Innenministerium

Grenze wieder dicht zu machen käme teuer

9. Mai 2011, 17:52
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    foto: neumayr

    Im Mai 2003 fiel die Grenzfestung am Walserberg.

Innenministerium hat Personal längst umgeschult und Infrastruktur abgebaut

Gruppeninspektor Johann Mühlbacher blieb bis zum Schluss. Am 1. April 1998 Punkt Mitternacht verließ er als letzter Grenzgendarm den Grenzübergang Walserberg zwischen Salzburg und Bayern. Auf dem Papier war das Schengen-Abkommen zwischen Österreich und Deutschland zu diesem Zeitpunkt bereits einige Monate gültig. 2003 wurde schließlich auch das an eine Brückenfestung erinnernde Grenzgebäude am Walserberg, das so gar nicht mehr zur neuen Reisefreiheit passte, abgerissen. Seit 2007 gibt es auch freie Fahrt in die östlichen Nachbarländer.

Sowohl abgezogenes Personal als auch verschwundene Infrastruktur könnten zu einem großen Problem werden, wenn Europas Staaten auf Dauer ihre Grenzkontrollen wieder hochfahren würden. Allein in Niederösterreich sind 850 frühere Grenzpolizisten längst umgeschult und in anderen Bereich tätig. Manche davon in Dienststellen für Ausgleichsmaßnahmen, wo Kontrollen im Hinterland des Grenzbereiches koordiniert werden. Doch die eigentliche Grenzpolizei gibt es gar nicht mehr. Erst vor kurzem wurden dreißig Grenzdienststellen endgültig dichtgemacht, das Innenministerium spart dadurch jährlich 1,1 Millionen Euro an Erhaltungskosten und die Bundesimmobiliengesellschaft verhandelt bereits mit möglichen neuen Mietern oder Käufern.

Die 2706 Kilometer lange Staatsgrenze ist mittlerweile löchrig wie ein Schweizer Käse: Insgesamt gibt es in Österreich 163 Grenzübergänge - Zugquerungen, Fähren über Flüsse oder Seen und Skipisten-Übergänge wie auf dem Idjoch in 2752 Metern Seehöhe nicht mitgerechnet. Auch wenn nur die am stärksten frequentierten Grenzstationen mit Polizisten besetzt werden müssten, würde das einen enormen finanziellen Aufwand bedeuten, heißt es auf Anfrage des Standard im Innenministerium. Wenn es sich, wie bei den Kontrollen anlässlich der Fußball-Europameisterschaft 2008, um eine kurzzeitige Ausnahme handelt, werden Beamte auf Überstundenbasis zugeteilt.

Bei kürzerer Dauer kommen mobile Einheiten zum Einsatz, also Kombifahrzeuge mit entsprechender Kontrollausstattung. Der nächste Schritt wäre die Anmietung von Containern für den Grenzdienst. Doch bei Außentemperaturen von minus 20 bis plus 30 Grad könnten Container nur eine Übergangslösung sein. Würde Schengen auf längere Zeit außer Kraft gesetzt, müssten erneut Immobilien angemietet werden. Und Reisende müssten sich wieder auf stundenlange Grenzwartezeiten einstellen. (Michael Simoner, DER STANDARD, Printausgabe, 10.5.2011)

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10.5.2011, 11:59
Die Grenzen offen zu lassen kommt uns noch teurer.

LGL
01
10.5.2011, 10:21
Für einen Teil der Kosten, die die neuen Grenzkontrollen verursachen würden

sollte man die Sicherung der Aussengrenze des Schengenraumes verbessern. Denn die Reisefreiheit im Inneren erfordert zwingend eine zuverlässige Aussengrenze - ist ja in den USA auch so. Und hier wie dort gibt es ähnliche Probleme. Und die Einwanderer, die wir natürlich brauchen, können wir uns ja trotzdem nach unserem Bedarf aussuchen - aber nicht von kriminellen Schleppern antransportieren lassen.

Ruth Schlabbeeritzka-Pangl
13
10.5.2011, 07:52
Freie fahrt für freie Bürger

Ende der "grossen Reisefreiheit" (wenn's die jemals wirklich gegeben hat - siehe Flughafenkontrollen), der Euro bröckelt der Ausstieg Griechenlands nur eine Frage der Zeit, andere werden folgen)...
Die EU - Ein Auslaufmodell. Natürlich ist das alles "völlig undenkbar", aber schauen wir, was in 10 Jahren noch davon übrig ist.

PS: Ich freu' mich schon auf die Wiedereinführung des Schillings, wenn dann ein Paar Würschtln 50 ATS und ein Bier 55 ATS kostet. Zumindest sollte man den Umrechnungsfaktor für den "Neuen Schilling" zum Euro 1:1 festlegen, sonst gibt's einen Bürgerkrieg! ;)

carpediem99
 
00
11.5.2011, 21:18

und eine briefmarke über 8 ats - das wird lustig....

Gaper
03
Vor Schengen

Gab es vor der EU und Schengen keine Illegalen?

LGL
00
10.5.2011, 10:56
natürlich gab es vor der EU und Schengen Illegale

aber sie waren nicht so mobil wie heute. Ein gestohlenes Auto etwa musste früher von hier nach Polen über die Grenze A-D mit mindestens einer möglichen Kontrolle und ebenso über die Grenze D-PL wo oft beide das Auto kontrolliert haben. Früher wurden eher die Autos "westlicher" Reisender in PL, SK und H gestohlen (mir z.B. in SK und H passiert)

Nizza
65

Ganz im Gegenteil: Wir ersparen uns Milliarden !!!!

Joe_Chip
00
10.5.2011, 07:40

und wie? bzw warum?

Leo Dawee
00
und

schaffen wieder eine Menge Arbeitsplätze

natoll
00
10.5.2011, 07:01

die kein österreicher mehr machen möchte ...

carpediem99
 
00
11.5.2011, 21:19

wird man sich halt wieder ein bisserl umstellen müssen...

ohromat
21

... glaubt der professionelle krone-leser.

081547112
00
na weil sich die alle genau am grenzübergang anstellen werden...

##V+##
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Die permanente Aussetzung Schengens wäre eine gesamteuropäische Katastrophe.

Licht aus, zusperren und Schlüssel wegwerfen, wenn es so kommt.

ü-strichal
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... und warum wär das eine katastrophe ??

Christ in der Zeit
01
für mich schon, dann ein Grund, weshalb ich damals für die EU war fällt weg.

in diesem Fall bin ich für eine Volksabstimmung

isodora
20
10.5.2011, 01:57
na sie haben sorgen. Sinds' am ende der schwiegerson vom grasser seiner schwiegermama.

und fuer ihre abstimmungsentscheidung soll' ma dann noch einmal mehr als 1 Milliarde Schilling ausgeben.
Na eher nicht.

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