Gleichbehandlungsgesetz

Diskriminiert, gekündigt: AK erstritt 16.000 Euro

9. Mai 2011, 10:56
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    foto: ap/dapd/preiss

    DieFrau verdiente um 500 Euro/Monat weniger als ihre männlichen Pendants.

Unternehmen aus Oberösterreich zahlte Abteilungsleiterin um 500 Euro weniger - Nach einer Fehlgeburt wurde sie gekündigt

Linz - Die Arbeiterkammer Oberösterreich hat für eine Abteilungsleiterin knapp 16.000 Euro Nachzahlung erwirkt. Der Grund: Die Frau verdiente trotz gleichwertiger Arbeit weniger als ihre männlichen Kollegen. Dem Ersuchen um Gehaltsanpassung kam die Firma aus der Metallbranche nicht nach. Nach einer Fehlgeburt wurde die Mitarbeiterin sogar gekündigt. Dieser Fall sei eine mehrfache Diskriminierung nach dem Gleichbehandlungsgesetz, so die Arbeiterkammer.

Die 35-jährige studierte Wirtschaftswissenschafterin mit mehrjähriger Berufserfahrung arbeitete in einem oberösterreichischen Unternehmen als Einkaufsleiterin. Während sie im ersten Jahr rund 2700 Euro verdiente, waren alle übrigen männlichen Abteilungsleiter in der nächsthöheren Verwendungsgruppe eingereiht und verdienten deutlich mehr. Laut Firmen-Organigramm waren aber alle gleichgestellt.

500 Euro weniger

Verhandlungen über eine Anpassung ihres Gehalts scheiterten, von Seiten des Betriebes wurden geringere Berufserfahrung und ein kleineres Aufgabengebiet ins Treffen geführt. Tatsächlich waren die Tätigkeiten aber gleichwertig, selbst unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Vordienstjahre ergab sich ein monatlicher Einkommensnachteil von mindestens 500 Euro.

Nach etwa einem Jahr in der Firma wurde die Frau schwanger. Der Betrieb reagierte wenig erfreut und nutzte die Gelegenheit, sie unmittelbar nach einer erlittenen Fehlgeburt zu kündigen. "Der Zusammenhang zwischen der Schwangerschaft und der Kündigung war offensichtlich", sagt Edith Rabl von der AK Oberösterreich im Gespräch mit derStandard.at. Unmittelbar nach der Rückkehr in den Job war die Mitarbeiterin mit einer "komischen Arbeitssituation" konfrontiert, berichtet Rabl. Auf der einen Seite hatte sich das Arbeitsklima massiv verschlechtert, auf der anderen Seite war klar, dass die Firma schon auf der Suche nach Ersatz war. "Die Betroffene entdeckte eine Stellenanzeige in einer Zeitung, wo ihr eigener Job ausgeschrieben war." Kurze Zeit später wurde sie gekündigt.

Mehrfache Diskriminierung

Die Linzerin wandte sich an die AK-Gleichbehandlungsberatung, wo die Expertinnen feststellten: Hier handelt es sich um einen Fall von mehrfacher Diskriminierung nach dem Geschlecht. Zum einen wurde der Grundsatz der gleichen Entlohnung für gleiche oder gleichwertige Arbeit verletzt. Und zum anderen stand die Kündigung klar im Zusammenhang mit der Schwangerschaft bzw. Fehlgeburt.

Der Betrieb versuchte zwar, die Kündigung als Folge mangelhafter Arbeitsleistung darzustellen, konnte dafür aber keine Nachweise bringen. Man hatte das ursprünglich auf sechs Monate befristete Arbeitsverhältnis anstandslos in ein unbefristetes umgewandelt und danach der Mitarbeiterin ständig zusätzliche Aufgaben übertragen - keine echten Indizien für Unzufriedenheit. Ganz im Gegenteil: "Die Firma war mit ihr sehr zufrieden", so Rabl.

Die Klage der AK beim Arbeitsgericht war erfolgreich. Die Arbeitnehmerin erhielt im Vergleichsweg knapp 16.000 Euro Nachzahlung. Eine Weiterarbeit im Betrieb war für die Frau nicht mehr vorstellbar. (om, derStandard.at, 9.5.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 123
1 2 3
Beim Barte des Proleten!
21
12.5.2011, 10:21
Super gemacht

dann werden in Zukunft in einer weiteren Firma keine Frauen mehr in Führungspositionen eingestellt.
Großartige Leistung AK.

tock tock tock
10
17.5.2011, 09:30

Warum sollte das so sein?

Beim Barte des Proleten!
10
17.5.2011, 17:58
Weil Sie damit rechnen muss verklagt zu werden

tock tock tock
01
17.5.2011, 20:02

Bullshit.

Challange122
12
11.5.2011, 22:47

Wenn man in unserer Gesellschaft keine Kinder bekommen kann wie mir scheint, ist das eine traurige Unternehmeskultur. Angemessen wäre hier sicher ein Schmerzensgeld, welches 10x so hoch sein sollte. Also 160.000 Euro, damit auch wirklich die Unternehmen sich der gesellschaftlichen Tragweite bewusst werden. In diesem Unternehmen scheint das Wort Personalentwicklung ein Fremdwort zu sein-so wie in den meisten.

zkk
 
31
11.5.2011, 10:47
sie lasen eine werbeeinschaltung der arbeiterkammer.

generell: welche 35-jährige leitende angestellte verdient mit abgeschlossenen wu-studium 2700 euro im monat (teilzeit?)?

500 euro im monat sind nicht wenig, "von Seiten des Betriebes wurden geringere Berufserfahrung und ein kleineres Aufgabengebiet ins Treffen geführt", klingt nachvollziehbar, aber in diesem augenblick hätte sie kündigen und/oder sich an die ak wenden müssen.

dann wird sie schwanger, die firma muss davon ausgehen, dass die leitende angestellte min. 2 jahre ausfällt (=durchschnittliche karenzdauer, oder?), sucht nach einem ersatz. die dame erleidet eine fehlgeburt, die firma hat aber schon ersatz gefunden (?), eine kündigung wird ausgesprochen, die 16k€ um sich ärger und eine querulantin zu ersparen sind gut angelegt.

linuxforeverlinux
21
11.5.2011, 13:01

die firma kann sich wirklich nur glücklich schätzen diese querulantin losgeworden zu sein!
die wollte einfach nur geld haben!
zuerst einen vertrag unterschreiben, der ihr nicht passt nur damit sie dann sudern gehen kann, dann auch noch schwanger werden, obwohl noch nicht richtig angefangen hat zum arbeiten u. am ende will sie alles haben!
jede firma ist glücklich, wenn sie so jemanden los wird und 16k ausgibt, nur damit man sie nie wieder sehen muss!
man(n) sollte sich wirklich überlegen ob man sich nicht einer geschlechtsumwandlung unterziehen sollte, da kannst du dir die rosinen rauspicken und die männer für dich hackeln lassen!

linuxforeverlinux
31
11.5.2011, 09:53
wieder mal so eine typische diskriminierung von männern

die frau arbeitet bis zu 6 1/2 jahre weniger als männer und will mehr geld als männer verdienen!
wie soll denn das bitte gehen?
es gibt kollektivverträge und die besagen eindeutig, wieviel ein jeder mindestens verdienen muss, alles darüber ist ausmachungssache.
sie aber möchte ohne zutun, ohne leistung, das nettogehalt der kollegen haben, welches sich jene ausverhandelt haben!
traurig aber wahr, so siehts in austria aus!

tock tock tock
10
17.5.2011, 09:33

Geh, du lern erst mal Lesen, bevor du was von "Leistung" und "leisten" faselst. Davon dürftest nämlich genau NULL Ahnung haben, wenns sogar schon beim Lesen hapert!

van pörkölt
12
10.5.2011, 14:11

na so was,
da hat sich die Firma gedacht, "nehm ma halt die Tussi, die macht das gleiche billiger wie die Kollegen"
(das "Risiko" der Schwangerschaft wird wohl einkalkuliert gewesen sein)

dass sie sich ihren gerechten Anteil erkämpft, damit konnte in der männlich dominierten Firma ja niemand rechnen...

linuxforeverlinux
30
11.5.2011, 10:04

was heisst hier in einer männlich dominierten firma?
die frau war einfach nur neidisch auf ihre kollegen, dei alle schon länger arbeiten und mehr erfahrung haben und sich ein besseres gehalt ausgehandelt haben!
sie wollte einfach nur am kuchen mitnaschen ohne leistung!
fakt ist: es gibt kollektivverträge und sie wurde nach jenem auch bezahlt, somit liegt hier keine diskriminierung vor.
höchstens eine diskriminierung von männern, weil die mehr arbeiten müssen für dasselbe gehalt wie die frau, die eindeutig weniger arbeitet!

Neuer Nick neues Glück
10
10.5.2011, 14:15

Es gibt aber noch einen anderen Gedanken - was, wenn diese Frau durch ihr niedrigeres Gehalt einen anderen Bewerber oder eine andere Bewerberin ausgestochen hat, der oder die besser qualifiziert wäre aber mehr verlangt hat?

Mary the Strange
30
10.5.2011, 12:26
Es wurde nicht erwähnt,

wann die Frau in dem Unternehmen aufgenommen wurde und wann ihre männlichen Kollegen. Langjährige Mitarbeiter haben oft noch einen besseren Vertrag als neue Mitarbeiter, bei der gleichen Arbeit. Das ist auch in meiner Arbeit so, das hat nichts mit dem Geschlecht zu tun, sondern mit dem Zeitpunkt des Eintritts in das Unternehmen.
Darüber sollte man einfach mal nachdenken, bevor man von Diskriminierung wegen des Geschlechts spricht.

Tristram Shandy
13
10.5.2011, 15:13

Gehen wir einmal davon aus, dass das Arbeits- und Sozialgericht sich mit dem Fall etwas eingehender befasst hat als Sie und dass es auch mehr Informationen darüber hatte, als in diesem kurzen Artikel stehen.
Darüber sollte man einfach einmal nachdenken, bevor man den Ausgang von gerichtlichen Streitigkeiten mit einem 08/15-Mail in Frage stellt.

marlow
12
10.5.2011, 17:55

es hat kein gerichtsverfahren gegeben, sondern das ganze endete mit einem vergleich. wird erst im vorletzten satz erwähnt. der ganze artikel gibt per se nur behauptungen der frau bzw. ak wieder, deswegen lässt sich über die tatsachen (leider) nur spekulieren. der ganze artikel ist meines erachtens schwerst tendenziös, weil man als durchschnittlich aufmerksamer leser tatsächlich von einer festgestellten diskriminierung ausgehen muss. erst ganz am schluss wird der vergleich erwähnt. ein vergleich ist aber eine reine parteienvereinbarung.

Susanne_B
01
10.5.2011, 21:00

Wofür halten SIe dann das im letzten Absatz erwähnte Verfahren vor dem Arbeits- und Sozialgericht? Ein Treffen der lokalen Biodanza-Gruppe, bei dem zufällig die beiden PArteien anwesend waren?

Zur Erläuterung: Das Unternehmen wurde geklagt, das Verfahren wurde durch Vergleich beendet. (Ein wenig ungewöhnlicher Vorgang in Österreich....) Und jetzt raten SIe mal, warum eine PArtei sich auf einen Vergleich einlässt: weil sie erkennt, dass sie aufgrund der vorlegten Beweise wohl keine Chance hat, den Prozess zu gewinnen. Hurra!

linuxforeverlinux
20
11.5.2011, 10:08

vollkommen falsche annahme, dass jemand nur deswegen einen vergleich eingeht, weil er sowieso weiss, dass er den prozess verliert.
genauso könnten sie sagen, dass ein ghandi den gewaltlosen widerstand propagierte, weil er ja eh sowieso wusste, dass er keine chance hat.
aber ihr denken spiegelt auch gleichzeitig ihren hass auf männer wider!
die frauen können es einfach nicht ertragen, dass sie sich weniger gehalt ausverhandeln als männer und deswegen deren ständiges gerede von "ich werde diskriminiert, weil ich eine frau bin!"

marlow
00
11.5.2011, 09:19

zur erläuterung: in diesem fall muss frau nur ungleichbehandlung beweisen (z.B. sie hat € 500,-- weniger verdient als andere). dienstgeber muss beweisen, dass ungleichbehandlung keine diskriminierung war: andere haben mehr budgetveranwortung, mehr erfahrung, ausbildung, höhere position, etc. gericht muss entscheiden, ob ungleichbehandlung gerechtfertigt. in anbetracht, dass auch bei prozessgewinn der dienstgeber keinen kostenersatz erhält, das verfahren mind. 2 Jahre dauert (zeit- und geldaufwand), risiko eines prozessverlustes, Zinsen von rund 10% seit Klagsbeginn auf klagsbetrag, macht ein vergleich aus kaufmänn. überlegungen sinn. wie dienstgeberfreundlich arbeitsgerichte sind, ist ja auch bekannt.

Tristram Shandy
00
11.5.2011, 09:33

Falsch!
Jemand der sich auf einen Diskriminierungstatbestand beruft, hat diesen auch glaubhaft zu machen!
Eine reine Darstellung der Ungeleichbehandlung selbst ist keinesfalls ausreichend!

marlow
00
11.5.2011, 10:33

richtig: diskriminierungstatbestand (frau verdient weniger als mann, WEIL sie frau ist) muss nur glaubhaft gemacht (NICHT: bewiesen) werden. glaubhaftmachung ist weniger streng als beweis. defacto reicht darstellung der ungleichbehandlung aber schon (frau verdient weniger als mann PUNKT). dann tritt "beweislastumkehr" ein: dienstgeber muss beweisen (NICHT: glaubhaft machen), dass er nicht diskriminiert hat (frau verdient weniger als mann, nicht weil sie frau ist, sondern weil ...). Ist in einem gerichtsverfahren mit einem ziemlichen aufwand verbunden.

Neuer Nick neues Glück
00
10.5.2011, 22:36

Es wäre auch möglich, dass eine Partei erkennt, dass sie aufgrund der Richterkonstellation, der Gesetzeslage o. ä. keine Chance hat, selbst wenn sie in der Sache recht hat.

Damit möchte ich übrigens nicht sagen, dass das hier der Fall ist, dafür enthält der Artikel nicht genug Information.

DerMäx
61
10.5.2011, 10:31

Und weil sie gleichwertige Arbeit wie ihre männlichen Kollegen leistete wurde sie auch gekündigt... Scho kloa.

Für wie dumm haltet die Arbeiterkammer die Firmen? Für so dumm, dass produktive Mitarbeiter gekündigt werden, die sogar für weniger arbeiten als ihre Kollegen?

Dieses Diskriminierungszeugs ist eine schallende Ohrfeige für jede hart arbeitende Frau, die sowohl in Gehaltsverhandlungen als auch von der Leistung her ihren männlichen Kollegen ebenbürtig ist. Und das ist nunmal die Mehrheit. Geschützt werden scheinbar nur weniger produktive Mitarbeiterinnen.

Mirstetta Toni
45
10.5.2011, 10:22

nicht böse sein aber.

zuerst unterschreibt sie einen vertrag (ich nehme an sie wurde dazu nicht gezwungen).

dann erkundigt sie sich, was die kollegen denn so verdienen und es wird nachverhandelt.

dann wird sie schwanger.

und das alles innerhalb eines jahres.

wäre es nicht besser gewesen, sich vorher darüber im klaren zu sein ob mir der job für den lohn passt oder nicht?

Neuer Nick neues Glück
00
10.5.2011, 14:34

Die nicht beantwortete Frage ist, ob über KV bezahlt wurde oder nicht.
Die Einstufung muss passen - der Arbeitgeber darf aber gern nach Belieben überzahlen.

Mirstetta Toni
10
11.5.2011, 17:19

das sollte ein studierte wirtschaftswissenschaftlerin aber wissen.

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