Darf man sich über den Tod eines Menschen freuen?

Warum die USA die Fotos vom toten Osama bin Laden an Julian Assange schicken sollten.

Dass Osama bin Laden erschossen statt verhaftet worden ist, war bestimmt nur ein Mißverständnis im interkulturellen Dialog. Aber ein paar Fragen stellen sich im Anschluss an die erfolgreiche Kommandoaktion der Navy Seals:

1. Wäre es besser gewesen, bin Laden wäre festgenommen worden?

2. Darf man sich über den Tod eines Menschen freuen?

3. Ist man ein Spaßverderber, wenn man sich nicht freut?

4. Ist es Ausdruck übertriebener liberaler Verzärteltheit und Sentimentalität, wenn man keine Sektflasche öffnet, wenn ein Scheusal getötet wird?

5. Ist Hillary Clinton ein Weichei, weil sie sich aus lauter Anspannung den Mund zuhielt?

6. Ist sie deshalb für höhere Ämter ungeeignet?

7. Sollte die CIA die Fotos vom toten Osama bin Laden an Wikileaks schicken? Denn schließlich gewinnen Regierungdokumente sofort an Glaubwürdigkeit, wenn sie auf der Whistleblower-Plattform veröffentlicht werden.

FS Misik hat die Antworten.

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Stichwort Verschwörungstheorien:

In diese Kategorie fällt alles, was von offiziellen Darstellungen abweicht und die Erklärungsversuche deren, die diese nicht 100% zustimmen oder glauben können. Also wenn eine Macht ihre Sicht eines Ereignisses darstellt muss man es glauben oder auf jeden Fall öffentlich zustimmen, sonst ist man ein Verschwörungstheoretiker.
Die Existenz der Gaskammern wäre demnach damals auch eine Verschwörungstheorie gewesen. Je größer oder/und waghalsiger die Lüge ist, desto leichter ist es möglich die Skeptiker als Verschwörungstheoretiker hinzustellen. Transparenz ist die einzige Möglichkeit Verschwörungstheorien zu vermeiden. Geheimtuerei hingegen fördert ihr Entstehen, aber begünstigt gleichzeitig die Polarisierung des Lagers der Skeptiker.

Das Wort "Verschwörungstheoretiker" hat lediglich das Ziel zu denunzieren. "Glaub uns, sei keiner von diesen Spinnern". Kurioserweise, wenn man versucht einen Ablauf zu rekonstruieren hat man immer eine Theorie, sobald mehr als zwei Leute diesen Ablauf, die "Tat", geplant haben findet eine Verschwörung statt. Also ist jedliches Ergebnis eines U-Ausschusses und jede Berichterstattung über ein Ereignis eine Verschwörungstheorie. Auch der Misik, eine Verschwörungstheoretiker.

Der große Unterschied:

Die Verschwörungstheorie ist mit der gängigen oder offiziellen Darstellung mehr als nicht deckungsgleich, sogar wird darin oft die Täterschaft oder die Mitwisserschaft der Herrschenden thematisiert.
U-Ausschuss ist ein Instrument der Wahrheitsfindung, die oft die Verwicklungen und Machenschaften der Herrschenden im Visier hat. Die möchten natürlich den Verdacht als Verschwörungstheorie hinstellen, da damit die Skeptiker als Spinner diffamiert werden können.
Zum Beispiel: Wenn ich es nicht glaube, - mindestens bis es nicht patentiert wird - dass ein Hochhaus-abbruch mit einem Kerosin-brand auf 2/3 Höhe zu bewerkstelligen ist, bin ich ein Verschwörungstheoretiker. Es zu untersuchen wäre eine Akt der Wahrheitsfindung.

Ja, klar! Streng genommen bleibt's aber, auch nach "Wahrheitsfindung", eine Theorie, egal wieviele Beweise man ihr zufügt. (siehe Gravitation, Evolution... ;))
(Ich glaub ebenfalls nicht, dass ein Kerosinbrand ein Gebäude im freien Fall schnurgerade runterziehen und dabei pulverisieren kann. Also bin ich wohl auch einer, dieser "Spinner"...)

Bravo!

Danke, Herr Misik! Wie so oft die Sache differenziert und schlüssig durchargumentiert. Respekt!

BHO: "And I think that anyone who would question that the perpetrator of mass murder on American soil didn’t deserve what he got needs to have their head examined.“

Die Frage

hätte auch Al Kaida gestellt werden müssen, die haben ja ausdrückliche ihre Freude über den Tod unschuldiger Menschen in alle Welt hinausposaunt. Haben die Humanphilosophen da geschlafen? NHat sie erst der Tod Osama bin Ladens aufgeweckt? Ts ts ts.
Vergessen wird auch, dass es wesentlicher Teil der christlichen wie islamischen Religion ist, sich über den Tod eines Menschen (Jesus von Nazareth) oder den eigenen Tod (als Märtyrer) zu freuen. Wir sollten also nicht das Geschäft anderer besorgen und uns fremde Köpfe zerbrechen, sondern lieber die Frage vorlegen, ob es besser gewesen wäre, Osama ungeschoren zu lassen. Zu dieser Frage bin ich bereit, jede Meinung zu akzeptieren.

Ich habe mich darüber gefreut, und ob "man darf" da brauche ich von anderen keine Richtlinie.

Jeder mag sich über das freuen, was er/sie will.
11. Sept.-Ähnliches von Herrn Haider ist mir aber nicht geläufig. Auch keine Anschläge auf Botschaften, etc. Ich schätze daher, Ihre Freude basiert auf politischem Haß.
Kann ich nicht nachvollziehen, als parteilich nicht Fixierter.

Anschläge nach dem Tod von HJ (von Rechtsextremen?)

wären auch ziemlich merkwürdig gewesen -
hat er sich doch selbst "dastässn".

Aber Verschwörungstheorien gab es SCHON.

Sein Lebensmensch Stefan Petzner jammerte doch beispielsweise (wie im dritten Lager gängig) etwas von der "Ostküste" daher.
(Petzner stellte also völlig abstrus einen Auftragsmord einer jüdischen Gruppierung an HJ in den Raum.)

Ich freute mich über bin Ladens Tod fast so sehr ...

... wie über den Tod Jörg Haiders!

Früher oder später kann man sich eh freuen, da der Tag kommt bestimmt.

Aber angesichts der Lügen die Politiker uns auftischen bleibt meine Freude in Grenzen.

obiges sollte hier als Antwort hängen.

Die USA ist barbarisch geworden geworden

Im Kampf gegen den Terrorismus ist USA barbarisch geworden und Europa unterstützt das noch.
Man kann jetzt eine Linie ziehen von Conan der Barbar (Schwarzenegger) über Bush den Barbar bis zu Obama den Barbar. Menschen ohne Gerichtsverfahren zu töten ist barbarisch.
Das kurze Feuer eines demokratischen, menschlichen Aufbruchs in der USA, 68,ist schon lange erloschen.
In der USA herrscht der gerechte Gott, in dessen Namen die Feinde Amerikas abgeknallt werden. Gut beschrieben hat diese rechtskonservative Wende der USA: Joan Didion: Im Land Gottes. Wie Amerika wurde was es heute ist.
Sehr gut im Standard: http://derstandard.at/130455126... praech-Die -Boesen-werden-niedergeknallt

Misik hat sich diesmal ordentlich verrannt und wirkt außerdem leicht depressiv.

Die Erleichterung und Freude über diesen Schlag gegen al-Quaida ist eine angemessene Reaktion, weil Bin Laden eine reale Gefahr gewesen ist. Er hat so viele Menschen wie möglich umbringen lassen und hätte kaum gezögert, wenn er in den Besitz von Atombomben gekommen wäre. Positiv zu werten ist auch, dass bei der Stürmung des Hauses versucht wurde Opfer zu vermeiden, die es beispielsweise beim rücksichtslosen Einsatz von Kampfgasen gegeben hätte.

Freude kann man nicht verordnen - und auch nicht ...

... verbieten.
die meisten kritiker vergessen, dass hr. bin laden der westlichen welt und insbesonders der usa den krieg erklärt hat. die tatsache, dass er lt. völkerrecht dazu nicht bevollmächtigt war, ist im islamischen recht unwichtig.
als kriegführende partei war er daher ein legitimes ziel und wurde von korrekt uniformierten soldaten der gegenseite angegriffen.
dies ist auch unter westlichen rechtsgrundsätzen legitim.
wir sollten alle froh sein, dass die usa die drecksarbeit erledigt haben - bei uns wäre er (und seine ihn freipressenden gefolgsleute) mit handschlag verabschiedet worden.
aus dem elfenbeinturm ist leicht zu theoretisieren, hr. minsk - insbesonders wenn us soldaten diesen schützen!
well done, seals!

Verhalten der USA - rein rechtlich

Ihr Argumentation "kriegsführende Partei ... legitimes Ziel ..." ist nach Haager Landkriegsordnung und Genfer Konventionen (Artikel 3) völkerrechtlich gesehen definitiv unzutreffend und Ihre Conclusio ("well done, seals") ein Widerspruch zum Völkerrecht.
Sinngemäß: "Gegner, die die Waffen gestreckt haben, ist ... mit Menschlichkeit ... zu begegnen." Die Ermordung Bin-Ladens war ein klarer Bruch des Völkerrechts durch die USA. Und Recht muss Recht bleiben, selbst wenn mein Elfenbeinturm bedroht ist.

sowohl lt. haager lko als auch nach genfer konvention ...

... sind freischärler legitime ziele - und zwar nicht nur bei durchführung sondern auch bei vorbereitung ihrer aktionen.
werden diese freischärler nicht v.d. regierung ihres aufenthaltslandes aktiv bekämpft dürfen sie auch dort angegriffen werden, da die nichtbekämpfung dieser freischärler einen casus belli darstellt (ausnahme - diese gruppierungen geben ihre waffen ab und stellen sich unter aufsicht).
da hr. bin laden weder seine waffen abgegeben hat noch sich unter aufsicht pakistans stellte, war seine eliminierung kein völkerrechtsbruch.
im übrigen - sie können gerne rechtlich korrekt untergehen. wenn es hart auf hart geht, bringe ich meinen gegner erst um - und überleg mir nachher was im gesetzbuch steht.

Warum halten sich eigentlich gerade die westlichen Konservativen,

sowie die fundamentalistischen Christen (z.B. ein Teil der Republikaner) für etwas Besseres gegenüber den Islamisten?

Rückständige Morgen- als auch Abendländer:
o) Befürworten die Todesstrafe.
o) Lieben die Auge um Auge - "Kultur".

Ich meine: ICH als Hasser dieser religiösen Spinner halte mich selbst ja NICHT in puncto Todeswünschen überlegen.

ICH wünschte dem rechten Provokateur Haider den Tod (aber freute mich beim Eintreten keineswegs).

Und der ObL war mir völlig egal. (Ob die Amis ihn nun "watergeboardet" hätten oder was auch immer).

Nur: Wieso dieses (moralische) Überlegenheitsgehabe?

Von diesen "Überlegenen" HIER wird dann sogar noch völlig hirnverbrannt ein "die würden uns auch wegen jeder Kleinigkeit hinrichten" nachgeschoben.

und übrigens ...

gibt es in unseren Breitegraden ja auch noch eine Unzahl von Menschen, die Empathie für den armen Adolf Hitler empfinden. Warum sollten sich da nicht einige finden, die den frühen Tod des anti-amerika-imperialisten Osama bin Laden beweinen.

Nach der strengen Anwendung des Scharia-Gesetzes

ist ein Ungläubiger, der einen Moslem eine Ohrfeige verpasst, des Todes Schuldig. Wir reden da sicherlich über die Version von Recht, das Osama bin Laden vertreten hat.

Man sollte sich also vor Augen führen, was mit dem Army Seals geschehen wäre, wenn sie diese Aktion versemmelt hätten und in die Fänge des Terrorpaten gelangt wären.

Welchen von Schariagericht frei wählbaren Tod hätten sie verdient - in einem Prozess in dem vier Zeugen genügen und der Täter nicht einmal gefragt wird? Hätte man bin Laden erlaubt die verhinderten Schächer noch in dem Bauch zu stechen, bevor man ihnen die Gurgel durchschneidet - oder sie steinigt, hängt, lebend verbrennt ...

Über den Überschwang und die Lust mit der der Islam den Tod des Täters begeht wusste schon

Ich erinnere mich noch an die Videos, wie Amerikanern vor laufender Kamera der Kopf abgeschnitten wurde.

Warum ist Misik seine moralische Entrüstung ....

...nicht schon damals eingefallen als Prokop starb und der Genner von Asyl in Not gemeint hatte das wäre somit ein guter Tag?

Beim Arbeiten zusehen und lästern ist leicht

Die US Regierung kann in heiklen Sachen machen was sie will, sie wird es nicht allen recht machen.

Als einzig verbliebene MILITÄRISCHE WELTMACHT hat sie es auch nicht leicht,

das kann aber nur der nachvollziehen, der einmal in einer ähnlichen Lage war/ist, und das sind eben wenige, bis eben keine mehr.

Warum relativiert M. immer ?

Hat er keine klar umrissene Meinung zu diversen Themen, muss er die innere Gegenseite auch immer zu Wort kommen lassen ?

Ist nämlich weder demokratischer, linker oder anarchistischer wenn man zu fast nichts eine klare Meinung äußert.

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