Wiedereinführung von Grenzkontrollen innerhalb Europas sei Rückschlag, so Brüsseler Politologe Emmanuelidis
Seit ernsthaft über die Wiedereinführung von Grenzkontrollen innerhalb Europas diskutiert, sei die EU in einer Krise, erklärte der Brüsseler Politologe Yanis Emmanuelidis. Das berichtet das Ö1-Morgenjournal. Demnach würden sich viele Bürger fragen, wo der Mehrwert der Europäischen Union noch liege.
Außenminister Michael Spindelegger hingegen spricht bei der Grenzdebatte von einer sinnvollen vorübergehenden Maßnahme. Im Ö1-Interview fordert Spindelegger, dass die Europäer nach außen hin stärker auftreten. Die gemeinsame Identität müsse gegenüber Dritten stärker betont werden - andererseits beschwört Spindelegger aber auch die nationale Identität: "Wir sollen Österreicher in Europa bleiben".
Für den Politologen Emmanuelidis stellt die Diskussion über die Wiedereinführung von Grenzkontrollen jedoch einen Rückschlag und den Ausdruck von nationalen Egoismen dar - man könne manchmal sogar schon von
Renationalisierung sprechen. Daher sei momentan auch nichts mehr von jenem Geist zu spüren, den Außenminister Robert Schuman
vor 61 Jahren verlangt hatte: "Die EU lasse sich nicht mit einem Schlag
herstellen, Europa werde durch konkrete Tatsachen entstehen". (red)