Institutsstreichungen und Reformen bei der ÖAW

9. Mai 2011, 15:43

Das Ziel sei, "Forschungsbemühungen zu fokussieren"

Wien - Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) setzt ihre seit einigen Jahren laufenden Reformbemühungen fort. In den vergangenen Monaten wurden eine neue Satzung, eine neue Geschäftsordnung und ein Entwicklungsplan beschlossen - mit weitreichenden Veränderungen: Das Präsidium wurde gestärkt. Es gibt erstmals einen Finanzdirektor und die derzeit 63 Forschungseinheiten der Akademie sollen auf 53 reduziert werden. Das gab das ÖAW-Präsidium am Montag bei einer Pressekonferenz in Wien bekannt.

Generalversammlung und Präsidium

Ziel der Organisationsreform sei es, "die Leitung und Steuerung der Akademie effizienter zu gestalten", sagte ÖAW-Präsident Helmut Denk. So ist die bisher bestimmende Gesamtsitzung, quasi die ÖAW-Generalversammlung, nur noch für grundsätzliche strategische Entscheidungen zuständig. Von einer Entmachtung will Denk aber dennoch nicht sprechen, es gebe etwa eine Veto-Möglichkeit. Oberstes Exekutivorgan ist das Präsidium, das sich aus Präsident, Vizepräsident und den Präsidenten der beiden Akademie-Klassen (philosophisch-historische und mathematisch-naturwissenschaftliche Klasse) zusammensetzt. Überwacht wird das Präsidium von einem Akademierat, dessen 14 Mitglieder von und aus der Gesamtsitzung gewählt werden. Der Akademierat muss auch dem Abschluss der Leistungsvereinbarungen mit dem Wissenschaftsministerium und der Einrichtung und Auflösung von Forschungseinrichtungen zustimmen.

Zum Finanzdirektor der ÖAW wurde mit Anfang Mai der Deutsche, bisher im Pharmabereich tätige Peter Lotz (49) bestellt, der für Budgeterstellung und -vollzug, Controlling, etc. zuständig ist. Die Autonomie der Leiter der Forschungsinstitute wurde verstärkt. Sie bekommen mehr wissenschaftliche Freiheit aber auch mehr Verantwortung, so Denk.

Entwicklungsplan und Evaluierungen

Mit dem neuen Entwicklungsplan für 2012 bis 2014 sollen "unsere Forschungsbemühungen fokussiert werden", sagte der ÖAW-Präsident. So soll die Zahl der Forschungseinheiten von 63 auf 53 verringert werden. Die derzeit rund 30 Kommissionen der Akademie sollen entweder in Institute umgewandelt, gänzlich oder teilweise in Institute integriert, aufgelöst oder überwiegend beratend tätig werden. Mittelfristig plant die ÖAW, Forschungsaktivitäten ausschließlich in Instituten sowie in Zentren oder Clustern zu betreiben. Basis für diese Veränderungen sollen Evaluierungen aller ÖAW-Forschungseinrichtungen sein, die Ende 2012 abgeschlossen sein sollen.

Der Entwicklungsplan ist gleichzeitig die Basis für die Verhandlungen der Akademie mit dem Wissenschaftsministerium über die neue Leistungsvereinbarung, die künftig ähnlich wie zwischen Unis und Ministerium abgeschlossen wird und über die Budgetierung entscheiden soll. Die Gespräche darüber haben vergangene Woche begonnen und sollen bis Herbst abgeschlossen sein. 

Finanzsituation

Für Denk ist die Finanzsituation der Akademie "kritisch": "Ohne Budgeterhöhung besteht die Gefahr, dass der Entwicklungsplan Makulatur wird". Auch ÖAW-Vizepräsident Arnold Suppan betonte, dass das "sehr ambitionierte Forschungsprogramm nicht ohne Erhöhung der finanziellen Mittel geht". 2010 standen der ÖAW 87,5 Mio. Euro zur Verfügung, 2011 sind es 91,3 Mio. Euro. Dazu kommen jeweils noch Mittel der Forschungsstiftung sowie Zweit- und Drittmittel. Als "schwierigste Sache" bewertete Suppan die fehlenden Baumittel, hier würden etwa für den Neubau eines Instituts für Teilchenphysik oder die Fertigstellung der Limnologie am Mondsee 20 Mio. Euro auf drei Jahre benötigt.

Angesichts der "völlig ausgetrockneten" Forschungseinrichtungen der ÖAW ist laut Suppan eine Budgeterhöhung von fünf bis zehn Prozent notwendig. "Wenn das nicht kommt, muss es ganz radikale Einsparungsmaßnahmen geben", so Suppan. (APA)

Kondratjew -Zyklus
 
92
Die Akademien der Wissenschaften sind ohnehin Fossilien.

sdfad sdfaf
15
10.5.2011, 11:30

Warum? Sicher gibt es bei den Instituten Qualitätsunterschiede, aber was spricht z.B. gegen das HEPHY oder das Institut für Mittelalterforschung? Auch die Kirchenväterkomission ist nicht schlecht und sicher noch viele andere ebenfalls. Wenn man natürlich "Grundlagenforschung" ganz ablehnt, ist jede Diskussion sinnlos.

Kondratjew -Zyklus
 
00
30.5.2011, 19:37
Wieso sind die Akademien der Wissenschaften für "Grundlagenforschung" zuständig ?

Für mich reine Schnöselvereine.

da jusa
01

ohne grundlagenforschung gibt es auch keinen kondratjew-zyklus, so fossil die grundlagenforschung auch manchmal anmuten mag.

Kondratjew -Zyklus
 
00
30.5.2011, 19:38
Ohne Erforschung der Grundlagen (Gesetzmäßigkeiten) ist jede weitere Mühe zwecklos.

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