgang eines WM-Turniers abzulesen, die für alle Beteiligten unbefriedigende Situation stellt sich nun jedoch bereits seit einigen Jahren sehr ähnlich dar.

Losgelöst von Schuldzuweisungen und leidigen Legionärsdebatten muss sich der ÖEHV die Frage stellen, in welchen Bereichen er seine Tätigkeit verbessern kann und wie er ein Mehr an Innovation in seine Struktur bringen kann, um die Entwicklung des österreichischen Eishockeys substanziell und vor allem nachhaltig zu bereichern. Findet man darauf überzeugende Antworten, wird es auch wesentlich einfacher sein, die EBEL-Klubs davon zu überzeugen, "gemeinsam ein Stück des Weges zu gehen." (Hannes Biedermann; derStandard.at; 9.Mai 2011)

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Österreichs Eishockey braucht Eishockey.

die matt/scheuch methode: jene spieler die es nicht in den kanadischen oder russischen kader geschafft haben werden eingebürgert und spielen dann für uns. tagesformabhängig geht sich dann ja vielleicht auch ein platz am stockerl aus

Ö Eishockey braucht Investitionen

Innovation ist immer gut, weil die kostet per se noch nix und klingt trotzdem nach Zukunft. Aber da liegt der Hund begraben. Zukunft gibts nur, wenn -- werauchimmer -- Geld in die hand nimmt. Stichwort: Eiszeit. Mehr Eiszeit für die Sportler, oder Eiszeit für den Hockeysport. Richtigerweise hätte der Titel so heißen müssen, wie ich ihn zuerst gelesen habe: Ö Eishockey braucht Investitionen. Move your wallet, your innovations will follow.

Ein Mentaltrainer wäre ganz vorteilhaft. Das einzige gute Spiel war das einzige ohne irgendeine Erwartungshaltung, und die Testspiele waren auch nicht so schlecht. Die Mannschaft kann zwar halbwegs spielen, aber scheinbar kommt sie mit dem Druck nicht zurecht.

da stimme ich zu ganz satelfest scheinens da oben nicht gewesen zu sein-wenn immer das team das 1:0 bekommen hat ist es de facto minuten später auseinander gebrochen und hat sich selbst geschlagen.

stell dir vor du bist fussballfan, dann hast du die gleichen probleme und zusätzlich nen faden sport zu erdulden.

keinen sinn fürs sportliche, der herr prorogat.

doch

nur bei synchronschwimmen, dressurreiten und fussball fehlts ein bisschen an unbedingter begeisterung

oh, fein, dann könn'ma nächste saison ja meine begeisterung für curling teilen. ob's da liveticker gibt?

und wenn nit missbrauch ma halt wieder einen fussballticker(übrigens ist curling ein interessanter sport)

ja, das war ernst gemeint. ich find curling wirklich spannend. gibt bloss net viele leut hier, die das ebenso sehen.

HIER schon, hier lieben alle curling, nur aus den tiefen aus denen du gerade aufgetaucht bist, ist curling kein sport

eishockeyfans sind soooo super und soooo tolerant.

alles linke gutmenschen und philanthropen

kaum zu glauben. und ich hab mich immer unter den fussballrowdies herumgetrieben, wie blind ich nur war.

eine geeignete, politisch korrekte, doppeldeutige bemerkung zu " immer unter den fussballrowdies herumgetrieben" zu formulieren ist echt schwierig, ich überlege noch du tribünenluder

im FORUM!!!!

forumluder, das ist es:)

ist das jetzt politisch korrekt? ist das doppeldeutig?

streng dich an.

ist ja schlimmer als bei jedem pausenreim hier, der druck

jetzt hast eine stunde zeit gehabt. und?

hab ma grad nen wein und ein buch(selbstverständlich frauenliteratur) aufgemacht, da bin ich zu nix mehr zu gebrauchen

na, dann hoffentlich hilft die frauenliteratur nach der suche nach der politischkorrekten formulierung.

ich stör nicht länger!

nacht und treib nix, was ich nicht auch treiben würde

Die Innovation besteht im Abschaffen.

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